Balloon Pop: Was fliegt denn da?

Wer auf das Material von „Balloon Pop“ schaut, könnte an so manches App-Spiel erinnert werden, bei dem Dinge von oben nach unten oder umgekehrt fallenden Gegenständen, die farblicher Sortierung bedürfen. Ganz weit weg ist man damit nicht in einem netten Spiel mit einfachen Regeln, die in der Umsetzung doch einiges Überlegen erfordern. Wir wollen möglichst farblich passende Ballons aufsteigen lassen und damit Punkte bringende Sets bilden. Da ist einiges räumliches Denken nötig.

  • Autor: Mikko Punakallio
  • Illustration: Paul Laane
  • Spielerzahl: zwei bis vier
  • Alter: ab acht Jahren
  • Dauer: 30 Minuten
  • Lustige Startspielerbestimmung: wer zuletzt Ballons hat steigen lassen
  • Verlag: HCM Kinzel/Time Tex

Jeder am Tisch bekommt ein Spielbrett, das ein Raster zeigt, und zehn Karten seiner Farbe. In der Mitte liegt die Punktetafel mit den Markern in Spielerfarben und der Beutel mit den 88 Ballons, also bunten Kunststoffwürfeln. Der Startspieler zieht so viele Sets aus vier Würfeln aus dem Beutel wie Spieler am Tisch sitzen. Jedes Set liegt in einer Reihe aus, deren Reihenfolge ab sofort unverändert bleibt. Man darf ein Set später nur beim Platzieren im Ganzen um 180 Grad drehen.

Höchste Zahl wählt erstes Set bei „Balloon Pop“

Um festzulegen, wer welches Set bekommt, legt jede Spielerin eine ihrer Karten verdeckt vor sich. Diese zeigen Werte von eins bis zehn. Alle decken ihre Karte gleichzeitig auf. Die Spielerin mit der höchsten Zahl wählt zuerst ein Set, die mit der niedrigsten zuletzt.

Jede Karte gibt zugleich aber auch vor, wie das Ballonset zu platzieren ist. Je höher die Zahl, desto weniger variabel die Platzierung. Die Zehn und Neun erlauben es nur, das gewählte Set senkrecht zu platzieren, die Acht und Sieben waagerecht. Fünf und Sechs lassen dem Spieler die Wahl zwischen senkrecht und waagerecht. Und weil es mit sinkender Zahl immer wahrscheinlicher ist, dass man das, was noch ausliegt gar nicht unbedingt brauchen kann, darf man bei eines Eins bis Vier nicht nur beide Positionen verwenden, sondern muss auch noch einen Würfel aus der Reihe – entweder aus der Mitte oder vom Anfang und Ende – entfernen. Ob das immer ein Vorteil ist, sei dahingestellt, es macht das Set aber ein bisschen flexibler nutzbar.

Ballons aufsteigen lassen

Nach der Auswahl positioniert jeder sein Set an einer beliebigen Stelle am unteren Rand des Spielertableaus aber immer im Rasters und zwar so, wie es die Zahlkarte vorgegeben hat, also senkrecht oder waagerecht, drei oder vier Würfel. Dann steigen die Ballons nacheinander auf und platzieren sich am oberen Rand – oder ordnen sich unter dort bereits vorhandenen Ballons an.

Jetzt wollen wir aber auch Punkte haben für unsere Ballonparade! Dafür gibt es zwei Möglichkeiten. Für eine Gruppe von mindestens vier Ballons gleicher Farbe gibt es die Anzahl der Ballons minus zwei Punkte. Weiße Ballons gelten dabei als Joker, die eine Wertung auslösen können. Sie müssen aber auch mitgewertet werden, wenn sie an eine Gruppe von vier oder mehr Ballons angrenzen.

Symbol-Ballons mit eigener Wertung

24 der 88 Ballons zeigen außer der Farbe auch noch ein sternartiges Symbole, das vielleicht einen platzenden Ballon darstellen könnte. Für Symbolgruppen ist die Farbe egal, ab zwei aneinander angrenzenden Symbolen kommt es zur Wertung. Auch hier entscheidet die Anzahl der Ballons in der Gruppe darüber, wie viele Zähler es sind, diesmal zieht man aber nur einen Punkt ab.

Nach der Wertung entfernt die Spielerin die verwendeten Ballons vom Raster, alle verbleibenden steigen weiter nach oben auf, sodass es am oberen Rand wieder keine Lücken mehr zwischen den Würfeln gibt. Entstehen dabei wieder wertbare Gruppen, wiederholt sich das Prozedere.

Expertenvariante mit Bonuspunkten

In einer kleinen Variante für Experten gibt es für die zweite und jede weitere Gruppen innerhalb eines Zuges Bonuspunkte. Das soll wohl zum Kettenzüge-Bauen motivieren, dafür ist aber das Glückselement bei der Wahl des passenden Set meist doch zu hoch.

Sind alle Ballons gewertet oder so weit wie möglich aufgestiegen, kommt die gespielte Karte an den Rand und die nächste Runde beginnt mit der Wahl der nächsten Zahlkarte. Nach acht Runden endet eine Partie „Balloon Pop“ mit der Schlusswertung. Es gibt Punkte für jede Spalte und jede der obersten drei Reihen, die am Spielende leer ist. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt.

„Balloon Pop“ schult räumliches Vorstellungsvermögen

Etwas aufgesetzt wirkt das Thema mit Ballons, die nun mal selten quadratisch sind. Statt steigenden Ballons hätten es vielleicht doch fallende Kisten oder Pakete oder Weihnachtsgeschenke oder was auch immer getan. Trotzdem ist „Balloon Pop“ ein gelungenes Spiel, das räumliches Vorstellungsvermögen schult. Denn das ist dringend nötig, um zu sehen, wo welche Ballons landen, vor allem wenn sich die übrigen nach einer Wertung nochmal verschieben.

Die Möglichkeit, über die Zahlen die Zugreihenfolge zu steuern ist ein gelungener Dreh, der dazu führt, dass es im Laufe des Spiels Glück braucht, um die begehrten Steine zu bekommen, wenn man die hohen Zahlen schon früh rausgehauen hat. Das Spielmaterial ist hochwertig, die Regeln sind verständlich. Daumen hoch für ein gutes Familienspiel.

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