Zauberladen? Check. Zutaten für Zaubertränke? Check. Plättchen-sortier-Puzzle? Check. „Morty Sorty Magic Shop“ vereint all das und ist damit für mich ein gemütliches Spiel mit Drafting, Set-Collection und schönem Material. Und es ist mit „Cozy Stickerville“ und „Dito!“ unter den Top Drei der Nominierten zum Spiel des Jahres 2026.
Wir befinden uns in Morty Sortys Zauberladen und machen allesamt gleichzeitig unsere Ausbildung. Sind wir also alle Zauberlehrlinge? Holy, wir wissen, wie das für einen bekannten Vertreter der Zunft endete. Die Geister, die ich rief, und so weiter. Vier chaotische, magische Azubis auf einem Haufen? Nun ja… Warten wir mal ab.
Regale, Fähnchen und schwarze Katzen
Jeder bekommt ein eigenes Regal(-tableau) zum Einräumen. Wir fangen mit der A-Seite des Tableaus an, die B-Seite verändert die Schlusswertung leicht. Außerdem gibt’s für alle Spieler je zwei Fähnchen und zwei schwarze Katzen, zu beidem kommen wir später.
In der Mitte liegt die Spezialglas-Leiste aus, in der gleich besondere Zutaten Platz finden, darüber landen zwei von acht möglichen Abzeichen für die Schlusswertung. Alle Gläser mit Ingredienzien kommen in den hübschen Beutel. Und schon fangen die Lehrlinge ihr Tagwerk an.
Wurmiger Wunderpilz und Glitschige Glubschaugen
Der magische Azubi, der an der Reihe ist, zieht zufällig fünf Gläser aus dem Beutel und lässt sie auf den Tisch fallen. Jedes Glas hat eine Zahl. Die Plättchen sind beidseitig bedruckt, einmal mit dem Wurmigen Wunderpilz und der Griesgrämigen Gewitterwolke und einmal mit den Glitschigen Glubschaugen und der Schläfrigen Heilalraune. Die Seite, die oben liegt, bleibt da auch – umgedreht wird hier (erst mal) nix.

Gläser mit Spezialdeckel – blau mit goldenen Sternen – sortieren die jungen Zauberer und Hexen erst mal unter die passende Zahl der Spezialglasleiste. Man muss es sich erst mal verdienen, diese Zutaten verwenden zu dürfen! Der Azubi zieht so lange weiter, bis fünf Gläser mit normalen Deckeln – goldig, versilbert, rabenschwarz – in der Mitte liegen, es können also mehrere Spezialgläser pro Runde ins Spiel kommen.
Regeln fürs Regal bei „Morty Sorty Magic Shop“
Danach beginnt die Sortiererei ins eigene Regal. Und natürlich gibt es Regeln fürs Regal, wie könnte es anders sein. Reihum wählen die Spieler eines der ausliegenden Gläser aus. Da der Startspieler wechselt, hat immer ein anderer Spieler die beste Auswahl.
Zurück zu den Regalregeln: Die Deckelfarbe legt fest, wo die Gläser hin dürfen: oben nur goldene Deckel, ins mittlere Regal die goldigen und versilberten, aufs untere Brett alle Farben. Nächste Regel: Die Zahlen der Gläser müssen von links nach rechts aufsteigen, gleiche Zahlen nebeneinander sind (erst mal) nicht erlaubt. Und hier kommen zwei weitere gute Kniffe ins Spiel.
Gläser in Sets und mit Kettenzügen
Je nach Deckel ist die Zahlspanne eine andere. Schwarze Deckel reichen von eins bis 16, die blauen Spezialdeckel „nur“ von vier bis 13, Silber und Gold liegen dazwischen. Zudem haben einige Regalplätze Zahlen. Wer das passende Glas hierhin stellt, bekommt am Ende Extra-Punkte. Aber das ist im Laufe des Spiels immer schwerer einzuhalten.
Bei der Glas-Parkerei geht es nämlich auch darum, Sets von drei unterschiedlichen Zutaten in einer Spalte zu haben. Dann darf man sich eines der ausliegenden Spezialgläser nehmen und ebenfalls ins Regal stellen. Füllt man damit erneut eine Spalte, kann das im späteren Spielverlauf nette Kettenzüge geben.
Katze bringt neue Zugmöglichkeiten
Und gleichzeitig möchten die Zauberlehrlinge auch die Anforderungen der beiden Abzeichen der Partie so schnell wie möglich erfüllen. Denn wer zuerst beispielsweise eine Gruppe von fünf Gläsern mit silbernen Deckeln angrenzend platziert hat oder mindestens zwei Plättchen mit blauem Deckel in einer Spalte hat, darf sein Fähnchen auf dem linken Platz des Abzeichens ablegen. Je früher ein Azubi das schafft, umso mehr Punkte gibt es. Der Schnellste bekommt auch noch eine Katze.
Die wiederum gewährt neue Wege des Umgangs mit Gläsern. Gibt eine Spielerin eine Katze ab, darf sie Gläser mit gleicher Zahl nebeneinander legen oder ein Glas von der Pilz- auf die Wolken- oder von der Augen- auf die Alraunenseite drehen.
Punktezauber in Schlusswertung
So lässt sich geschickt taktieren, dabei versuchen die Spielenden auch noch, ganze Reihen zu füllen, weil das die nächste Katze und am Ende Zusatzpunkte gibt.

Das Spiel endet, sobald nicht mehr genug Plättchen im Beutel sind für eine neue Runde. In der Schlusswertung bringen vollständige Reihen, erfüllte Regalschilder, übrige Kätzchen und Fähnchen auf den Abzeichen Zähler. Hinzu kommen Punkte von der Wertungsrolle der Partie, es gibt eine empfohlene für den Start, bei der mehr gleiche Zutaten einer Sorte einen Haufen Punkte wert sein können.
Veränderte Wertung(-srollen) für Fortgeschrittene
Für fortgeschrittene Zauberlehrlinge, die sozusagen noch ihren Master im Regaleinräumen anhängen wollen, gibt es statt der großen ersten Wertungsrolle pro Partie zwei kleine, die in empfohlenen Sets oder möglicherweise unausgewogen zufällig gezogen werden können. Die kleinen Wertungsrollen beziehen sich immer auf eine Zutat, die in bestimmten Konstellationen im Regal verortet sein soll.

„Morty Sorty Magic Shop“ ist ein vergnügliches Spiel mit schöner Illustration. Die Tableaus sind individuell gestaltet und jeder hat sein ausgesprochen putziges Tierchen als magischen Begleiter auf Tableau und Fähnchen. Die Gläser und Zutaten sind genauso hübsch.
„Morty Sorty Magic Shop“: Prima Spiel für Einstieg in verschiedene Mechaniken
Das Draften der Zutaten, der Dreh mit Deckelfarben, Spezialdeckel und beidseitigen Gläsern und die einfachen Regalregeln machen „“Morty Sorty Magic Shop“ zu einem prima Spiel für Einsteiger und Familien.
Es ist genau das richtige Maß an Grübeln und Taktieren, vermischt mit Glück, ob zufällig die noch fehlende Zutat mit der richtigen Nummer auftaucht und sie einem dann kein anderer Azubi vor der Nase weggeschnappt. Macht Spaß, bleibt im Regal. Es sei denn, es geht im Zauberladen doch mal was zauberlehrlingsmäßig schief. Aber irgendein richtiger Magier wird dann schon hinter uns aufräumen.



























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