Eternitium: Zu abstrakt fürs schönes Thema

„Eternitium“ hat sich direkt mal das ganz große Thema aus dem Regal gegriffen: das ewige Leben, das der Kristall Eternitium verspricht. Er ist aber versteckt und nur zu finden, wenn man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Logisch also, dass wir durch Portale durch die Zeit reisen, um unser Ziel zu erreichen. Denn nach dem siegreichen Wettrennen durch die Zeit hätten wir ja unendlich viel Zeit, um den Triumph zu genießen. Wobei: Genuss? Geht so.

  • Autor: Thomas Carlier
  • Illustration: Baptiste Perez
  • Spielerzahl: ein bis fünf
  • Alter: ab zehn Jahren
  • Dauer: 30 Minuten
  • Lustige Startspielerbestimmung: wer zuletzt durch die Zeit gereist ist oder einen Zeitreisenden gesehen hat
  • Verlag: Haumea Games/Ornament Games

Vor die Zeitreise hat Autor Thomas Carlier den Aufbau gesetzt. Jeder erhält eine Kristalltafel und fünf Startkarten – vier Portale in den vier vorhandenen Formen Dreieck, Kreis, Raute oder Quadrat. Dazu die Basis-Technologie Droide. Alle mischen ihre Startkarten und legen ihr Deck neben der Kristalltafel bereit. Auf der Tafel liegen acht bis zehn Zeitalterkarten in einem verdeckten Stapel, nur die oberste Karte ist aufgedeckt. Wie viele Karten es sind, hängt von der Spielerzahl ab.

Portale und Technologien

Sie ist auch Ausschlag gebend für die Anzahl von Karten aller Portalformen. Sie werden in sortierten Stapeln nebeneinander gelegt. In der Auslagenreihe darunter finden wir die Basis- und wieder eine Reihe darunter die fortgeschrittenen Technologien, jeweils in einem Stapel mit drei aufgedeckten Karten daneben. In der vierten Reihe folgen noch die Zeitalterkarten, hier liegen zwei offen aus neben dem Nachziehstapel.

Nein, wir sind noch nicht fertig mit dem Aufbau – aber wir sind Zeitreisende, wir können das ja auch einfach überspringen. Falls das grade nicht klappt, nehmen wir uns jetzt reihum noch eine Basis-Technologie, mischen die sechs Karten unseres Decks und ziehen fünf davon.

Suche nach dem Eternitium-Kristall

Um die Anleitung zu zitieren: Das Rennen kann beginnen! Ziel ist es, durch alle eigenen Zeitalter(-karten) gereist zu sein – sie also abgelegt zu haben – und so den Eternitium-Kristall als erstes zu erreichen.

Ist eine Spielerin an der Reihe, nimmt sie zuerst eines der vier ausliegenden Portale auf die Hand. Danach spielt sie Aktionskarten, also Portale und Technologien. Der Nutzen von Portalen ist einfach. Man will immer das Portal spielen, das das gleiche Symbol wie auf der aufgedeckten eigenen Zeitalterkarte zeigt. Dann sind wir erfolgreich durch das Portal ins nächste Zeitalter auf der Suche nach „Eternitium“ gereist.

Zockend durch die Zeitalter

Ist die nächste Zeitalterkarte verdeckt kann der Zeitreisende zocken. Dann spielt er ein beliebiges Portal und dreht danach die nächste Zeitalterkarte um. Stimmen sie überein, ist auch dieses Zeitalter „erledigt“. Passt es nicht, wird die Zeitalterkarte wieder verdeckt und zurück in den eigenen Stapel gemischt.

Danach werden Handkarten nachgezogen. Fünf sind es im Normalfall, vier gibt’s nur, falls der Spieler gezockt hat. Sechs sind es, falls er in seinem Zug sein Deck aufgeräumt hat: Dafür verzichtet er aufs Ausspielen von Aktionskarten und darf dafür beliebig viele Karten aus seiner Hand zerstören.

