Porcus: Saugute Jagd nach Monstern und Münzen

Wenn sich ein Zauberer mitten in einem Zauberspruch räuspert und dann „Hocus Por…cus“ draus wird, passieren lustige Dinge. Bei einer nahegelegenen Farm zum Beispiel, bei der sich Schweine in Helden und andere Tiere in fiese Monster verwandeln. Und ganz nebenbei wird auch noch alles zu einem Dungeon. In diesem illustren Setting spielt „Porcus“, dessen Prototyp ich testen durfte. Mehrfach. Mit geradezu tierischem Vergnügen! Das saugute Kartenspiel, in dem Schweine auf der Jagd nach Schätzen und Monstern sind, macht einfach großen Spaß! Die Kickstarter-Kampagne von „Porcus“ startet bald und verdient einen näheren Blick.

  • Autor: Oscar Martín Cester, Breogan Ramírez Domínguez & Ivan Garcia Marquiez
  • Illustration: Ana Viana Serván & César Ruelas Espinosa
  • Spielerzahl: zwei bis fünf, im Modus für Fortgeschrittene sechs
  • Alter: ab zehn Jahren
  • Dauer: 20 Minuten
  • Lustige Startspielerbestimmung: alle spielen gleichzeitig
  • Verlag: Three Headed Meeple

Also, ab mit uns in den Dungeon. Dafür sucht sich jeder am Tisch einen Helden und sein Kartendeck aus. Wir haben Schurke, Krieger, Druidin, Jägerin und Magier. In der Basisversion des Spiels sind die Decks gleich: acht Angriffskarten mit Zahlwerten von eins bis acht. Ein Schwein ist der Fackelträger. Bereit liegen noch zwei verdeckte Stapel: Die Monster und die Schätze.

Je mehr Heldinnen, desto stärker die Monster

Von letzteren zieht jeder zwei. Einen Schatz darf ein Held auf die Hand nehmen, der andere liegt als verfluchte Schatztruhe verdeckt und bildet den Auftakt des eigenen, aus dem Dungeon getragenen Loot. Allerdings mit zwei Minuspunkten, verfluchte Schätze sind selten was Gutes.

Der Fackelträger deckt nun das erste Monster auf. Links oben ist die Belohnung in Form von Münzen zu sehen, die das umgehauene Biest bringt, rechts oben seine Basis-Lebenspunkte, die immer mit der Anzahl der Spieler multipliziert wird. Unten quer gibt’s noch die Effekte, die während oder nach dem Kampf bei Sieg oder Niederlage eintreffen. Kampfwerte verändern, Schätze ziehen oder verlieren, Monstertrophäe einsacken – um nur einige zu nennen.

Kämpfen oder Schätze horten?

Nun wählt jede Heldin verdeckt eine ihrer acht Angriffskarten. Die große Zahl ist der Angriffswert. Je höher der ist, je mehr die Heldin sich also anstrengt, auf das Monster einzuprügeln, desto weniger Zeit hat sie, Schätze zu sammeln und umgekehrt.

Darum hat die Karte mit der Eins gleich zwölf Münzen als Belohnung. Lass mal schön die anderen kämpfen, ich schau mal kurz, was in der großen, glänzenden Kiste liegt. Die Acht dagegen bringt nur zwei Münzen, aber eben den meisten Schaden.

Munteres Effekte-Werfen bei „Porcus“

Alle decken gleichzeitig ihre Angriffskarte auf. Dann wird ausgerechnet, ob die gemeinsame Angriffskraft für das Monster reicht. Nein! Es fehlen zwei Punkte! Aber halt, die Druidin packt einen Schatz aus, holt verzauberte Pfeile raus und der dämliche Drache ist gefallen! Oder doch nicht? Der Krieger vermiest der Druidin die Tour, weil er nicht will, dass sie die Beute einheimst und verringert mit einem Trank aus seiner Truhe die Angriffskraft wieder. Ob sich jetzt die Jägerin noch einmischt?

