„Artengarten“, erschienen im Feuerland-Verlag, hat bei der Spiel 2026 den Deutschen Spielepreis gewonnen. Das freut nicht nur Verlag-Geschäftsführer Stephan Rink, sondern auch den Autor Mathias Wigge, der damit seinen Erfolg mit dem komplexeren Vorgänger „Arche Nova“ – Preisträger 2022 – wiederholen konnte.

Die Geschichte von „Artengarten“ ist schnell erzählt. Bei Feuerland gab es den Wunsch, in der Welt von „Arche Nova“ ein Familienspiel anzusiedeln. „Ein Familienspiel ist es nicht, dazu ist es immer noch zu komplex. Aber es war das beste, was Mathias tun konnte“, erzählt Rink bei der Preisverleihung mit einem Lachen.
Später ergänzt er: „Wir wussten schon vor der Veröffentlichung, dass es ein sehr gutes Spiel ist, waren begeistert und haben es im Verlag gern gespielt. Das ist für uns ein guter Indikator.“ Trotzdem ist die Überraschung und Freude darüber, dass die Brettspiel-Community auch „Artengarten“ auf Platz eins gewählt hat, groß bei Feuerland. Für Wigge bedeutet der Preis „extrem viel, es fühlt sich einfach toll an“. Denn der Publikumspreis steht dafür, dass „jede Menge Leute“ für sein Spiel gestimmt haben.

„Im Herzen ein kompetitiver Spieler“
Wigge ist, wie er sagt, „im Herzen ein sehr kompetitiver Spieler“, weshalb er „Arche Nova“ noch mehr mag als „Artengarten“. „Aber ich habe sehr viel Spaß mit beiden Spielen, von denen jedes seine eigene Zielgruppe hat“, wie er betont. „Arche Nova“ siedelt Wigge „an der Grenze zwischen Kenner- und Expertenspiel an“, während „Artengarten“ die Brücke schlage vom Familien- zum Kennerspiel.

In beiden errichten die Spieler nach und nach einen modernen Zoo, füllen ihn mit Leben, sprich: Tieren, und Gehegen und Gebäuden. Das geschieht aber in den ausgezeichneten Spielen auf unterschiedliche Art und Weise. Feuerland-Grafikdesigner Christof Tisch zieht einen Vergleich: „Es gibt zwar Ähnlichkeiten, aber auch Unterschiede. Der Fokus ist ein anderer. Es freut uns, dass auch ,Artengarten’ bei den Spielern so gut ankommt.“
Lieblingstiere finden
Der Autor hat bei der Arbeit an „Artengarten“ festgestellt: „Es war gar nicht so einfach, ,Arche Nova’ zu reduzieren. Denn das Spiel sollte mir selbst auch noch Spaß machen.“ Und Wigge mag es nun mal gern eher anspruchsvoller, fügt aber direkt an: „Ich habe Respekt vor allen, die hervorragende Familienspiele machen.“

Wie Rink berichtet, soll schon beim Aufbau sozusagen „jeder sein Lieblingstier finden können – es ist eine breite Auswahl“ in der Schachtel. Wichtig beim Design war eine realistische Illustration. „Es hilft bei ,Artengarten’ wie auch schon bei ,Arche Nova’, die richtige Atmosphäre entstehen zu lassen“, erklärt der Geschäftsführer. Wunderschöne Tierbilder zeichnen beide Spiele aus. Laut Rink hilft das fotorealistische Design bei der Klarheit und Verständlichkeit der Regeln. Und von denen gibt es viele – und auch viel Material. „Artengarten“ kommt im versiegelten Zustand mit mehr als drei Kilogramm Material daher.
Schwarzer Panther und Panzernashorn
Versteckt sich auch das Lieblingstier des Autoren in „Artengarten“? „Das wäre der Schwarze Panther, aber den gibt’s, glaube ich, in keinem Spiel“, mutmaßt Wigge und vermutet, dass es daran liegt, dass die eleganten Raubkatzen keine eigene Art, sondern eine genetische Besonderheit bei Jaguaren oder Leoparden sind. „Wenn ich mich aber für ein Tier in ,Artengarten’ entscheiden müsste, ist es das Panzernashorn“, sagt der Autor.
Was sein nächstes Projekt sein wird? „Diesmal wird es thematisch etwas anderes als ,Artengarten’ und ,Arche Nova’. Vielleicht Freizeitparks? Aber das Thema steht noch zur Diskussion, das entscheidet man als Autor ja nicht allein“, erzählt er. Und auch wenn es sich thematisch anbieten würde – ein Familienspiel wird’s wieder nicht werden. Denn Wigge verrät schon: „Es geht ins Expertengenre.“





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