Panda Royale: Die große Würfelparty

Ich habe es an der einen oder anderen Stelle schon mal erwähnt, aber ich mag wirklich gerne viele Würfel. Warum „Panda Royale“ trotzdem relativ lange an mir vorbeigegangen ist, kann ich leider nicht erklären. Dafür bin ich jetzt um so begeisterter davon: Tolles Spielkonzept, ein sehr, sehr großer Beutel mit sehr, sehr vielen Würfeln, schnell gespielt und zur faulen Not rechnet der Handy-Taschenrechner – probiert das aus, es ist ein wunderbares Spiel!

  • Autor: Nathan & Jake Jenne
  • Illustration: Nathan Jenne
  • Spielerzahl: zwei bis zehn
  • Alter: ab acht Jahren
  • Dauer: 20 bis 30 Minuten
  • Lustige Startspielerbestimmung: alle spielen gleichzeitig
  • Verlag: Spiel das!/Devir/Last Night Games

Nur ausgesprochen kurz möchte ich auf das völlig unnötige Thema eingehen: Panda-Clans feiern Frieden und Wohlstand mit einem Mittsommerfest. Irgendwann gibt’s einen Wettbewer um Rum und Ehre, wofür Pandas ins Team zu wählen sind. Realistisch betrachtet: Wir wählen Würfel aus. Punkt. Selbst in der Anleitung sind die Würfel Würfel und keine Pandas. Erst in der ersten Erweiterung kommen wilde, unterstützende und weise Pandas dazu. Es braucht dieses Thema aber auch wirklich nicht. Es ist auch so ein großartiges Spiel.

„Panda Royale“ beginnt mit einem einzigen Würfel für jeden

Darum: Weg mit dem Thema, ran an den Aufbau, der noch gar nicht so viele Vielseiter bereithält. Jeder kriegt einen gelben W6 und ein Blatt vom Spielblock. Restliche Würfel im Beutel, je nach Anzahl der Personen ein bis vier Mitleidswürfel. Fertig. In der Folge gibt’s in jeder Runde einen weiteren Würfel, bis wir am Ende mindestens zehn rollen lassen.

Aber erst nochmal zurück zu Runde eins: Alle würfeln den gelben W6. In der ersten Reihe des Spielblocks ist auch nur das gelbe Feld auszufüllen. Wer den höchsten Wert eingetragen hat, erhält den lachenden Panda. Gibt es einen Gleichstand, würfeln die Beteiligten so lange, bis einer gewinnt – das hat aber keine Auswirkungen auf den eingetragenen Wert.

Von Mitleidswürfeln und der Würfelwahl

Der oder die Spieler mit den niedrigsten Werten erhalten einen Mitleidswürfel in Form eines rosafarbenen W12, der helfen soll, Rückstände aufzuholen. Das tut er – ganz Glücksspiel – mal besser und mal schlechter.

Der Träger des lachenden Pandas zieht nun Würfel aus dem Beutel – einen mehr als Menschen am Tisch sitzen. Mögliche Farben sind rot, blau, grün, lila, gelb und klar und es sind W4 bis W20. Der Panda-Besitzer sucht sich zuerst einen Würfel aus. Danach legt der gewürfelte gelbe Wert fest, wer als nächstes wählt. Bei Gleichstand ist diesmal der dran, der im Uhrzeigersinn näher am Panda-Besitzer sitzt. Der übriggebliebene Würfel landet wieder im Beutel.

Zehn Runden, immer mehr Würfel

Danach würfeln alle ihre Würfel der aktuellen Runde inklusive eines möglichen Mitleidswürfels. Ab sofort läuft jede Runde nach dem exakt gleichen Schema ab. Der Panda-Token wird vergeben. Alle rechnen für ihre Würfel ihre Punkte aus und tragen sie auf ihrem Blatt ein. Die Mitleidswürfel werden wieder an die mit dem schlechtesten Gesamtergebnis verteilt. Dann kommt der Effekt des klaren Würfels zum Tragen. Danach folgt die nächste Würfelwahl und die nächste Runde beginnt.

So – und jetzt kommen wir endlich zum wichtigsten Punkt: Was können diese ganzen Würfel denn nun eigentlich? Die gelben – W6 vom Start oder W8 – beeinflussen, wer zuerst Würfel wählen darf, was eine nicht zu unterschätzende Fähigkeit ist.

Wilde Würfelwertung bei „Panda Royale“

Ganz simpel ist’s bei rosafarbenem Mitleids-W12 und den grünen W20: Werte addieren, Summe aufschreiben, fertig. Lila sind W8 und W12. Eine Spielerin darf die Summe aller lilafarbenen Würfel bei der Wertung verdoppeln. Super, wenn sie zwei Zwölfer würfelt. Bei zwei Einsern… nun ja…

Auch die blauen Würfel – W6, W8 und W12 – darf sie verdoppeln, aber nur, wenn ein Würfel mit Glitzer dabei sind und die sind im Verhältnis zu den anderen blauen gar nicht sooo häufig.

