Tomáš Holek: „Seti“ und das zu findenden Leben im All

Für Tomáš Holek ist es „der beste Preis, den mein Spiel überhaupt bekommen konnte“: der Deutsche Spielepreis, bei dem die Brettspielwelt selbst die Wahl hat. Der Publikumspreis ist Holeks Lohn für die jahrelange Arbeit, die er in „Seti“ gesteckt hat. Nach der Preisverleihung bei der SPIEL 2025 in Essen hatte ich die Gelegenheit, mit ihm zu sprechen.

„Seti“ ist ein wissenschaftlich fundiertes Spiel über die Erforschung des Weltalls. Es geht um Technologien, Analysen, Forschung, das Aussenden von Sonden und geschicktes Ressourcen-Management.

Tomáš Holeks „Seti“ räumt reihenweise Preise ab

Ursprünglich bei CGE, auf Deutsch bei Heidelbär Games erschienen, hat „Seti“ in den zurückliegenden Monaten Preise in Frankreich (Diamant d’Or), Großbritannien (UK Games Expo Awards – People’s Choice Strategie Award) und Portugal (Jogo de Ano) abgeräumt. Für den belgischen „Gouden Ludo“ ist es nominiert, die Entscheidung fällt kommende Woche.

Kurz gesagt: „Seti“ ist nichts für Anfänger und kann auf den ersten Blick überfordern. Aber bestens ineinander greifende Mechanismen, herausragendes Material und eben der wissenschaftliche Hintergrund machen es zu einem grandiosen Spiel.

Sechs Jahre Arbeit und viel, viel Freude

Sechs Jahre lang hat Thomas Holek an „Seti“ gearbeitet. Dabei hat der Tscheche schon viel früher seine Leidenschaft für das Weltall entdeckt. Bereits in seiner Kindheit beschäftigte er sich mit Planeten, Sternen, Monden, der Raumfahrt und allem, was dazu gehört.

Auf die Frage, ob ihm der Blick in die Sterne im Blut liegt, antwortet er logischerweise: „Ja, das ist der Grund, warum ich dieses Spiel gemacht habe“, von dem er „nicht zu träumen gewagt hätte“, welche Welle der Begeisterung er damit hervorrufen würde.

Tomáš Holek: „In Zukunft noch härter arbeiten“

„Wenn ich heute sehe, dass Spieler sich hinsetzen und eine Beleuchtung für die Sonne auf dem Spielplan basteln oder sich schönere Marker machen – das ist völlig verrückt. Diese Menschen motivieren mich, in Zukunft noch härter zu arbeiten“, erzählt Holek. Man darf sich also sicher auf Neues aus dem Entwicklungsstudio von Holek freuen, Konkreteres will er zu seinem nächsten Spiel aber noch nicht verraten, „das ist noch geheim“, sagt er und lächelt.

Zurück zu „Seti“. Viel Recherchearbeit ist in die vielen, vielen Informationen auf den Karten geflossen. Petr Murmak, CEO vom Verlag CGE, erzählte bei der Pressekonferenz zur Preisverleihung: „Wir sind überrascht davon, wie schnell sich Astronomie entwickelt. Ein halbes Jahr nachdem wir Seti veröffentlicht hatten, waren schon erste Informationen falsch.“ Beispielsweise hat die Forschung inzwischen zig weitere Monde des Saturn bestätigt.

Weltraum ohne Außerirdische? Unvorstellbar!

Bei der Arbeit am Spiel mit wissenschaftlichem Hintergrund hat auch Holek „viel Neues gelernt“. Als Hobby-Astronom fasziniert ihn diese unfassbare Weite des Raums, „die ich mir gar nicht richtig vorstellen kann“. Da geht es auch um die enormen Strecken, die es zurückzulegen gibt. „Wege sind so weit, dass das schnellste Raumschiff viele, viele Jahre unterwegs wäre bis zum ersten Stern. Ist das nicht unglaublich?“, fragt er und das Leuchten in seinen Augen spricht Bände.

Er interessiert sich wenig überraschend auch brennend für die Fragen, ob wir allein sind in den Weiten des Universums. Holek betont im unterhaltsamen Gespräch, dass er sicher ist: „Da draußen gibt es Leben. Ich kann mir den Weltraum ohne Außerirdische nicht vorstellen.“

Die Wahrheit liegt irgendwo da draußen

Zugegeben, an dieser Stelle hört „Seti“ auf, streng wissenschaftlich zu sein. Denn die Spielenden treffen früher oder später auf zwei von fünf möglichen Rassen von Außerirdischen, die jeder Partie einen eigenen Dreh geben.

Holek zitiert in dem Zusammenhang erneut mit geheimnisvollem Lächeln Carl Sagan, Astronom und Astrophysiker, der frei übersetzt gesagt hat: „Wenn wir allein im Weltraum wären, wäre das eine ziemliche Raumverschwendung.“ Klingt logisch, oder? Und wir alle wissen: Die Wahrheit liegt irgendwo da draußen!

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