Neue Technologien verlangen Umweg durch die Zeit

Danach legt die aktive Spielerin ihre verbleibenden Handkarten ab und kann nun neue Technologien erwerben. Eine neue Technologiekarte kommt offen aufs eigene Deck, ist also die nächste Karte, die man zieht. Aber das kostet natürlich was. Weitere Stationen auf unserer Reise um genau zu sein, denn um die Technologie zu bauen, ist ein Umweg durch die Zeit nötig. Eine oder beide der offen in der Mitte ausliegenden Zeitalterkarten muss die Reisende auf ihren eigenen Stapel packen, je nachdem, ob sie eine Basis- oder eine fortgeschrittene Technologie nehmen möchte.

Technologien haben unterschiedliche Funktionen. Es gibt Portale mit zwei (Basis) oder sogar allen vier Formen (fortgeschritten), mal werden Handkarten zerstört oder Zeitalterkarten aufgedeckt, mit Mitspielern vertauscht oder sogar abgelegt. Dank anderer Technologien wird der Einkauf günstiger oder sogar umsonst oder man darf Aktionskarten nachziehen oder Gegenspielern klauen, oder zwingt die anderen offene Zeitalterkarten wieder zu verdecken oder neue Zeitalterkarten zu nehmen.

„Eternitium“ mit Solo-Modus gegen KI

Wie immer im Deck-Building wird der eigene Ablagestapel gemischt, sobald das Deck leer ist und nicht genug Karten da sind, um die Hand aufzufüllen. Wer zuerst alle eigenen Zeitalterkarten abgelegt hat, hat den Kristall gefunden. Die Runde wird noch zu Ende gespielt, haben danach mehrere Spieler Eternitium entdeckt, sind Technologien der Tie-Breaker. Basis- und fortgeschrittene Technologien bringen einen oder zwei Zähler. Steht es nach Punkten immer noch unentschieden, siegt, wer die meisten fortgeschrittenen Technologien hat.

„Ethernitium“ bringt einen Solo-Modus mit, in dem wir uns mit der KI herumschlagen, die ein unbekannter Zeitreisender entwickelt hat, um den Kristall zu finden. Das kann die Solistin in zehn Missionen unterschiedlicher Schwierigkeitsstufen angehen.

Abstraktes Spiel mit aufgesetztem Thema

All das sieht sphärisch-schön illustriert aus. Es will sich aber nicht so recht ein Zeitreise-Geschichte-Gefühl einstellen. Es ist ein reines „Ich spiel Kreis, Kreis weg, ich spiel Quadrat, Quadrat weg“, also ein völlig abstraktes Spiel, das mit dem Thema nicht mitkommt. Hinzu kommt, dass es im Test nahezu keinen Grund gab, fortgeschrittene Technologien zu kaufen.

Die Kombination von Droiden und Kommunikatoren war binnen weniger Runden unschlagbar. Wer sie nicht bekommen hat, hatte das Nachsehen. Das mag viel Pech auf einem Haufen gewesen sein, hinterließ aber dennoch wenig zufriedene Spielrunden, die sich von der wunderschönen Optik mehr erhofft hatten.

Einstieg in die Deck-Building-Welt

Für einen schnellen Deck-Builder würde ich mich im Vergleich zu „Eternitium“ immer für „Mycelia“ entscheiden. Mit mehr Zeit wäre es immer „Thunderstone“. Wer aber einen nicht zu komplexen Einstieg in die Deck-Building-Welt sucht und mit dem Thema etwas anfangen kann, macht mit „Eternitium“ nichts falsch.

Erweiterungen

Für „Eternitium“ sind (Stand Februar 2026) beim Verlag Haumea Games die Erweiterungen „Next-Gen“ und „Lost-Gen“ erschienen. „Next Gen“ hat auch der Kölner Verlag Ornament Games veröffentlicht. Dort ist auch die Promo-Karte „Cyber-Brille“ und die Spielmatte erhältlich.

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