Mit „Evergreen – Cherry Blossoms and Bamboo“ ist inzwischen die dritte Erweiterung des wunderbaren „Evergreen“ erschienen. Bereits länger erhältlich sind „Giant Tress and Mushrooms“ sowie „Pines and Cacti“. Allen drei „Evergreen-Erweiterungen“ ist gemein, dass sie zusätzliche Module ins Spiel bringen, die beliebig kombinierbar sind und jeweils einen neuen Dreh ins lieb gewonnene Spiel bringen.

Wichtig ist am Ende nur, dass sechs Module am oberen Spielfeldrand bereit liegen. Das bedeutet, jede Erweiterung deckt eine Funktion aus dem Standardspiel ab, nimmt man beispielsweise die Kirschbäume ins Spiel, können die Büsche wegfallen. Dafür sortieren die Spielenden auch die entsprechenden Biomkarten des ersetzten Moduls aus dem Kartenstapel und fügen die des neuen Moduls hinzu.

Grundregeln bleiben bestehen
Um die Grundregeln nicht noch einmal komplett zu erklären, sei hier auf die Rezension des Basisspiels verwiesen, wo Zwischen- und Schlusswertung mit Biomkarten, Wachstum und Lichtauswirkung der wandernden Sonne erklärt ist.

Beginnen wir mit eben jenen Kirschblüten, die natürlich – wie könnte es bei Evergreen anders sein – als Kirschbäume ins Spiel kommen. Farblich passend übrigens in Rosa. Auch ein Kirschbaum wächst aus zuvor platzierten Spross, wenn eine Spielerin die entsprechende Biomkarte wählt.
Mehr Punkte dank Kirschbaum
Kirschbäume haben eine Höhe von eins wie die kleinen Bäume aus dem Grundspiel und beschatten ein Feld hinter sich. Bekommt ein Kirschbaum Sonne ab, bringt er zwei Punkte, außerdem zählen die Bäume beim größten zusammenhängenden Wald mit.
Kirschbäume sind gut für die Fruchtbarkeit des Bioms. Das bedeutet zweierlei: Wenn am Ende die großen Bäume mit den Blumen der Biomkarten multipliziert werden, erhöht jeder Kirschbaum die Zahl der großen Bäume um eins. Es muss aber mindestens ein großer Baum vorhanden sein. Nur Kirschbäume zählen nicht.

Bambus wächst so vor sich hin
Und dann bringen die Biomkarten der Kirschbäume noch einen spannenden Twist in die Schlusswertung: Sie zählen so viele Fruchtbarkeitspunkte wie insgesamt Karten im Stapel des Bioms liegen. Hat also das Wüstenbiom drei Karten zur Kirschbaumkarte, bringt die Kirschbaumkarte selbst vier Punkte. Ist sie die einzige Karte, bleibt es bei einem Punkt.
Teil zwei der neusten Erweiterung, der Bambus, ist weit weniger erfreulich als die Kirschbäume. Es gibt ihn klein und groß, wie die Bäume aus dem Grundspiel. Bambus sollte am Ende einer Jahreszeit im Schatten eines Baums liegen, sonst wächst er unaufhaltsam weiter und beschattet möglicherweise dann weitere Bäume.
Bambus verringert Fruchtbarkeit
Ein kleiner Bambus – Höhe eins – braucht keinen Spross, um zu wachsen, er kann direkt gepflanzt werden. Ist er am Ende der Jahreszeit im Licht, wird ein großer Bambus – Höhe zwei – draus. Beide Bambus-Arten bringen keine Punkte bei den Zwischenwertungen mit Licht und Schatten. Jeder Bambus kann den größten Wald vergrößern.

Bei der Fruchtbarkeitswertung am Ende verringert jede Bambuskarte die Anzahl der Blumen des Bioms um eins. Er zählt bei der eigentlichen Fruchtbarkeitswertung (Blumen mit Anzahl der großen Bäume multiplizieren) nicht mit. Aber jedes Biom, in dem ein Bambus wächst, ist zwei Punkte wert.
Riesenbäume in einer der „Evergreen-Erweiterungen“
Nächste Erweiterungsbox: „Giant Trees und Mushrooms“. Mit dem Effekt der Karte mit dem „Giant Tree“-Symbol können große zu Riesenbäumen werden. Es ist aber auch möglich, einen „normalen“ Wachstumseffekt – Spross zu kleinem Baum, kleiner Baum zu großem Baum – zu nutzen. Der Baumgrößen-Logik folgend, haben Riesenbäume die Höhe drei und werfen drei Felder Schatten. Von Sonnenstrahlen beleuchtet bringen Riesenbäume bei der Zwischenwertung fünf Zähler.
Bei der Schlusswertung sind diese Biomkarten so viele Blumen wert wie die darunter liegende Karte. Die Riesenbäume selbst sind doppelt so viele Punkte wert wie Blumen im Biom sind. Bei drei Blumen zählt also jeder Riesenbaum sechs Punkte.
Schattengewächse: kleine und große Pilze
Pilze wachsen nur im Schatten, den wir bei „Evergreen“ ja sonst immer vermeiden wollen. Sie wachsen am Ende der Sonnenwertung zum großen Pilz. Die kleinen Einzelpilze bringen zwei, die großen Vertreter vier Punkte. Sie werfen keinen Schatten, zählen aber auch nicht zum größten Waldgebiet.
Zu guter Letzt hätten wir noch „Pines and Cacti“ und holen Kiefern und Kakteen auf unseren Planeten. Eine kleine Kiefer wächst wie gewohnt aus einem Spross. Das Besondere an den Kiefern: Ist eine kleine Kiefer – Höhe eins, ein Feld Schatten – bei der Zwischenwertung im Schatten, wächst sie sofort zu einer großen Kiefer heran mit einer Höhe von zwei und genauso vielen Feldern Schatten.
Von Kiefern und Kakteen
Jede Kiefer bringt einen Punkt, wenn sie von der Sonne berührt wird und einen Punkt für den größten Wald, egal ob groß oder klein. Jede große Kiefer zählt in der Schlusswertung wie ein großer Baum.
Jetzt noch die Kakteen. Auch ihre Biomkarten reduzieren die Anzahl der Blumen im Biom für die Schlusswertung – das kann den Fruchtbarkeitswert eines Bioms sogar unter Null senken.
Kein Schatten für Kakteen
Ein Kaktus braucht keinen Spross, er wächst direkt auf dem Planeten. Bei der Sonnenwertung gehen alle Kakteen ein, die im Schatten stehen. Kakteen haben eine Größe von Null und werfen keinen Schatten, sind aber einen Punkt wert, wenn sie bei der Zwischenwertung im Licht stehen.
Jede der insgesamt sechs Module bringt einen eigenen Dreh in eine Partie „Evergreen“, man sollte es aber mit den Zusatzregeln nicht übertreiben, sonst wird es unübersichtlich. Die Erweiterungen eignen sich viel mehr bestens dazu, das Grundspiel immer wieder zu variieren, ohne es zu überfrachten. Ausgesprochen hilfreich sind die verschiedenen Übersichtskarten, die symbolisch einfach erklären, was welches Gewächs wann auslöst.
Tolle Tischpräsenz, tolles Spiel

Wer „Evergreen“ mag, macht mit keiner der drei Erweiterungen etwas falsch. Wie üblich ist das Material großartig, die Tischpräsenz zum Ende einer Partie ist und bleibt toll. Klare Empfehlung für mehr Bäumchen auf dem Spieltisch!

























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