Logikrätsel sind meistens mein Ding. Da ist es naheliegend „Got Five!“ auf den Tisch zu bekommen. Denn mit logischem Ausschlussverfahren will jede Spielerin ihre eigenen fünf Zahlen herausfinden. Und das kann schneller zu Ende sein, als man denkt. Oder auch nicht.
Das Spielmaterial ist abgesehen von abwischbarer Schreibtafel, Stift und Sichtschirm überschaubar: 60 Steine in fünf Farben, die verdeckt in der Tischmitte liegen. Die Steine zeigen exakt die Zahlen eins bis 60 und – wichtiges kleines Detail – einen, zwei oder drei Punkte. Außerdem ist die Verteilung der Zahlen sehr ordentlich: Jede Zahl einer Farbe ist fünf größer als die davor. Grün startet mit eins, sechs, elf, Orange mit fünf, zehn, 15 und so weiter. Die anderen drei Farben decken alle Werte dazwischen ab.
Steine mit lustigen Comicaugen
Wem das zu kompliziert klingt, der möge einen Blick auf die Schreibtafel legen, das ist all das schön fein säuberlich in Reihen aufgeschrieben, inklusive der Punkte, die jeder Stein hat.

Die sind übrigens putzig mit lustigen Comicaugen versehen und liegen angenehm in der Hand, auch wenn sie recht klein sind. Die 60 Steine werden verdeckt gemischt in der Tischmitte verteilt.

Eigene Steine nicht anschauen
Zu Beginn zieht jede Spielerin von jeder Farbe einen Stein und legt alle verdeckt vor ihre Spielleiste. Ein Mitspieler sortiert die fünf Steine aufsteigend vom Minus- zum Plussymbol in die Steckplätze der Spielleiste. Alle sehen die Steine der anderen, nur die eigenen nicht.
Zusätzlich deckt einer von jeder Farbe einen weiteren Stein auf. Diese fünf Steine bleiben offen auf dem Tisch liegen. Und schon startet das erste kleine Durchstreichen. Alle für einen Spieler zu sehenden Zahlen sind nicht die gesuchten eigenen fünf, weil es ja jede Zahl nur einmal gibt.

Numerische Deduktion bei „Got Five!“
Ist das von allen hinter ihrem Sichtschirm erledigt, startet die numerische Deduktion. Wer an der Reihe ist, hat zwei Möglichkeiten. Für beide zieht er eine Zahl aus der Tischmitte und legt sie erst mal zu den fünf offenen. Aus diesen sechs Zahlen, darf er nun eine auswählen.
Entweder legt er sie vor seine Spielleiste und bittet einen Mitspieler, sie an die richtige Stelle zu sortieren. Beim Einsortieren schiebt ein Mitspieler den gewählten Stein passend zwischen zwei Steine auf der Spielleiste. Das ist aufschlussreich, um viele Zahlen auszuschließen. Denn ist es wie im unten auf dem Foto zu sehenden Beispiel, hat das zur Folge, dass man bei allen Farben entweder alle höheren oder alle niedrigeren Zahlen wegstreichen kann.
Steine stapeln für Punktinformation
Die zweite Möglichkeit ist – Achtung, schlechter Wortwitz – punktgenauer. Die Spielerin kann den Stein auch auf einen ihrer eigenen stellen und ein Mitspieler muss sagen, ob gleich oder unterschiedlich viele Punkte auf den beiden Steinen zu sehen sind. So kann mit Glück der letzte Rest der farbigen Reihe ausgeschlossen werden, um zu wissen, welches die richtige Zahl ist.
Am Anfang sind es oft große Sprünge, also viele ausgemerzte Zahlen. Nach und nach ist es aber auch immer mehr Glück, ob man die richtigen Steine zur Verfügung hat, um das, was man noch nicht ausgeschlossen hat, noch näher definieren zu können. Ich hatte da auch schon richtig mies laufende Runden.

Wer falsch rät, ist bei „Got Five!“ raus
Am Ende gewinnt, der Spieler, der zuerst seine fünf Zahlen herausgefunden hat. Das kann zum Schluss, wenn klar ist, dass die anderen auch schon ziemlich weit sind, gar in Raterei ausarten. Rät eine Spielerin aber falsch, ist sie raus aus der Partie und muss den anderen beim Fertig-Spielen zusehen.
Es kann aber auch ganz ungleiche Verläufe haben, wenn jemand mehr Glück hat, als die anderen. Dann hat einer nix falsch gemacht und trotzdem erst zwei Zahlen ermittelt, während die Mitspielerin schon kurz vorm Abschluss steht.
Wenige Regeln, viel Wirkung
Wer mit diesen Glückselementen umgehen kann, hat mit „Got Five!“ ein nettes Logik-Deduktionsspiel für Einsteiger, das mit wenigen Regeln viel Wirkung erzielt. Vor allem der Anfang ist ausgesprochen befriedigend, wenn richtig viele Zahlen auf einmal weg sind.
Das Material ist schön und funktioniert prima. Wer danach noch mehr Logik-Detuktion will, kann sich an „Bomb Busters“, Spiel des Jahres 2025, versuchen.


















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