Beim Spielen ist sich in der Regel jeder selbst der Nächste. Ab und an wird diese Maxime etwas aufgeweicht. „Charidice“ von Jürgen Adams verfolgt da ein ganz anderes Konzept. Wer den anderen am besten hilft, wird großzügig belohnt.

Wenn mehrere Menschen zu einer Spielerunde zusammenkommen, dann hat jeder erstmal ein Ziel: gewinnen. Die Ausnahmen sind kooperative Spiele oder Spiele, bei denen man als Team gegen ein anderes spielt. Doch in der Regel schaut man auf seine Karten, auf seinen Siegpunktmarker, auf seinen Ergebnisblock.

An die Mitspieler denken
„Charidice“ funktioniert da etwas anders. Bei dieser witzigen und bunten „Kniffel“-Variante muss man auch an die Mitspieler denken. Oder besser: Es ist ratsam, das zu tun. Denn dafür kann man am Ende sehr großzügig belohnt werden. Das steckt schon im Namen des Spiels. Charity ist der englische Begriff für Wohltätigkeit. Und dice gibt den Hinweis darauf, dass man hier mit Würfeln zugange ist.

Sechs Würfel stehen zur Verfügung. Der aktive Spieler hat bis zu drei Würfe. Das Ziel ist es, wie bei „Kniffel“, entweder eine möglichst lange Straße in einer Farbe, vier Würfel in einer Farbe, oder mindestens vier gleiche Zahlen zu würfeln. Punkte gibt es zunächst mal für die Summe der Würfel, wobei die Zahlen fünf und sechs doppelt genommen werden.

Boni für gleiche Farben oder Zahlen
Hinzukommen noch Bonuspunkte, wenn man eine gleichfarbige Straße oder gleiche Zahlen erwürfelt. Je länger respektive, je mehr, desto besser. Die entsprechenden Punktezahlen werden notiert.
Klar, in einigen Fällen kann man alle sechs Würfel gebrauchen. Aber eben nicht immer. Man muss sich auch mal mit vieren oder fünf bescheiden. Die Zahl auf dem Würfel oder auf den Würfeln, die der aktive Spieler selbst nicht verwenden kann, muss er dem nächsten Spieler schenken, also wohltätig sein. Der Spieler, der die Punkte schenkt, darf sich diese ebenso notieren, wie derjenige, der sie erhält.
Sieben unterhaltsame Runden bei „Charidice“
So geht das je Partie sieben äußerst unterhaltsame, aber auch strategische Runden lang. Bis am Ende zusammengezählt wird. Und da können dann die Bonuspunkte, die der Spieler bekommt, der die meisten Punkte verschenkt hat, den Ausschlag über Sieg und Platz zwei geben.

Da heißt es vom ersten Wurf an, hellwach zu sein. Manchmal müssen auch harte Entscheidungen getroffen werden. In seltenen Fällen bekommt der beschenkte Mitspieler mehr Punkte als der Spieler, der ihn beschenkt. Das kann sich am Ende sogar als Glücksfall erweisen.
Gelungene „Kniffel“-Variante mit neuem Dreh
Unterm Strich ist Jürgen Adams eine gelungene „Kniffel“-Variante gelungen, die mit dem Charity-Gedanken noch einen zusätzlichen Mechanismus hat, der einen zwingt, in eine andere Richtung zu denken. Die Regeln sind sehr einfach. Nach dem ersten Wurf ist im Prinzip klar, wie zu werten und auf was zu achten ist. Wobei es dann doch ratsam ist, für die Bonuswertungen das Regelheftchen in Griffweite zu haben.
So sorgt „Charidice“ für ein paar unterhaltsame Runden Würfelspaß. Weil es nicht viel Material braucht, eignet sich das Spiel auch sehr gut für unterwegs oder die Reise.







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