Die Trödler aus den Highlands: Nur nicht zu viel Kraftfutter!

Heute trödeln wir ein bisschen in den Highlands rum. Zugegeben, schlechter Wortwitz, weil wir nicht gemächlich in den höheren Regionen Schottlands herumstapfen. Vielmehr sind wir bei „Die Trödler aus den Highlands“ fahrende Händler, die allerlei Krimskrams transportieren und hoffentlich punkteträchtig in Dörfern abliefern in einem unterhaltsamen Spiel, das mit ungewöhnlichem Dreh in Sachen Züge daherkommt.

  • Autor: Carlo A. Rossi
  • Illustration: Dennis Lohausen
  • Spielerzahl: zwei bsi vier
  • Alter: ab zehn Jahren
  • Dauer: 45 Minuten
  • Lustige Startspielerbestimmung: wer zuletzt zur Spielrunde gekommen ist
  • Verlag: Zoch

Auf dem Spielplan sind 17 Dörfer zu sehen, vier davon zeigen eines der Wappen der Spielenden, dort landet der farblich passende Wagen. Auf einem Teil der Dörfer werden Trödelwaren verteilt – Stühle, Tassen, Flaschen, Vasen, Töpfe und Ambosse, hübsch in Holz gestaltet.

Trödelwünsche in Dörfern erfüllen

Jede Spielerin hat zu Beginn einen Auftrag, eine Wegkarte und ein Kraftfutter, los geht’s! Ziel des Spiels ist es, Trödelwünsche in Form von Auftragskarten zu erfüllen und so Punkte zu sammeln.

Dafür braucht ein Händler neben Aufträgen zwei Dinge: die Waren und die passende Bewegung. Denn die Pfade zwischen den Dörfern sind Bergpfade, Brücken, Fähren oder Moorwege.

Memorymoment bei „Die Trödler aus den Highlands“

Und für sie kommt ein memoryartiger Moment ins Spiel: das Bilden der Trödelstapel, von denen es immer einen mehr als Spieler gibt. Der Startspieler bildet sie, indem er nach und nach Karten aufgedeckt aufeinander legt, bis jeder Stapel aus vier Karten besteht. Zu sehen ist am Ende aber nur noch die oberste. Es gibt Aufträge, Wegkarten, Kraftfutter und Extratrödel. Was war jetzt wie oft wo? Und was brauch ich eigentlich? Hier ist Konzentration und am Ende dann doch auch ein bisschen Glück gefragt.

Reihum wählen die Trödler einen Kartenstapel und haben hoffentlich den mit den passenden Wegen und Aufträgen erwischt. Danach ist jeder einmal dran und versucht seine Karten bestmöglich zu nutzen. Man darf beliebig viele von ihnen in beliebiger Reihenfolge ausspielen.

Fahrende Händler sammeln ein und verkaufen

Ein Beispiel: Eine Händlerin bewegt ihren Karren über eine Brücke (Karte ablegen) ins nächste Dorf. Liegen in dem Ort Waren, darf man immer genau ein Stück einsammeln, außer man spielt die Extratrödel-Karte, dann sind es zwei. Sie nimmt also eine Tasse und spielt einen Bergpfad und geht in den Nachbarort. Dort ist der Dorfplatz leer, also darf hier ein Trödelwunsch erfüllt werden.

Die Händlerin nimmt ihre Tasse und zwei zuvor schon gesammelte Töpfe, legt sie auf das Dorf und die entsprechende Auftragskarte vor sich ab. Danach spielt sie eine Fähre und fährt in ein weiteres Dorf, wo sie einen Amboss aufnimmt. Jetzt gibt es noch ein Kraftfutter, was entweder für einen beliebigen Weg oder einen Extratrödel steht. Noch ein Beispiel in Bildern:

Zu viel Kraftfutter kann böse enden

Das geht so lange weiter, wie die Händlerin Karten hat. Will oder kann sie nicht alle ausspielen, bleiben maximal vier davon für die nächste Runde auf der Hand. Waren alle an der Reihe, bildet der nächste in der Runde die Trödelstapel und weiter geht die Trödelei, bis einer je nach Anzahl der Spieler am Tisch fünf bis sieben Aufträge erfüllt hat.

Es folgt eine Schlusswertung, in der zunächst die dunkle Seite des Kraftfutters ins Spiel kommt. Was bedeutet, dass jetzt ein Spieler wegen eines Totalschadens aus der Wertung fliegt. Das trifft den, der das meiste Kraftfutter benutzt und die meisten Waren übrig hat. Er hat damit seinen Karren und sein Pferd überstrapaziert. Das macht man als guter Trödler nicht! Der Rest addiert die Punkte der Trödelwünsche zur Anzahl der übrigen Waren. Wer die meisten Punkte hat, ist zweifelsfrei der legendärste Trödler aus den Highlands.

Pick up and deliver in einfacher Form

„Die Trödler aus den Highlands“ ist ein leicht zu verstehendes Sammel-und-liefer-Spiel, das mit der Art der Stapelbildung erfrischend daherkommt. Interessant ist auch die Kraftfutter-Problematik, bei der man mitzählen sollte, wie viele die anderen schon benutzt haben, was gar nicht so einfach ist. Kleines Materialmanko: Die Anleitung passt nicht richtig in die Schachtel und ist deshalb verbogen, außerdem scheint die Box selbst groß für das darin enthaltene Material.

Das Material selbst ist aber prima. Die Waren aus Holz sind hübsch und gut zu erkennen. Die Größenverhältnisse zwischen Stuhl, Amboss und Tasse werfen zwar Fragen auf, das stört aber nicht wirklich bei einem gelungenen, nicht zu komplexen Spiel mit schönen Illustrationen.

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