Tangram ist ein uraltes chinesisches Legespiel aus sieben Plättchen, die zu einem Quadrat oder auch in viele Formen gepuzzelt werden können. In Anlehnung daran lässt uns Uwe Rosenberg in „Tangram City“ aus Formen, die aus Dreiecken und Quadraten bestehen, eine Stadt zusammenbauen. Es ist ein sehr unaufgeregtes, ereignisarmes Spiel, das auch als Solopuzzle funktioniert.
Jeder erhält ein Stadttableau, sechs Brunnen- und 23 Stadtplättchen, einen schwarzen und einen grünen Harmonie-Marker sowie den Punktemarker in eigener Farbe. 23 Karten, die – wenig überraschend – die 23 Stadtplättchen zeigen, werden gemischt. Schon kann die urbane Bauaktivität losgehen.
Vier Karten legen Bauteile fest
Pro Runde sind vier Baukarten zu verteilen, wer was bekommt, hängt von der Spielerzahl ab. Beispielsweise zu zweit hat jeder eine eigene Karte, eine liegt verdeckt und eine offen unterm Punktetableau. Zu fünft hat ein Spieler eine Karte, je zwei Spieler teilen eine Karte und auch hier liegt eine offen unterm Punktetableau. Eigene Karten, oder, die die sich Spieler teilen darf ich mir jederzeit ansehen, für die anderen sind sie verdeckt. Natürlich nicht für den Mitspieler, mit dem ich sie mir gegebenenfalls teile. Klingt verwirrend, ist es nicht.
Zuerst spielen alle nacheinander die offenen Karten, dann die verdeckten, danach reihum vom Startspieler ausgehend die eigenen Karten. So kommen in jeder Runde für alle immer genau vier Plättchen ins Spiel, die – wie könnte es anders sein – nach Regeln zu verbauen sind.

Regeln für die „Tangram City“
Eine Spielerin muss Plättchen vollständig auf freien Feldern des eigenen Tableaus platzieren. Sie dürfen gedreht und gewendet werden. Jeder entscheidet für sich, ob die schwarze Stadt- oder die grüne Parkseite zu sehen ist. Angrenzend bauen ist nicht zwingend nötig, aber für die Wertung sinnvoll. Ein Spieler kann darauf verzichten, ein Plättchen zu legen, dann kommt es aus dem Spiel. Es später einzubauen ist nicht möglich. Sind die vier Karten der Runde gespielt, platziert jeder ein Brunnenplättchen – Dreiecke, die sehr hilfreich beim Lückenfüllen sind.
Danach folgt eine Zwischenwertung mit Punkten für das größte Rechteck aus komplett belegten Feldern. Zuletzt passt jeder seine Harmonie-Marker an. Die Baumeisterin zählt dafür, wie viele Felder komplett mit Häuser- oder mit Parkplätttchen belegt sind und setzt den baumförmigen grünen und hausförmigen schwarzen Harmonie-Marker auf das entsprechende Feld auf dem eigenen Stadttableau.
Schlusswertung mit Punkteregen
Wer die meisten Punkte hat, ist neuer Startspieler und teilt wieder vier Karten aus. Nach fünf solcher Runden sind drei Karten übrig. Sie landen offen unterm Punktetableau und jeder darf die passenden Plättchen in beliebiger Reihenfolge platzieren – wenn er den entsprechenden Platz noch hat.
Es folgt eine Schlusswertung, in der jeder noch einmal die Position der Harmonie-Marker anpasst. Je geringer der Abstand zwischen Stadt und Park ist, desto mehr Punkte gibt’s. Sind es sogar gleich viele Häuser- und Park-Quadrate, regnet es sogar 20 Zähler.
Wer wird „Legende des Städtebaus“?
Weitere 15 Zusatzpunkte sind zu verdienen, wenn das komplette Tableau mit seinen sieben mal sieben Feldern ausgefüllt ist. Die Spielerin mit den meisten Punkten gewinnt, wer die 200er-Marke sprengt gilt als „Legende des Städtebaus“.

„Tangram City“ ist ein Plättchenpuzzle ohne große Action. Die meiste Konzentration ist gefragt, wenn es um die richtigen Plättchen geht, die sich doch recht ähnlich sehen, ein gelbes Ausrufezeichen kennzeichnet die besonders verwechslungsgefährdeten Karten.
Thema wirkt aufgesetzt
Das Material ist gut, die Art der Illustration muss man mögen. Zudem wirkt das Stadtthema aufgesetzt. Die in dieser Rezension vorkommenden Begriffe Häuser und Park für die beiden Feldarten kommen in der Anleitung nicht vor, scheinen nur im Kontext logisch.

Die Harmonie-Marker und die Felder selbst werden einfach als schwarz und grün bezeichnet. Da stellt sich die Frage, ob es das Thema überhaupt gebraucht hätte und es dann im Umkehrschluss nicht vielleicht auch schönere Farbfelder getan hätten. Dem abstrakten Puzzlespiel hätte das keinen Abbruch getan.

Gut solo spielbar
Es gibt bis auf die Reihenfolge der zu spielenden Karten keine Interaktion, jeder puzzelt vor sich hin, was „Tangram City“ solo gut spielbar macht. Zugleich könnte es dem einen oder anderen aber auch zu viel Puzzle und zu wenig Spiel sein. Wer Lust auf eine Partie „ganz ruhiges Spiel“ hat und früher schon Spaß mit Tangram hatte, ist hier dennoch bestens aufgehoben.
Interesse an noch mehr Städtebau-Spiele? Da gäb’s so einiges: „Shake that City“, „My City“, „My City – Roll & Write“, „Dorfromantik“, „Cities“ oder „Cities – Skyline“.



























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