Ananda: Entspannt Tempelsteine schichten

„Ananda“ ist mit „Du baust es auf. Und es dich auch“ untertitelt. Was das heißen soll? In einem ruhigen, entspannten Spiel mit Glücksfaktor setzen wir dominoartige, haptisch tolle Steine zu einem Tempel zusammen. Das macht Spaß, gibt uns das Gefühl, etwas zu schaffen, während es uns mit unseren Mitspielern an einen Tisch bringt. Aufbauend, oder?

  • Autor: Dirk Barsuhn
  • Illustration: Matthias Holländer
  • Spielerzahl: zwei bis vier
  • Alter: ab zehn Jahren
  • Dauer: 45 Minuten
  • Lustige Startspielerbestimmung: wer heute am längsten meditiert hat
  • Verlag: Zoch

Zum hübschen Material gehören neben dem Spielplan und den Steinen auch noch Mönchsfiguren, Meditationskarten und Abstellbänke, die nach Steinregal aussehen. Ein Stein liegt offen in der Mitte des Spielplans, der Rest verdeckt als Vorrat bereit. Jeder erhält eine Figur und Meditationskarten in eigener Farbe, die Anzahl der Karten hängt von der Anzahl der Spielenden ab. Außerdem starten alle mit sechs Steinen, die sie für die anderen verdeckt auf die Ablagebank stellen.

Bei „Ananda“ Karmapunkte sammeln

Ziel des Spiels ist es, mit geschickt platzierten Steinen möglichst viele Karmapunkte zu sammeln. Dafür sind Züge nötig, die jeweils aus fünf Phasen bestehen. Als erstes stellt die Spielerin ihre Mönchsfigur auf ein Feld einer Farbe. Damit legt sie fest, an welche Farbfläche sie anbauen will. Erlaubt sind Areale, auf denen kein anderer Mönch steht. Es darf kein Feld der Fläche sein, von der aus ihr Zug begonnen hat.

In Phase zwei darf die Spielerin beliebig viele Bausteine, die auf einem oder beiden Teilen die gewählte Farbe zeigen, an diese bestehende Farbfläche anbauen. Wie zu erwarten: Es gibt auch bei „Ananda“ die obligatorischen Platzierungsregeln.

Farbflächen verbinden

Ein Stein liegt entweder auf dem Fundament oder auf genau zwei darunterliegenden Steinen, die auf gleicher Ebene liegen. Das bedeutet, ich kann mit einem Stein keinen anderen komplett abdecken und auch nicht überragend in der Luft bauen. Logischerweise bauen wir auch nicht auf anderen Mönchen – ich bitte euch!

Kleine, wichtige Regel: Es ist zwar nicht erlaubt, den Mönch auf eine schon besetzte Fläche zu setzen. Es ist aber möglich die Fläche des eigenen Mönchs mit den eingebauten Steinen mit einer besetzten, punkteträchtigen Fläche zu verbinden.

Flächenwert und Meditationswert entscheiden

Findet ein Spieler keine freie Fläche für seinen Mönch oder möchte er in einem Zug nicht bauen, nimmt er seine Figur vom Spielplan und erhält einen Baustein aus dem Vorrat. Sind dagegen die Bauarbeiten beendet, zählt die Baumeisterin die Anzahl der Felder aus der ihre vergrößerte Farbfläche besteht. Das ist ihr Flächenwert.

Nach der Arbeit hat Autor Dirk Barsuhn das Meditieren (Phase drei) gesetzt. Die Spielerin wählt Karten auf ihrer Hand mit der gleichen Farbe wie die Fläche, auf der ihr Mönch steht. Ihre Summe ist der Meditationswert. Er muss kleiner oder gleich des Flächenwerts sein. Dann kann sie die Karten vor sich als Karmapunkte ablegen.

Bausteine nehmen, Karten ziehen

Die Differenz zwischen Meditationswert und Flächenwert legt außerdem fest, wie viele Bausteine sie aus dem Vorrat nehmen darf, was die vierte Phase ihres Zugs ist.

Zu guter Letzt stellen wir noch das Gleichgewicht wieder her, genauer gesagt das zwischen den eigenen Handkarten und Bausteinen. Man zieht so lange Meditationskarten nach, bis man so viele hat wie Bausteine. Ein Beispielzug mit Rechnung in Bildern:

„Ananda“ spielt sich flott

Klingt nach viel Mathe, ist es aber nicht. Sind die Spielenden erst mal im Flow, geht die Rechnerei flott und stört im Ablauf nicht. Stattdessen wird sie Teil der Taktik für den Erhalt von Karten und Steinen.

All das wiederholt sich so lange, bis ein Spieler seinen letzten Baustein platziert hat und keine Steine mehr im Vorrat liegen. Die gesammelten Karmapunkte in Form von ausgespielten Meditationskarten werden addiert, wer die meisten Punkte hat, gewinnt. Tie-Breaker ist, wer noch am wenigsten Steine auf der Ablagebank hat.

Schönes Material für ruhiges Spiel

„Ananda“ hat ansprechendes Material, die Steine liegen gut in der Hand, die Illustration ist thematisch passend. Es ist ein ruhiges Spiel ohne großen Ärgerfaktor, obwohl alle auf dem gleichen Spielplan bauen. Dass jeder selbst steuert, ob er viele Punkte sammelt oder doch lieber mehr Steine für den nächsten genialen Bau-Zug zieht, funktioniert wunderbar. Zugleich gibt es aber nicht so viele Optionen, als das man „Ananda“ zerdenken könnte.

Zu zweit bauen die Duellanten relativ entspannt aneinander vorbei. Sitzen mehr Spieler am Tisch, wird es schwieriger, freie Felder für den Mönch zu finden, die dann auch noch zu Punkte liefernden Flächen ausbaubar sind. All das macht „Ananda“ zu einem sehr gelungenen, gut zu verstehenden Spiel, das gerne wieder auf den Tisch kommt.

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