Rote Würfel: Schwarz oder weiß ist die Frage

Am kompliziertesten wird es bei den roten W6 und W8. Jeweils die höhere Hälfte der Zahlen sind weiß, die andere Hälfte schwarz. Ein Spieler mit roten Würfeln addiert jeweils schwarze und weiße Zahlen und multipliziert das Ergebnis mit der Anzahl der roten Würfel. Das kann herausragende Runden mit 190 Punkten bringen – oder mit Pech sogar in Minuswerte abrutschen. Kleiner Tipp am Rande: Lasst nicht einen am Tisch die Roten sammeln. Mit dem richtigen Wurf macht er euch damit platt. Wirklich platt.

Bleiben nur noch die klaren W6. Auch bei ihnen zählt einfach nur die Summe. Danach darf eine Spielerin einen klaren Würfel mit einem Würfel eines Gegners vertauschen, sich also beispielsweise den fehlenden blauen Glitzerwürfel holen.

Hoffen auf den guten Tausch mit klaren Würfeln

Jeder, der einen klaren Würfel hat, darf tauschen, der Panda-Besitzer ist als letzter dran, hat so die Chance auf den besten Tausch am Ende der Runde. Das gilt logischerweise aber nicht für klare Würfel, die in dieser Runde schon den Besitzer gewechselt haben, die sind bei der Tauscherei bis zur nächsten Runde außen vor.

So sammeln und tauschen wir uns durch zehn Runden, bis wir am Ende tatsächlich mit zehn oder mit Mitleidswürfel gar elf Würfeln würfeln und auf bestmögliche Ergebnisse hoffen.

Großer Spaß am Spieletisch

Man kennt es von unser aller liebster Würfelspiele: Es wird herrlich geflucht am Tisch, weil die grünen W20 erstaunlich viele Einser würfeln und plötzlich nur schwarze Zahlen auf den Roten für 21 Minuspunkte sorgen. Geklaute Würfel sorgen für ebenso wenig Begeisterung wie der meisterliche Wurf der Nebenfrau.

Nach zehn Runde rechnen wir die Ergebnisse aller Runden zusammen, die höchste Gesamtsumme gewinnt. Da vergisst selbst die Anleitung, dass es mal eine Panda-Geschichte zu erzählen gab und nun eigentlich ein Panda-Clan am meisten Ruhm und Ehre gesammelt hat. Egal.

Grandioses Würfelspiel: „Panda Royale“

Es ist ein grandioses Würfelspiel, das nebenbei auch noch Kopfrechnen fördert, wenn man nicht mit Handy rechnet. Nebenbei erhöht es den hausinternen Vorrat um mehr als 100 Würfel. Ich mag einfach alles daran, bis auf die Geschichte. Jetzt hör’ ich aber wirklich auf damit.

Lasst uns lieber über noch mehr Würfel reden: die erste Erweiterung. Dunkelgraue Unterstützer- und rot-blaue wilde Würfel kommen in den Beutel und über die übliche Auswahl ins Spiel. Unterstützer werden aber nach der Wahl nicht mehr gewürfelt. Stattdessen legt ein Spieler den Würfel mit der Sechs nach oben vor sich aus. Er steht für sechs Möglichkeiten, einen eigenen Würfel außer den Gelben neu zu würfeln. Für jeden Reroll „verliert“ der Würfel einen Punkt. Nach dem sechsten Reroll ist der Würfel verbraucht und kommt zurück in den Beutel.

Noch mehr Würfel dank erster Erweiterung

Die wilden Würfel sind Joker und können jeden beliebigen Würfel kopieren, den eine Spielerin im eigenen Pool hat. Der wilde Würfel wird also beispielsweise mit den lilafarbenen verdoppelt, kann aber auch immer als weiße Zahl bei den roten Würfeln zählen. Einschränkung: Joker können nicht gelbe oder klare Würfel sein.

Hätten wir noch die Weisheitswürfel, die wie die Mitleidswürfel rosa sind. Es sind Würfel mit Zahlwerten von 00 bis 90 in Zehnerschritten. Wer es in einer Runde schafft, sechs von sieben Spalten auf dem Block mit Werten zu füllen, darf sich einmal pro Partie für die nächste Runde einen Weisheitswürfel nehmen. Hat sich eine Spielerin die Weisheit in Würfelform erst mal verdient, darf den Würfeln in jeder Runde mitwürfeln. Weisheitswürfel kann keiner mit klarem Würfel klauen. Die muss sich schon jeder selbst verdienen.

Zweite Erweiterung auf Deutsch angekündigt

Auf die erste Erweiterung folgte inzwischen das „Mayhem“-Expansion-Set, das (Stand Juli 2026) noch nicht auf Deutsch erschienen, von Spiel das! aber als Chaos-Erweiterung angekündigt ist.

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