Calavera: Schnelle Würfelei

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Nachdem ich vor Kurzem mit „Viva Catrina“ schon in Berührung kam mit dem „Dia de los Muertos“, dem mexikanischen Tag der Toten, hat mich das Cover von „Calavera“ thematisch passend angesprochen. Das kleine, schnell gespielte Roll&Write greift mit Totenköpfen, Blumen und bunten Farben ebenfalls Elemente des Tages der Toten auf, bräuchte das Thema aber nicht unbedingt. Und: Es kann ein ziemlich fieses Spielchen sein.

  • Autor: Klaus-Jürgen Wrede
  • Illustration: Kreativbunker
  • Spielerzahl: zwei bis vier
  • Alter: ab acht Jahren
  • Dauer: 20 Minuten
  • Lustige Startspielerbestimmung: keine
  • Verlag: Moses Verlag

Jeder Spieler erhält ein Blockblatt und einen Stift. Der Schubladenteil der Schachtel kann wie bei „Sailorman Dice“ als Dice Tray benutzt werden. Sechs Würfel liegen bereit. Sie zeigen jeweils die Farben orange, grün, schwarz und rosa, außerdem einen Totenschädel oder eine Blume.

Totenschädel bleiben liegen

Ende des Aufbaus, Start der Partie „Calavera“. Wer an der Reihe ist, würfelt die sechs Würfel bis zu dreimal. Wie so oft gilt: Beliebig viele Würfel rauslegen oder doch nochmal würfeln. Einzige Einschränkung: Totenschädel bleiben immer liegen und dürfen nicht neu gewürfelt werden.

Für die eigene Wurfverwendung gibt es zwei Möglichkeiten. Die Spielerin entscheidet sich für alle Würfel einer Farbe und macht in der passenden Reihe entsprechend viele Kreuze. Oder sie nutzt alle Joker, also Blumen. Sie kann sie zu einer beliebigen Farbe machen, darf dann aber zusätzlich keine Farbwürfel nutzen. Heißt, wenn sie drei Joker und zwei gelbe Felder gewürfelt hat, macht sie entweder zwei oder drei Kreuze bei gelb, keine fünf.

Namengebende „Calavera“ bringen Mitspieler zum Zug

Hat ein Spieler allerdings drei Totenschädel, das mexikanische Wort dafür ist übrigens das namengebende „Calavera“, gewürfelt, endet sein Zug sofort, ohne dass er irgendetwas eintragen darf. Bei einem oder zwei gewürfelten Totenschädeln darf er seinen Zug wie üblich zu Ende bringen.

Immer, wenn Totenschädel auf dem Tisch liegen, kommen die Mitspieler auch zum Zug. Sie müssen selbst Kreuze auf ihrem Blockblatt machen – ob sie wollen oder nicht! Wenn er nicht zu viele Schädel gewürfelt hat, sucht sich der aktive Spieler zuerst eine Farbe oder die Joker aus. Das, was übrig bleibt, steht den Mitspielern zur Wahl.

Punkte für Erreichen der Bonuslinien

Im Fall von drei Totenschädeln wählen die Mitspieler aus allen anderen ausliegenden Würfeln. Die anderen Spielenden müssen eine der verbleibenden Farben oder die Joker wählen und entsprechend viele Kreuze machen. Danach ist der nächste Spieler mit Würfeln an der Reihe.

Immer, wenn ein Spieler auf seinem Blockblatt mit allen vier Farben eine Bonuslinie erreicht hat – er muss sie nicht überschreiten – gibt es Punkte. Der Erste erhält mehr als die danach folgenden Spieler.

Gelbe Spalten hui, graue Spalten pfui

Ziel des Spiels ist es, in den vier Farben mit Kreuzen in den Reihen so weit fortzuschreiten, dass man in den Punkte bringenden gelben Spalten landet – aber nicht darüber hinaus, denn in den dunkelgrauen Spalten werden die Punkte weniger – oder es hagelt sogar Minuspunkte.

Um das zu verhindern, gibt es die Möglichkeit, Reihen einzufrieren. Dafür muss ein Spieler zwei oder drei Blumen gewürfelt haben. Dann ist die Reihe gesichert, er selbst darf dort keine Kreuze mehr setzen. Aber auch die Mitspieler können ihn mit Totenköpfen nicht mehr dazu zwingen, weitere Kreuze einzutragen.

Der fiese Teil von „Calavera“

Denn das ist tatsächlich der fiese Teil von „Calavera“, wenn Mitspieler gezielt auf die Reihen schauen, die der Gegner noch offen hat und mit Glück so würfeln, dass er mit dem Ergebnis gezwungenermaßen im negativen Bereich landet. Dann ist eine Reihe übrigens auch sofort eingefroren – keine Chance auf Wiedergutmachung.

Eine Partie „Calavera“ endet, wenn ein Spieler alle vier Farbreihen eingefroren hat, die Mitspieler dürfen in der Runde nichts mehr ankreuzen. Danach zählen alle ihre Punkte aus den eingefrorenen Reihen und den Boni zusammen. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt.

Schnell erklärt, gute Ausstattung

„Calavera“ ist ein simples, schnelles Roll&Write, das nichts unbedingt neu macht und auch gut ohne das Thema auskäme. Da ich den Gedanken der Dia de los Muertos aber mag, weil Tote geehrt und gefeiert und nicht nur betrauert werden, stört es auch nicht. Die Ausstattung ist gut. Die Regeln schnell erklärt – bestens für Einsteiger geeignet.

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