Waldland: Forst mit viel Flora und Fauna

Hat noch wer gerade das Bedürfnis nach Natur und Ruhe? Dann ab an den Spieltisch und „Waldland“ von Tim Eisner ausgepackt! Denn das wunderschön illustrierte Spiel, bei dem wir mit Karten und Baumteilen einen ausgesprochen belebten Wald wachsen lassen, unterhält bestens. Tim Eisner hat dafür sein Zwei-Personen-Spiel „Baumkronen“ aufgebohrt und eine tolle Mehrspieler-Version mit Tableau, dreidimensionalen Bäumen und Varianz in den Mechaniken aber identischem Draft-System gemacht.

  • Autor: Tim Eisner
  • Illustration: Vincent Dutrait
  • Spielerzahl: eins bis vier
  • Alter: ab zwölf Jahren
  • Dauer: 90 Minuten
  • Lustige Startspielerbestimmung: wer zuletzt eine Pflanze gegossen hat
  • Verlag: Piatnik

Jeder am Tisch bekommt ein Starttier sowie per Spielplan einen eigenen Waldabschnitt, auf dem Lichtungen Platz für Bäume bieten. Außerdem sind dort auch die Zählleisten für Nahrung und Siegpunkte zu finden.

Karten „durchforsten“ bei „Waldland“

In der Tischmitte warten je nach Anzahl der Spieler unterschiedlich viele Sammelplätze mit verdeckten Waldkarten sowie die Tierauslage mit drei offenen Karten. „Waldland“ wird in drei Runden gespielt, in denen alle reihum mehrmals dran sind.

Der aktive Spieler wählt einen der verdeckten Kartenstapel und sieht ihn sich an. Achtung – Wortwitz: Die Anleitung nennt das „durchforsten“. Möchte er die Karten behalten, muss er sie auch zwingend alle nutzen.

Negative Effekte vermeiden

Will er die Karten nicht, weil ihm zu viele negative Effekte enthalten sind, legt er sie zurück, eine weitere verdeckte Karte dazu und sucht sich den nächsten Stapel aus. Er darf maximal drei Stapel ansehen. Ist der letzte auch nicht zufriedenstellend, kann der Spieler nur noch eine Karte vom Nachziehstapel nehmen und entscheiden, ob er die verwendet oder in diesem Zug leer ausgeht.

Der nächste Spieler kann sich dann erneut aussuchen, mit welchem Stapel er beginnen will. Man wählt gerne einen mit vielen Karten, in der Hoffnung, dass viel sprießt und gedeiht.

Dreidimensionale Bäume wachsen

Vor allem wollen wir auf unserem Waldstück dreidimensionale Bäume wachsen lassen. Das geschieht mit zwei Kartenarten, der Wurzel- und Stamm- oder der Wipfelkarte. Mit der ersten darf man entweder eine Wurzel auf dem eigenen Tableau platzieren oder auf eine bestehende Wurzel ein weiteres Stück eines Baumes aufsetzen.

Die Bäume können beliebig hoch wachsen, bringen allerdings erst Punkte, wenn sie mit einem Wipfel abgeschlossen sind. Als Hobby-Förster möchte man den Wipfel frühstens als drittes Teil setzen, denn können fertige Bäume auch noch Bonusplättchen abwerfen, die für die Rundenwertung hilfreich sind.

Wetter und Pflanzen im „Waldland“

Es gedeiht aber noch mehr zwischen den Bäumen. Heidelbeeren und Pfifferlinge dienen als Nahrung für anzulockende Tiere. Mausschwanzmoos, Salal und Waldlilie bringen Siegpunkte, wenn man mehr als eine Karte hat. Weil es im Wald immer auch Wetter gibt, können die Spieler auch Regen und Sonne „sammeln“. Bei allen gilt: je mehr, je besser.

Tannenzapfen können am Ende einer Runde zusätzlich Karten bringen. Und dann wäre da noch die Hitzewelle oder gar der Waldbrand, die sofort oder beim Rundenende Karten zerstören können.

Tiere mit Fähigkeiten

Zu Beginn eines Zuges ist es auch möglich, mit genug Nahrung Tiere anzulocken. Wir übersehen mal, dass sich Puma und Wolf auch von Pfifferlingen ernähren, und freuen uns lieber an den Karteneffekten: Das sind entweder Siegpunkte am Runden- oder Spielende oder eine Tierfähigkeit, die Auswirkungen auf die Auswahl der Waldkarten hat und pro Runde einmal eingesetzt werden darf.

Der Fuchs blockiert beispielsweise das Ansehen eines Kartenstapels. Wer den Stapel verdeckt nimmt, bringt dem Besitzer des Fuchses eine Nahrung. Andere sorgen dafür, dass der, der den Stapel wählt, Nahrung verliert. Der Otter kann eine bereits genutzte Fähigkeit eines anderen Tieres kopieren. 15 Tiere stehen zur Wahl.

Zwischenwertung nach jeder Runde

Wenn die Waldkarten aufgebraucht sind, endet die Runde. Bei der folgenden Zwischenwertung punkten der höchste Baum, die Pflanzensets, einige Tierfähigkeiten und die Wetterkarten. Wer den höchsten Baum hat, darf seinen Wipfel durch eine Wipfel-Trophäe ersetzen. Diese zeigt an, dass der Baum in der nächsten Runde nicht mehr auf der Suche nach dem größten Baum zu werten ist.

Bei Sonne und Regen möchte ein Förster möglichst ein Gleichgewicht an Symbolen haben, denn für jedes Set aus Sonne und Wassertropfen gibt es einen Punkt. Wer die meisten Sets hat, wird zusätzlich belohnt.

Tierkreislauf für Schlusswertung

Nur die Bäume auf dem Tableau und die Tiere bleiben beim Spieler, alle anderen Karten kommen weg und bilden den neuen Nachziehstapel für die nächste Runde.

Nach der dritten Runde gibt es bei der Schlusswertung noch Zähler für übrige Nahrung und Tiere der gleichen Familie – von jedem Tier gibt es drei Karten – oder mit zueinander passenden Symbolen. Dann die Tiere können mit den Symbolen eine Art Kreislauf bilden. Je mehr Symbole man davon gesammelt hat, desto besser.

Tolles entspanntes spiel mit schönem Material

„Waldland“ ist ein tolles, entspannendes Spiel, bei dem wir uns höchstens mal über die Kartenauslage ärgern, weil wir uns verzockt haben und besser den Stapel davor genommen hätten. Das Material ist großartig, gut an die Anzahl der Spieler anpassbar und auch noch prima in kleinen, mitgelieferten Schachteln zu verstauen. Das sorgt für erfreulich viel Ordnung in der Box. Hinzu kommt eine Solo- und Fortgeschrittenenvariante und viele Erläuterungen und Infos zu den Karten.

Trotz einiger Regeln, die es zu bedenken gibt, spielt sich „Waldland“ flott, wenn die Kartenauswahl und die Phasen eines Zuges verinnerlicht sind. Die einhellige Meinung am Ende der Testrunden: Wir gehen gern wieder das „Waldland“ erkunden.

Aus der Reihe

Die Rubrik trifft es nicht ganz, aber „Waldland“ ist der große Bruder vom Zwei-Spieler-Spiel „Baumkronen“. Der Vorgänger ist bei Kosmos erschienen.

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