Elixirus: Der Kreis der brauenden Nachwuchsmagier

Wer am Spieltisch Zaubertränke brauen will, der hat dazu etliche Möglichkeiten. Mit „Elixirus“ hat Autor Dickie Chapin daher das Rad nicht neu erfunden. Aber es ist ihm gelungen, eine schöne, unterhaltsame und abwechslungsreiche Version des Themas zu bringen.

  • Autor: Dickie Chapin
  • Illustration: Natalia Krodowska
  • Spielerzahl: zwei bis fünf
  • Alter: ab zehn Jahren
  • Dauer: 30 Minuten
  • Lustige Startspielerbestimmung: keine
  • Verlag: Piatnik

Da stehen sie also nun, die Zauberlehrlinge. Nicht alleine im Wald. Das kann auch nicht sein, schließlich müssen die der anderen Spieler ja auch noch irgendwo hin. Die Zauberlehrlinge suchen ­– die richtigen Zutaten für die Tränke, die sie brauen wollen, und das am besten auch noch in der passenden Farbe und mit vielen Punkten darauf. Dass es da nicht zu einem unsäglichen Gedränge kommt, dafür sorgt der variabel angelegt Spielplan, der aus sechs Teilen eines Kreises besteht.

Zutaten sammeln im Wald

Diese sechs Teile sind die Waldstücke, in denen die Nachwuchsmagier unterwegs sind. Die Waldteile sind alle gleich aufgebaut. Oben, auf der Innenseite des Kreises, sind drei Felder mit Körben, auf denen die Spielfiguren platziert werden. Auf dem dritten Feld ist zusätzlich noch ein Effekt abgebildet, den man nutzen kann, wenn man der Reihe ist, beispielsweise das Korb-Plättchen nehmen, das später eine übriggebliebene Zutat bringt. In den Testrunden war das bei zwei Spielern aber nur höchst selten der Fall.

Unten, der Außenseite des Kreises, sind vier Kerben angebracht. Da werden die Rohstoffplättchen für jedes Waldstück platziert. Es gibt sechs Zutaten in sechs verschiedenen Farben. Kristalle können als beliebige Zutat eingesetzt werden, sie bringen aber keine Punkte. Die Zutaten braucht man, um die dem Spiel den Namen gebenden Elixiere zu brauen. Jeder Spieler bekommt eine Brautafel mit gleichem Aufbau. Allerdings sind auf jeder Tafel andere Farben oder Zutaten gefragt.

„Elixirus“ ist Frage des Timings

Zu brauen sind Tränke für Vitalität, Liebe, Erholung, Fruchtbarkeit und Heilung. Dafür muss man im Laufe des Spiels in den verschiedenen Waldstücken die passenden Zutaten sammeln. Dafür müssen die Spielfiguren auf die Felder mit den Körben gestellt werden.

Aber was tun: Lieber anfangen mit der Auswahl und nur eine Zutat nehmen? Oder später ziehen und dafür zwei Plättchen abgreifen? Oder doch lieber ganz zum Schluss drankommen und dafür noch den Spezialeffekt mitnehmen und einen Gegner ärgern?

Rezeptbuch nicht vergessen!

Nachdem alle Zutaten entsprechend eingesammelt wurden, werden die Tränke gebraut. Das braucht selbstverständlich ein paar Runden. Beim Liebestrank braucht man zwar nur drei Zutaten. Aber unterschiedliche Farben und genaue Anweisungen für das Kraut können es knifflig machen. Für den Erholungstrank braucht man zwar nur vier Zutaten einer Farbe, aber die braucht der Konkurrent auf der anderen Seite vielleicht auch.

Und dann gilt es ja immer noch, die Anweisungen im Rezeptbuch zu beachten. Gibt es Extrapunkte für eine spezielle Zutat? Oder Punktabzug für Zutaten einer bestimmten Farbe? Na ja, wenn einem der Pilz nicht passt, kann er in das Vorratsschüsselchen oder die Giftflasche.

Wald im Wandel bei „Elixirus“

Wer einen Trank fertig hat, lässt nicht die Korken knallen, sondern verschließt die Flasche mit einem Korkenplättchen, das fünf Punkte wert ist, wenn man eine Flasche zuerst verschlossen hat, und zwei Punkte, wenn man danach fertig ist. Sobald jemand vier Flaschen abgeschlossen hat, ist das Spiel beendet. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt.

Nach einer Runde werden alle übrig gebliebenen Rohstoffe abgeräumt und aus dem Stoffbeutel neue verteilt. Dazu wird das letzte Waldstück umgedreht (inaktiv gemacht) und dafür das nächste auf die aktive Seite gedreht. Es ist immer ein Waldstück mehr aktiv, als Spieler am Tisch sitzen.

Hochwertiges Material

Bei der Auswahl der richtigen Plättchen ist Taktik gefragt. Die wird umso komplexer, je mehr Spieler am Tisch sitzen. Bei zwei Spielern kommt man sich relativ selten ins Gehege, je nachdem, welche Brautafel man zieht. Trotzdem geht man in der entscheidenden Phase auf Nummer sicher und zieht das eine Teil, das einem hilft, die Flasche zu schließen. Risikofreudigere Spieler können auch mal auf gut Glück blind Plättchen aus dem Beutel ziehen. Ob sie dafür belohnt werden?

Daraus entspinnt sich ein munteres Spiel inklusive Taktiererei, bei der immer wieder die Augen auf die Brautafeln der Konkurrenz schweifen. Durch den ständig wechselnden Spielplan ist für genügend Varianz gesorgt. Das Material ist hochwertig, die Illustrationen sehr nett. „Elixirus“ ist ein Spiel um Zaubertränke, das dieser Art von Brettspielen tatsächlich noch mal einen neuen Dreh verliehen hat und daher absolut zu empfehlen.

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