Rolliverse: „Star Wars“ trifft „Kniffel“ und begeistert

„Kniffel“ mit Karten und Würfeln – das ist „Rolliverse“. Doch das alleine ist selbstverständlich nicht alles bei diesem Spiel. Mit verschiedenen Themensets bekommt das Ganze einen popkulturellen Anstrich. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Auch wenn man sich noch ein bisschen gedulden muss.

  • Autor: Lukas Zach, Michael Palm
  • Illustration: Wigwam
  • Spielerzahl: zwei bis vier, ab zwei Spielen auch mit bis zu sechs spielbar
  • Alter: ab sieben Jahren
  • Dauer: 15 Minuten
  • Lustige Startspielerbestimmung: keine
  • Verlag: Ravensburger

Wer schon einmal die SPIEL in Essen (hier geht’s zum Bericht von 2026) besucht hat, der hatte bestimmt schon einmal dieses Gefühl, sich unbedingt in einer Schlange anstellen zu müssen, um ein ganz bestimmtes Spiel zu bekommen. Und da es mit Lieferketten in diesen Zeiten schon mal schwierig werden kann oder die Produktion mit sehr heißer Nadel gestrickt ist, ist womöglich nur eine sehr begrenzte Stückzahl auf der Messe verfügbar.

Nun überlasse ich das In-der-Schlange-stehen in Essen sehr gerne Xamra. Ich stehe gerne mit und vertreibe ihr mit schlechten Witzen die Zeit. Doch diesmal gab es das Phänomen, dass wir beide gleichzeitig in einer Schlange standen. Mit unterschiedlichem Erfolg.

Schlange stehen für „Rolliverse“ mit „Star Wars“-Thema

Mich verschlug es zum Stand von Ravensburger. Dem Hype um „Rolliverse“ im Vorfeld der Spiel konnte selbst ich mich nicht entziehen. Wollte ich auch gar nicht. Ich mag Würfelspiele, auch wenn mich Xamra da regelmäßig abzieht (Anmerkung von Xamra: besonders gern bei „Dungeons, Dice & Danger“). Ich mag auch Kartenspiele. Und ich liebe „Star Wars“. Was also lag näher, als sich um ein „Rolliverse“ im „Star Wars“-Thema zu bemühen?

Da wir als Pressevertreter schon um 9.30 Uhr in die Hallen durften, habe ich mir eine gute Chance ausgerechnet, eins der begehrten Sets zu bekommen. Denn zu kaufen gab’s das Spiel noch nicht. Februar 2027 hat der Verlag als Erscheinungsdatum ausgerufen. Doch bei der Spiel gab’s pro Tag 500 „Rolliverse“-Spiele aus der Vorproduktion zu gewinnen. Man musste einfach nur mit einem der netten Menschen am Ravensburger-Stand eine Runde spielen. Nichts leichter als das, dachte ich mir – und stand am Messe-Freitag tatsächlich als erster am Demotisch. Für einen kurzen Moment war ich – ohne Sprint – die Schlange. Dann kamen immer mehr Kolleginnen und Kollegen von anderen Medien. Das Interesse am Spiel war groß!

Direkt zu Hause losspielen

Egal. Als es losging, war ich in der ersten Runde dabei. Ein kleiner Vorteil: Ich kannte ab sofort die Regeln und konnte zu Hause mit meiner Familie gleich losspielen. Jeder der bis zu vier Spieler bekommt eins von vier verschiedenfarbigen Kartensets. Auf den einzelnen Karten ist je eine Bedingung abgebildet – wie bei „Kniffel“ –, die man erfüllen muss.

Also zum Beispiel drei Einser, Dreier oder Sechser, große Straße, kleine Straße, Full House. Eine dieser Karten kommt in die Mitte. Dort liegt auch die Artefakt-Karte. Bei Star Wars sind das Lichtschwerter. Die Fünf-Gleiche-Karte liegt ebenfalls für alle erreichbar in der Tischmitte. Das ist bei „Star Wars“ selbstverständlich Yoda. Der kommt außerdem noch in der sehr schicken Foil-Optik daher.

Mit Pech eigene Karten an Gegner verlieren

Das „Kniffel“-Prinzip bleibt: Wer dran ist, darf dreimal würfeln und muss so versuchen, die Bedingungen auf den einzelnen Karten zu erfüllen. Für jede erfüllte Karte gibt es Punkte. Wer zwölf Punkte erreicht, hat gewonnen. Ganz so simpel ist es selbstverständlich nicht. Wer keine Karte erfüllen kann, muss eine seiner Handkarten in die Mitte legen.

Diese kann dann auch von den Mitspielern gewonnen werden. Würfelt ein Spieler zum Beispiel drei Dreier, kann er seine eigene Karte ablegen und sich auch noch eine solche Karte nehmen, die womöglich von einem anderen Spieler in die Mitte gelegt wurde.

Fünf Punkte für Yoda bei „Star Wars“-Edition von „Rolliverse“

Wer fünf Gleiche würfelt, darf sich die schicke Foil-Karte nehmen. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese noch in der Mitte oder bei einem anderen Spieler liegt. Das kann während der Partie für sehr viel Dynamik sorgen. Denn die Foil-Karte ist immerhin vier Punkte wert.

Wer zwei Paschs würfelt, darf sich die Artefakt-Karte nehmen. Der nette Erklärer auf der Spiel nannte sie den Trostpreis. Na ja, ganz so schlimm ist es aus meiner Sicht nicht. Immerhin hat sie, je nach Kartenset, einen besonderen Effekt, den man nutzen kann.

Nächster Geniestreich von Zach und Palm

Den Autoren Lukas Zach und Michael Palm ist mit der Geburt von „Rolliverse“ ein Geniestreich gelungen. Es ist nach „Dorfromantik“ und „Boss Fighters QR“ nicht der erste und hoffentlich auch nicht der letzte. Die Regeln sind angelehnt an einen Klassiker und durch die Karten inklusive Artefakte und Foil-Karte sinnvoll angepasst.

Mit den diversen Themensets ermöglichen sie auch noch den Einstieg für Sammler. Hinzu kommt, dass man die diversen Sets auch noch kombinieren kann. So ist die Runde zum Beispiel auch erweiterbar auf sechs Spieler. Dazu muss man sich nur für eine Artefakt-Karte aus den beiden Spielen entscheiden. Neben „Star Wars“ stehen schon fünf weitere Themensets fest: „Minecraft“, Stitch, Dragons, Foodimals und Rolli’s Adventures. Man braucht relativ wenig Fantasie, um sich auszumalen, dass das noch lange nicht das Ende der Fahnenstange sein muss.

Lieb gewonnene Figuren und Gefährte auf den Karten

Die Fans der jeweiligen Themen dürfen sich auf jeden Fall freuen. Bei „Star Wars“ ist die Eins auf den Würfeln der Tie Fighter. Die Karten sind sehr hübsch gestaltet. Alle beliebte Figuren oder Raumschiffe sind dabei: Luke Skywalker, Leia Organa, Han Solo, Darth Vader, Chewbacca, C-3PO, R2-D2, der Millennium Falke oder der Todesstern. Da muss man kein Hellseher sein, dass sich Ravensburger auch bei den anderen Themensets nicht lumpen lassen wird.

Für mich steht jedenfalls fest, dass es sich gelohnt hat, einmal der Erste in einer Schlange auf der Spiel gewesen zu sein. Ich bin gespannt, wie „Rolliverse“ bei euch ankommt, wenn es endlich verfügbar ist. Freut euch drauf!

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