Was passiert denn hier? Im Tempel geht’s richtig rund. Im wahrsten Sinne des Wortes. Auch wenn die angesprochene heilige Stätte in „Temple Twist“ aus dem Hause Kosmos quadratisch daherkommt. In Kooperation, mit ein bisschen Hilfe durch Karten und etwas Glück muss man den Würfel rechtzeitig zum Ausgang bringen. Das gelingt nicht immer.

Na sowas: Da liegt ja gar kein Brett auf dem Tisch. Stattdessen hat man ein quadratisches Gebilde dastehen. Aus stabilem Karton, mit diversen Stufen im Innenleben, etlichen Ausstanzungen im Karton und einem Ausgang. Das alleine fasziniert schon mal bei „Temple Twist“.

Rucksack-Würfel markiert Standort
Bei dem Spiel ist Teamarbeit gefragt. Gemeinsam muss man die aufgedeckten Räume erforschen und den Tempel dann durch die Tür verlassen. Und das alles, bevor einem die Handkarten ausgehen. Denn diese sind die Energie, die der Gruppe zur Verfügung stehen, um den Tempel zu erkunden.

Der bereits angesprochene Würfel ist der Rucksack, den man mit sich schleppt. Er markiert den aktuellen Standort der Forschergruppe im Tempel. Der Würfel wird dadurch im Tempel bewegt, dass man mithilfe der Aktionskarten den Tempel immer schön seitwärts in 90-Grad-Schritten dreht oder Wände ein- und ausbaut. Doch aufpassen: Dabei darf der Würfel nicht berührt werden.
Räume erforschen, dann zum Ausgang
Liegt der Würfel am Ende eines Zuges in einem der zu erforschenden Räume, ist diese Entdecker-Aufgabe hiermit erledigt. Sind alle Räume gemäß der Aufgaben erforscht, darf man sich zum Ausgang aufmachen. Um das Abenteuer erfolgreich zu beenden, muss der Würfel im entsprechenden Raum mit dem Ausgang liegen.
Das klingt erstmal einfach. Allerdings schreibt die Regel vor, dass die Spieler sich nicht über die Aktionskarten, die sie auf der Hand hat, unterhalten dürfen. Erlaubt ist aber, dass sie gemeinsam überlegen, welchen Raum sie wann erforschen wollen. Vor oder nach dem Ausspielen einer Karte sind noch verschiedene Ausrüstungsplättchen nutzbar.
Zusätzliche Schwierigkeiten steigern Herausforderung
Das Grundspiel bietet schon einen großen Spaß. Kann man das Einsteigerlevel noch relativ einfach meistern, so geht es danach schon mehr zur Sache. Zusätzliche Raumkarten sowie die Integration von Herausforderungskarten bringen zusätzliche Schwierigkeiten, aber auch gute Variationen ins Spiel.
Dann kann „Tempel Twist“ schnell vorbei sein, wenn der Würfel in dem Raum landet, den die Gruppe gar nicht betreten darf. Eine kleine Hilfe: Für jede zusätzliche Raumkarte und jeder Herausforderungskarte bekommt die Gruppe zwei zusätzliche Aktionskarten.
Expeditionsvariante bei „Tempel Twist“
Eine weitere Variante ist die Expedition. Diese funktioniert ebenfalls auf Basis des Grundspiels. Expeditions- ersetzen die Herausforderungskarten. Diesmal muss sich die Entdeckertruppe zusätzliche Aktionskarten mithilfe des Würfels erspielen.
Zudem gibt es das Ausrüstungsplättchen „Würfel aktivieren“, das die Spieler einmal pro Expedition nutzen dürfen. Der „Rucksack“ muss dafür in die Kammer des Schicksals. Dann sich die Gruppe für eine der beiden Seiten des Würfels entscheiden, die zu sehen ist, um sie zu nutzen.
Noch mehr Nervenkitzel für Profis
Hat die Forschergruppe dabei noch nicht genügend Nervenkitzel verspürt, hätten wir noch eine Profi-Variante im Angebot. Dabei sind zusätzliche Aktionskarten streng limitiert.

Wer eine leichte Affinität für Indiana Jones oder Lara Croft sowie deren Abenteuer in Filmen oder Computerspielen hat, wird bei „Temple Twist“ mit Sicherheit auf seine Kosten kommen. Okay, keiner muss selbst in irgendeinen Urwald reisen, wir bauen einfach das Spiel auf dem Tisch auf. Aber die Spieler tauchen gemeinsam in die Welt der Forscher und Abenteurer ein. Am Ende ist die Erleichterung groß, wenn der Würfel im richtigen Raum mit dem Ausgang liegt.
Ein „Tempel Twist“, viele Meinungen
Mit den zahlreichen Varianten und zusätzlichen Herausforderungen kann die Gruppe locker einen ganezn Abend im Tempel verbringen und versuchen, die Rätsel Stück für Stück zu lösen. Kooperation und Interaktion gibt es genügend, auch wenn die Personen am Tisch nicht über den Inhalt der Aktionskarten sprechen dürfen. Es ist spannend, wie viele unterschiedliche Meinungen es geben kann, wo der Würfel bei welchem Dreh im Tempel landen wird. „Temple Twist“ ist auch für Solo-Spieler einen Versuch wert.
Das Material ist gewohnt stabil und auch noch schön illustriert. Da vergessen wir doch fast, dass wir nur am Spieltisch sitzt und nicht doch in irgendeinem Urwald auf dene Spuren von Indiana Jones oder Lara Croft unterwegs sind. Und nur, weil das an dieser Stelle unbedingt gesagt sein muss: „Tempel Twist“ ist komplett schlangenfrei. Nur, falls Indiana Jones wen fragt.




















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