Wenn ein Kampfsport-Trainer sagt, dass er „aus Versehen“ ein Kartenspiel entwickelt hat, möchte ich mehr darüber wissen. Also mussten Miguel Muñoz Bauer und ich uns dringend mal unterhalten. Über „Mano a Mano – The Fight“, ein taktisches Kartenspiel, dessen Startnext-Kampagne zur Produktionsfinanzierung gerade läuft. Und über die Entstehungsgeschichte, wie aus einer Idee in Spiel wurde, das aussieht, als hätte ich Spaß damit. Sobald der Prototyp angekommen ist, erfahrt ihr, wie viel Spaß…

Der Mann hinter „Mano a Mano – The Fight“ ist ein grundsympatischer Mann, der zwei Kampfsportschulen in Erding und Freising im Münchner Raum hat. Eigentlich hat der 48-Jährige „zwei Vollzeitjobs“, wie er mit einem Lachen erzählt. „Ich bin in der Fitnessbranche in München tätig im Bereich Human Ressources, Führungskräfteentwicklung und Qualitätssicherung“, eine andere Form von Unterrichten, nennt es Muñoz Bauer, der „Spaß an kreativen Prozessen und daran hat, Menschen weiter zu bringen“.
Kartenspielidee zu „Mano a Mano – The Fight“ entstand zur Weihnachtsfeier
Für die Weihnachtsfeier mit seinen Kampfsport-Schülern wollte er etwas ganz Individuelles anbieten. „Ich bin ein alter Pen&Paper-Rollenspieler – Shadowrun, DSA. Da kam die Idee auf, ein Spiel zu Kampfkünsten zu machen“, erklärt Muñoz Bauer. Ein Kartenspiel sollte es werden, das war kurz vor Weihnachten 2024 klar. „Mir hat die Arbeit daran so viel Spaß gemacht, dass die Spielmechanik immer ansprechender wurde“, erzählt der Trainer für Chu Shon Tin, eine seltenere Wing-Chun-Linie.

Also ließ er andere „Mano a Mano – The Fight“ spielen, stellte es in Foren und bei Spielefans vor. „Da kam teils harsche Kritik, weil Dinge nicht professionell genug waren. Das ist aber gar nicht mein Anspruch. Trotzdem habe ich viel daraus und aus dem Feedback gelernt“, verrät Muñoz Bauer über die Anfänge.
Individuelle Kämpfer mit eigenen Stilrichtungen
Die Entwicklung sei viel „Trail and Error“ gewesen. Die KI-generierten Illustrationen kamen auch nicht überall gut an. „Ich bin kein Profi, kann nicht selbst zeichnen. Da ich das Spiel erst mal gar nicht für einen offenen Markt konzipiert habe, stand ein Grafiker oder Illustrator für mich gar nicht zur Debatte. Jetzt ist es mein Design mit KI-generierten Bildern“, erklärt Muñoz Bauer. Das, was ich bis jetzt davon gesehen habe, gefällt mir.

„Mano a Mano – The Fight“ ist ein Deckbuilder, in dem individuelle Kämpfer mit unterschiedlichen Stilrichtungen, Stärken und Schwächen gegeneinander antreten. Da gibt es unter anderem die Kämpferin, die aus dem Pure Fighting kommt, die Achtsame aus dem Wing Chun und den Taktiker aus dem Jeet Kune Do. Muñoz Bauers Ziel: „Meine Schüler sollten sich in den Kampfstilen und Kämpfern wiederfinden.“
„Mano a Mano – The Fight“: Kampf realistisch darstellen
Und es sollte so konzipiert sein, „dass es einen Kampf so realistisch wie möglich darstellt. Mit relativ einfachen Regeln, aber einer gewissen Tiefe. So, wie ich meine Kampfkunst unterrichte“, erklärt der Sportler.
Das fiel ihm relativ leicht, im Kampfsport kennt er sich schließlich aus. „Aber zu konzipieren, wie das alles zusammenhängt, das Balancing, das war wirklich viel Arbeit“. Und noch etwas war Muñoz Bauer wichtig: „Für mich ist es schlimm, wenn ich bei einem Spiel irgendwann genau weiß, was kommt. Wenn ich es berechnen kann.“
Zufall spielt bei Deckbau mit
Deshalb hat beim Deckbau von „Mano a Mano – The Fight“ der Zufall ein gewisses Wörtchen mitzureden. „Die Spieler suchen nur einen Teil der Karten aus, die zu Kampfstil und Strategie passen. Der Rest ist wie in der Realität, egal, ob im Kampf oder nicht: Man kann nicht immer nur gute Karten haben. Aber man kann trotzdem gewinnen – mit einem guten Deck besser, mit einem schlechten ist es schwieriger“, erklärt der 48-Jährige.

„Mano a Mano – The Fight“ sollte Ecken und Kanten haben. „Auch das ist wie im echten Kampf: Mal hat man einen starken Gegner, dann ist es anstrengend und ich muss meine Strategie anpassen“, weiß Muñoz Bauer. Außerdem bringt der Zufall eine hohe Wiederspielbarkeit mit sich, „so spielt sich jede Partie anders“, ist er überzeugt.
Techniken auf Karten existieren wirklich
Kein Zufall ist dagegen der Karteninhalt: „Jede Technik, die als Karte vorhanden ist, gibt es wirklich und sie funktioniert, wie beschrieben.“ So hofft Muñoz Bauer sowohl die Kampfsportgemeinde als auch die Spielecommunity anzusprechen.
Gespielt wird Eins-gegen-Eins, auch Zwei-gegen-Zwei ist möglich, ebenso ein Turniermodus. Zum Spiel gehört eine Spielmatte, auf der die Karten ihre Plätze haben und die Lebens- und Ausdauerpunkte festgehalten werden. Es gibt einen Sparring- und einen Kampfmodus, außerdem können zusätzliche Waffenkarten ins Spiel kommen.

Auf weitere Kampfstile anpassbar
Muñoz Bauer gibt in seinem Hauptstil europaweit Seminare, trainiert regelmäßig bei Sifu Nima King in Hongkong. Da kommt ein weiterer spannender Teil von „Mano a Mano – The Fight“ ins Spiel: „Es ist sehr gut zu individualisieren. Man kann es für andere Kampfsport-Schulen oder -Verbände anpassen.“
Für die Schule in Hongkong gibt es inzwischen eine eigene Version mit realen Personen auf den Karten. „Jetzt können es die Sportlerinnen und Sportler in Hongkong mit auf ihre Schule bezogenen Regeln spielen“, freut sich der Erdinger. Und wer weiß? Vielleicht läuft „Mano a Mano – The Fight“ so gut, dass es irgendwann in einem Spieleladen in Hongkong zu kaufen ist.
Crowdfunding-Kampagne läuft bis 3. Mai 2026

Auch weitere Kampfstile als Add-Ons sind denkbar. Schaut auf jeden Fall mal in die Crowdfunding-Kampagne von „Mano a Mano – The Fight“ rein. Es hat einen näheren Blick verdient! Die Kampagne läuft seit Ende Februar bis Anfang Mai. „Wer Duellspiele mit gewisser strategischer Tiefe mag, ist bei ,Mano a Mano – The Fight’ richtig. Ich würde mich sehr freuen, wenn viele Leute mein Spiel ausprobieren“, hofft Muñoz Bauer auf viele Unterstützer seiner Kampagne.





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