Trick 100: Farben, Zahlen und die Joker

110 bunte und durchnummerierte Karten, dazu ein bisschen mogeln. „Trick 100“ reiht sich ein in die Liste von Kartenspielen wie „Uno“ (und seine Verwandte wie „Uno – Show ‚em no mercy!“). An den Klassiker reicht es allerdings dann doch nicht heran.

  • Autor: Jordy Adan und Renato Simões
  • Spielerzahl: zwei bis sechs
  • Alter: ab acht Jahren
  • Dauer: 15 Minuten
  • Lustige Startspielerbestimmung: wer die buntesten Klamotten anhat
  • Verlag: Noris Spiele

Das Grundprinzip bei „Trick 100“ ist wohlbekannt: Man muss eine Karte mit einer höheren Zahl ablegen als der Spieler oder die Spielerin zuvor. Ganz so einfach, wie es klingt, ist es allerdings nicht. Denn die Karten sind bunt. Und das nicht einfach kreuz und quer, sondern mit System. Jeder Ziffer ist eine bestimmte Farbe zugeordnet. Die Null ist zum Beispiel blasslila, die Eins gelb, die Zwei grün und so weiter.

Kartenwerte überbieten bei „Trick 100“

Jeder Spieler bekommt zu Beginn sieben Karten. Der Rest kommt als Nachziehstapel in die Mitte. Die obere Karte wird aufgedeckt. Los geht’s. Wer am Zug ist, hat mehrere Möglichkeiten. Die erste ist, den Wert auf der bereits offen liegenden Karte zu überbieten. Die Herausforderung bei „Trick 100“ ist nun, nicht einfach nur eine höhere Karte abzulegen als die, die gerade davor abgelegt wurde. Die folgende Karte muss zumindest in einer Ziffer/Farbe mit der vorherigen Karte übereinstimmen.

Ein Beispiel: Der erste Spieler legt die 43 ab. Die Vier ist pink, die Drei orange. Darauf darf der nächste dann nicht die 72 ablegen. Die Sieben ist sandfarben, die Zwei grün. Die 64 würde dagegen passen, weil die Sechs zwar grau, die Vier aber auch pink ist und damit dazupassen würde.

Wie immer beliebt: Joker-Karten

Die zweite Möglichkeit ist, die 100 zu spielen, wenn ein Spieler sie auf der Hand hat. Die 100 ist der Joker. Diese Karte darf auf jede beliebige Karte gelegt werden. Andersrum darf der Spieler, der als nächstes dran ist, auch eine beliebige Karte auf die 100 drauflegen.

Wer keine passende „reguläre“ Karte oder 100 hat, kann sich auch entscheiden, auszusetzen. Allerdings muss er dann eine Karte ziehen. Er kann sich aber auch dafür entscheiden, zu mogeln. Dafür muss der Spieler eine Karte verdeckt neben den Ablagestapel legen.

Poker Face gefragt

Ein gutes Poker Face und sicheres Auftreten sollte derjenige dann allerdings mitbringen. Denn einen richtigen Grund zu mogeln, gibt es im Prinzip nicht. Es sei denn, der Spieler hat eben keine passende Karte auf der Hand. Oder er will einen Mitspieler aufs Glatteis führen.

Der nächste Spieler darf dann entscheiden, ob er „normal“ weiterspielt, oder ob er die Richtigkeit der verdeckt abgelegten Karte anzweifelt. Wurde die Karte aufgedeckt, und sie hat die Karte auf dem Ablagestapel nicht überboten, muss der, der sie gelegt hat, drei ziehen. Hat die Karte den Wert aber überboten, muss der Zweifler drei ziehen. Wichtig: Man darf nicht zweimal hintereinander mogeln, also eine weitere verdeckte Karte auf die bereits liegende verdeckte Karte legen. Und auch eine 100 darf nicht verdeckt abgelegt werden. Sieger ist, wer zuerst alle Karten abgelegt hat.

Mechanismus funktioniert gut

Zu 100 Prozent überzeugen vermochte das Spiel in der Testrunde leider nicht. Vielleicht kannten wir uns auch zu gut, sodass gleich klar war, wer wann mogelt und wer wann wen hinters Licht führen will. Der Mechanismus mit den bunten Karten und der Zuordnung einer Farbe je Ziffer ist gut und bringt Dynamik ins Spiel.

Für Kinder, die zum ersten Mal ein Spiel mit einer größeren Menge Karten auf der Hand haben, kann es ganz witzig sein, zumal die Regeln einfach gehalten und demnach auch leicht verständlich sind. Mit einem Klassiker wie „Uno“ kann sich „Trick 100“ allerdings nicht messen.

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