Die Metropolen der Welt sind in „Cities“ unsere Baumeister-Bühne. In New York, Lissabon, Venedig, Rio de Janeiro, Sydney, Mexiko-Stadt, Barcelona und Buenos Aires wollen wir tüfteln, puzzeln und vor allem: hoch hinaus! „Cities“ vereint simple Auswahlmechanismen mit Set-Sammeln und Plättchenpuzzle. Das macht Spaß und war zurecht auf der Nominiertenliste für das Spiel des Jahres 2025.

  • Autor: Steve Finn & Phil Walker-Harding
  • Illustration: Jorge Tabanera
  • Spielerzahl: zwei bis vier
  • Alter: ab zehn Jahren
  • Dauer: 45 Minuten
  • Lustige Startspielerbestimmung: keine
  • Verlag: Kosmos

Ins Spielbrett legen die Architektinnen einen von vier doppelseitigen Stadtentwicklungsplänen. Sie zeigen Ziele, die Siegpunkte bringen und für alle erfüllbar sind. Nach und nach wandern weitere Komponenten auf den Spielplan, wobei sich dieser Aufbau für jede Runde wiederholt. Zu zweit werden vier, zu dritt und viert acht Runden gespielt.

Mit Baumeisterfigur Aktion festlegen

Jeder Spieler erhält ein Startfeld, seine Marker und Baumeisterfiguren mit Helm und schon kann’s losgehen. Reihum setzen die Stadtplaner eine ihrer vier Figuren auf ein Feld der Auslage, die ein vier mal vier Raster bildet. Die ersten drei Felder jeder Reihe sind mit offenen Karten und Plättchen belegt, die letzte Spalte bringt immer eine Überraschung in Form von verdeckten Karten oder Plättchen.

Die einfache Regel: Bereits besetzte Felder sind nicht nochmal nutzbar und in jeder Reihe darf die eigene Farbe nur einmal stehen. Alles, was eine Spielerin bekommt, muss sie sofort verbauen, geht das nicht, kommt das Material aus dem Spiel.

Nach und nach entsteht Stadttableau

In Reihe eins sind Auftragskarten zu finden. Diese sammelt man vor sich und versucht, die eigene Stadt so zu planen, dass möglichst viele davon Punkte bringen. Das kann für bestimmte Gebäudefarben, -höhen oder -konstellationen sein. Auch Seen oder Parks können beim Punktescheffeln helfen.

Die wiederum sind Teil der quadratischen Stadtfelder, die immer aus vier Teilen bestehen. In wechselnder Konstellation sind das neben blauen Seen und grünen Parks auch noch Bauplätze in den Farben gelb, grün, rot und blau. Die Stadtfelder bilden nach und nach mit dem Startplättchen ein „Drei mal drei“-Raster.

Hochhäuser bauen, Stadt dekorieren

Auf diese Felder darf nun gebaut werden! Entweder landen dort die Plättchen, die in der nächsten Reihe liegen. Deren Platzierung ist simpel den Hintergrundfarben folgend: blau auf See, grün auf Park, grau auf Bauplatz. Grob gesagt dekorieren wir mit ihnen unsere Stadt – unter anderem mit Leuchtturm, Karussell oder Denkmälern.

In der letzten Reihe kommen wir endlich zum Hausbau! Bis zu vier Gebäudeteile kann man hier ergattern. Auch hier wird farblich passend gebaut. Das gelbe Haus muss auf den gelben Bauplatz oder auf ein gelbes Haus, grün auf grün und so weiter. Einzige Ausnahme: Bei den grauen Plättchen von der vorherigen Reihe gibt es auch braune Bauplätze, auf denen alle Farben stehen dürfen. Häuser dürfen maximal vier Stockwerke haben.

Tüfteliger Puzzlespaß

Wer bei den Gebäudeteilen das Überraschungsfeld in der letzten Spalte wählt, darf zwei Teile aus dem Beutel ziehen und ist außerdem Startspieler in der nächsten Runde – was ein nicht zu unterschätzender Vorteil sein kann.

All das wiederholt sich acht Runden lang und ist ein tüfteliger Puzzlespaß, bei dem es am Ende Punkte regnet – für Auftragskarten, Denkmäler und Dekorationen auf Seen und in Parks. Hier kommt das Set-Sammeln ins Spiel – je mehr Plättchen mit unterschiedliche Motiven in einem See oder Park liegen, desto mehr Zähler gibt’s.

Central Park oder Canale Grande?

Und dann wären da noch die Stadtentwicklungspläne, die je nach City variieren: In New York wollen wir den Central Park und Wolkenkratzer, in Venedig dagegen den Canale Grande und viele Brücken. Acht verschiedene Pläne gibt es. Wer ein Ziel zuerst erfüllt, erhält die meisten Punkte, die Folgenden entsprechend weniger.

„Cities“ ist ein unaufgeregtes, gutes Spiel, das keine hohe Einstiegshürde hat. Das Material ist von Jorge Tabanera detailverliebt gezeichnet, die Symbolik ist klar. Die Runde kommt schnell in einen guten Spielfluss.

Zu zweit kurz und knackig, mehr Reiz mit mehr Spielern

Im Spiel zu zweit haben die Duellanten zu Beginn acht Figuren und setzen in jeder Runde zwei pro Reihe ein. Darum ist „Cities“ zu zweit von Vielspielern schnell runtergezockt, das muss keine 20 Minuten dauern. Es verliert aber in der Duo-Besetzung ein wenig an Reiz. Denn am Ende einer Runde ist immer klar, wer was bekommt, da werden teils nicht mal mehr Meeple gesetzt. Spaß am Puzzlen hatten wir trotzdem.

Zu dritt und viert über acht Runden kommt „Cities“ besser an, dauert länger und stellt häufiger vor das typische Dilemma, alles zuerst machen zu wollen. Wohlwissend, dass man jetzt zwar eine gute Wahl bei den Aufträgen getroffen hat, aber der beste Platz bei den Gebäudeteilen im nächsten Umlauf sicher schon wieder besetzt ist. Das frustriert aber nicht wirklich, weil es allen so geht. Dank der erfreulich flotten Spielzeit lässt sich auch gern noch eine Runde anhängen.

Weitere Spiele zum Thema

Wer noch ein paar mehr Spiele rund um Städtebau sucht, kann sich hier durchklicken: „Cities – Skylines“, „My City“, „My City – Roll&Write“, „Dorfromantik„, „Shake that City“.

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