Ape Town: Achtung, Affen-Banden!

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Seit „Planet der Affen“ wissen wir: Wenn Affen übernehmen, wird’s nicht unbedingt friedlicher. Kein Wunder also, dass „Ape Town“ eine Stadt ist, in der Affenbanden durch dunkle Gassen streifen, nach Bananenumschlagplätzen suchen und sich gegenseitig die Reviere streitig machen. All das ist in atmosphärisch stimmigem „Film“ – äh „Spiel Noir“-Style gezeichnet und gelungene Plättchen-Lege-Unterhaltung mit einem Hauch Area Control.

  • Autor: Reiner Knizia
  • Illustration: Lars Besten
  • Spielerzahl: zwei bis vier
  • Alter: ab zehn Jahren
  • Dauer: 45 Minuten
  • Lustige Startspielerbestimmung: keine
  • Verlag: Piatnik

Der düstere Spielplan zeigt die namengebende Stadt der Affen und ist in neun Bezirke unterteilt. Je drei graue Wohn-, schwarze Industrie- und Hafen- und weiße Nobelreviere bestehen aus acht oder neun Feldern. Um den Stadtplan herum sind die im unregelmäßigen Wechsel schwarze, weiße und graue Felder zeigende Revier- und die übliche Zählleiste für Siegpunkte zu sehen. Entlang der Revierleiste liegt an jedem Feld ein Plättchen, nur die ersten zehn sind aufgedeckt und bilden die Auslage.

Affen in der Stadt platzieren

Jeder Affenclanboss bekommt 15 transparente Scheiben seiner Farbe (pink, gelb, blau oder grün), sechs Geldbündel und parkt seinen Wertungsstein auf der Zählleiste. Feuer frei für die wilde Affenjagd durch „Ape Town“.

Ein Zug besteht immer aus zwei Teilen: Plättchen nehmen und legen. Die Affenchefin kann das erste Plättchen in der Auslage kostenlos nehmen oder für jedes Feld, das sie bis zum gewünschten Plättchen überspringt, ein Geldbündel bezahlen. Es ist nicht billig, in „Ape Town“ die passende Unterstützung der eigenen Bande zu bekommen.

Punkten mit Lila bei „Ape Town“

Danach legt sie das Plättchen auf ein Feld auf dem Stadtplan, dass die gleiche Farbe hat, wie das Feld, von dem das Plättchen auf der Revierleiste stammt. Je nachdem, was sie legt, hat das unterschiedliche Konsequenzen.

Es gibt drei Affen mit lilafarbenen Hintergrund und Punkten im Gepäck. Beim Koboldmaki ist es immer ein Zähler, beim Schimpansen sind es zwei und beim Mandrill drei. Die lilafarbenen Affen bringen der Chefin Punkte für jeden direkt angrenzenden Bananenumschlagplatz. Baut sie dagegen einen Bananenumschlagplatz, gibt’s Zähler für jeden angrenzenden Affen mit lilafarbenem Hintergrund.

Von Orang-Utans und Kattas

So weit so einfach. Die Spielerin kann aber auch einen der Affenschwergewichte mit weißem Hintergrund setzen: finstere Orang-Utans oder leicht irre aussehende Kattas. Auf diese Affen legt sie eine ihrer transparenten Scheiben, die für später folgende Revier-Wertungen entscheidend sind.

Die wird immer dann ausgelöst, wenn jemand das letzte freie Feld eines Reviers belegt. Zuerst prüfen die Spieler, wer die meisten Orang-Utans in dem Revier hat. Derjenige bekommt für jeden Affen mit lilafarbenem Hintergrund Punkte.

Unterlegene Nachbarreviere bei „Ape Town“

Bei Orang-Utan-Gleichstand gehen die Punkte an den, der die meisten Kattas im Revier hat, egal ob er einen Orang-Utan dort hat oder nicht. Das ergibt interessante, taktische Möglichkeiten, um anderen Punkte wegzuschnappen.

Danach geht es um unterlegene Nachbarreviere. Zunächst wird gezählt, wie viele Kattas insgesamt im vervollständigten Revier liegen – und wem sie gehören. Die Spieler zählen auch die Kattas in allen angrenzenden Revieren. Jedes Revier, das weniger Kattas hat als das volle, gilt als unterlegen. Wer mindestens ein Katta-Plättchen im auslösenden Revier hat, erhält für jeden lilafarbenen Affen im unterlegenen Nachbarrevier Punkte. Die Summer wird aber geteilt durch die Anzahl der am überlegenen Revier beteiligten Personen.

Stadt voll? Spiel endet

Ist die Wertung erledigt, ist der nächste Spieler an der Reihe. Immer, wenn jemand das fünfte Plättchen eines Abschnitts auf der Revierleiste genommen hat, deckt er am Ende seines Zuges die fünf Plättchen des nächsten Abschnitts auf, sodass immer in zwei Bereichen offene Plättchen zur Wahl stehen.

Ist zum Spielende hin kein farblich passendes Feld in einem Revier mehr frei, darf man das gerade genommene Plättchen beliebig platzieren und damit auch punkten. Eine Partie „Ape Town“ endet, sobald das letzte freie Feld auf dem Stadtplan belegt und die daraus resultierende Revier-Wertung abgefrühstückt ist. Wer jetzt die meisten Punkte hat, gewinnt ein unterhaltsames Spiel.

Gut verständlich mit spezieller Atmosphäre

Die Anleitung ist übersichtlich und auch dank vieler Beispiele gut verständlich. „Ape Town“ macht vieles richtig und ist durch die lustigen Affen und die spezielle Atmosphäre ein kurioser Hingucker. Es ist zwar zu zweit spielbar, mit mehr am Tisch passiert aber bei den Wertungen und Mehrheiten mehr.

Die Idee mit der transparenten Markierung auf Orang-Utans und Kattas, die die Revier-Wertung entscheidend, ist gelungen, wobei die blauen Scheiben aus manchem Blickwinkel schwerer zu „durchschauen“ sind als die anderen Farben. Das ist aber das einzige kleine Manko eines guten Spiels.

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