Wir haben’s geschafft! Wir können Dinos klonen. Völlig egal, dass das bei „Jurassic Park“ gar nicht so gut ausgegangen ist. Wir tun’s trotzdem! Und wollen sie natürlich mal wieder möglichst gewinnbringend in Gehen zum Bestaunen unterbringen. „Draftosaurus“ ist ein wunderbares, kleines Draft-Zock-Spielchen, bei dem die Spieler putzige Dino-Figuren auf ihren Tableaus platzieren.
Die Dino-Züchter einigen sich auf Sommer- oder Winterspielplan, letzterer ist der etwas anspruchsvollere. Wir packen je nach Anzahl der Spielenden Dinos in den Stoffbeutel und legen den Regelwürfel bereit. Schon fällt der Startschuss für die Dino-Zoo-Gestaltung.
Zwei mal sechs Dinos bei „Draftosaurus“
Eine Partie hat zwei Spielphasen, jede davon besteht aus sechs Runden. Zu Beginn zieht jeder sechs Dinos aus dem Beutel und verbirgt sie in seiner Hand. Ein Spieler würfelt. Der Regelwürfel macht seinem Namen alle Ehre und regelt, wo der Dino bitte-danke unterzubringen ist.

Das kann entweder auf den drei Wald- oder Ebenengehegen sein, rechts oder links vom Fluss, in einem leeren Gehege oder nur da, wo noch kein T-Rex wohnt. Hat jeder seinen Dino im Park geparkt, geben alle die übrigen fünf Dinos jeweils verdeckt an den Spieler links weiter. Das wiederholt sich, bis sechs Urzeitviehcher platziert sind. Dann ziehen alle sechs neue aus dem Beutel und Spielphase zwei folgt nach identischem Muster.
Dinos punkten dank Gehegeregeln
Sind jeweils zwölf Dinos gesetzt, hätten wir eine Schlusswertung zu bieten, die zugleich mit den Bedingungen zu tun hat, nach denen Dinosaurier in Gehegen landen:
Im Wald der Gleichartigen dürfen auf jedes Feld von links nach rechts nur Dinos einer Farbe sitzen. Das konsequente Gegenteil ist die Ebene der Vielfalt – nur unterschiedliche Farben erlaubt. Beide bringen mehr Punkte, je mehr Felder besetzt sind.
Pärchen und Trios bei „Draftosaurus“
Die Prärie der Verliebten hat fünf Punkte pro Dinopärchen gleicher Farbe im Gepäck. Das Trio unter Bäumen ist ein Gehege für genau drei Dinos – nicht mehr und nicht weniger, dafür ist die Farbe egal.
Der König des Dschungels hat Platz für einen Dino, von dessen Farbe am Ende kein anderer Spieler Dinos im Park haben soll. Auf der Insel des Einzelgängers sitzt dagegen ein Urzeitvieh, dessen Farbe im eigenen Park nicht nochmal vorkommt.
Kein Platz mehr? Ab in den Fluss
Kann ein Spieler einen Dino nirgends mehr den Regeln der Gehege entsprechend unterbringen, muss er ihn auf dem Fluss parken. Da ist er immerhin noch einen Zähler wert. Spieltechnisch logisch, aber irgendwie fragt man sich, wie das in die Dino-Park-Geschichte passt. Aber egal.

Weiter im Wertungstext: Weil der T-Rex so ein besonderer Dino ist, gibt es am Ende für jedes Gehege mit dem fiesen Oberdino nochmal einen Punkt.
Blick auf den Winterspielplan

Wer jetzt die meisten Punkte hat, ist der erfolgreichste Dino-Park-Besitzer. Zumindest, bis einer aus Versehen den T-Rex rauslässt oder die Raptoren ausrasten. Wir haben den Film alle oft genug gesehen. Spaß! Lasst uns lieber noch einen Blick auf den Winterspielplan werfen.
Die Unterteilung links und rechts des Flusses und Wald und Ebene bleibt erhalten, die Anforderungen in den Gehegen sind jedoch andere. In einem Gehege müssen Dinos zweier Farben abwechselnd stehen. Eine Brücke über den Fluss verbindet zwei Gehege. Punkte gibt’s für jedes farblich passende Dinopärchen, von dem ein Teil links und ein Teil rechts des Flusses steht.
Die Dinos des Nachbarn
Die Pyramide hat Platz für sechs Dinos, allerdings sind farblich passende auf angrenzenden Feldern verboten.
Der Aussichtspunkt hat Raum für einen Dino. Alle Dinos der gleichen Farbe des rechten Sitznachbarn bringen zwei Punkte. Und dann hätten wir noch die Quarantänezone. Dort wartet ein Dino aufs Spielende und darf dann in ein anderes Gehege umziehen, bevor die Siegpunktewertung ansteht.
Angepasste Regeln für zwei Spieler
Kleine Regeländerungen machen „Draftosaurus“ auch für zwei Spieler spannend. Dann kommen von sechs gezogenen Dinos nur drei auf den Plan und drei zurück in die Schachtel. Dafür werden aber vier Spielphasen absolviert.
Und falls sich das die ganze Zeit jemand gefragt hat: Neben dem T-Rex sind Brachiosaurus, Spinosaurus, Triceratops, Stefosaurus und Parasaurolophus im Spiel.
Auf Longlist für Spiel des Jahres 2020
Liebevoll gestaltetes Material, das sich mit Stickern wie im Testexemplar noch aufhübschen lässt, leicht verständliche Regeln, dauerhafter Spielspaß: „Draftosaurus“ macht sehr, sehr viel richtig und kommt gern immer wieder auf den Tisch.
Inzwischen sind für das Spiel, das 2020 für die Longlist für das Spiel des Jahres nominiert war, Erweiterungen mit Wasser- und Flugdinos erschienen, die nochmal neue Anforderungen für Fluss und Nester in eine „Draftosaurus“-Partie bringen.
Die Sache mit dem T-Rex

Außerdem kann das „Trio unter den Bäumen“ auf der Sommerseite oder der Aussichtspunkt auf der Winterseite durch ein neues Gehege mit neuen Regeln ersetzt werden. Bleibt also noch viel zu entdecken in unserem Dino-Park. Wenn der T-Rex nicht… Ihr wisst schon…

























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