Es gibt keine Reihenfolge, wer wann welchen Schatzeffekt nutzt. Solange wer noch Schatzkarten hat, darf er sie in den Ring – äh – Dungeon werfen. Es passt ganz wunderbar ins Dungeon-Loot-Helden-Setting, dass verwendete Schätze aus dem Spiel kommen und nicht als Beute am Spielende Punkte bringen. Wenn ich die Pfeile aus der Schatzkiste in den Monster-Stier versenkt habe, kann ich sie nach der Tour durchs Labyrinth nicht mehr verticken. Gleiches gilt für getrunkene Tränke. Weg ist nun mal weg. Eine Beispielrunde in Bildern:

Nach acht Runden Loot-Vergleich

Kann oder will keiner mehr Schätze spielen und haben die Heldinnen gewonnen, legen alle ihre Angriffskarte in die Beutereihe und es gibt dem Monster entsprechend Schätze und Trophäen. Auch manche Angriffskarten bringen Schätze, wenn sie im siegreichen Kampf im Einsatz waren. Haben die Helden verloren, sind die Angriffskarten mitsamt Münz-Belohnung aus dem Spiel. Am Ende der Runde wandert die Fackel an den linken Nachbarn weiter. Das ist wichtig, denn die Fackel entscheidet Tie-Breaks.

Nach acht Runden, wenn alle Heldinnen alle Angriffskarten eingesetzt haben, endet eine Partie „Porcus“. Wer den meisten Loot gesammelt hat, nachdem die Minuspunkte der verfluchten Truhen abgezogen sind, gewinnt. Und meistens wollen alle danach einfach noch eine Runde spielen. Weil es ein tolles, kleines, schnelles, lustiges Spiel ist, bei dem man die Mitspieler und ihre Beute, in dem die bereits ausgespielten Angriffskarten liegen, gut einschätzen muss, um zu gewinnen. Der große Reiz an „Porcus“ liegt darin, dass die Spielenden nur gemeinsam ein Monster besiegen können, zugleich will aber jeder für sich die meisten Schätze zusammenraffen.

Heldenfähigkeiten und Hexe für Fortgeschrittene

Nach ein paar Runden können die Helden je drei ihrer Angriffsdecks durch Sonderkarten ersetzen. Dann hat jeder Heldentypus eigene Fähigkeiten – die Jägerin sperrt Monster im Loot in punkteträchtige Käfige, Druidin und Magier zaubern auf ihre spezielle Weise, der Schurke hortet Schätze und der Krieger wird stärker.

Außerdem kommt die richtig putzige Hexe dazu, die besondere Dinge mit verfluchten Schatztruhen anstellen kann. Das bringt eine sehr gelungene Varianz mit mehr Anspruch ins Spiel. Natürlich gleichzeitig mit neuen Monstern und noch mehr Schätzen.

Clevere Ideen bei „Porcus“

Die verfluchten Schätze als Kartenrückseite zu nehmen, ist clever. Noch besser ist die Idee, die Truhen im fortgeschrittenen Spiel auf- oder zuschließen zu lassen. „Porcus“ ist über die zu multiplizierenden Basis-Lebenspunkte super an die Anzahl der Spieler anpassbar. Das Gezocke funktioniert zu zweit schon prima, macht aber mit mehr Leuten, die sich Karteneffekte um die Ohren hauen, noch viel mehr Spaß.

Und dann wär’ da auch noch die wirklich ausgesprochen gelungene Illustration von „Porcus“. Die Schweine-Helden sind großartig, die Monster ebenso, selbst die „Work in Progress“-Karten mag ich. Waffen, Schilde, Tränke und sonstige Hilfsmittelchen, die wir in den Schätzen finden, sind liebevoll mit kleinen Details – findet die Schweineschnauzen-Steckdosen! – versehen.

Kickstarter-Kampagne startet Anfang Mai 2026

Das sich gegenseitig mit Effekten den Plan zerlegen, die Abwehr, der Konter und am Ende hat ein lachender Dritter oder Vierter den Schatz und die Monsterkarte eingesackt? Es ist ein bisschen fies, es ist schnell. „Porcus“ macht eine geradezu diebische Freude – beabsichtigter, versteckter Wortwitz, ich hab den Schurken gespielt.

Binnen kurzer Zeit hat „Porcus“ in meinen Gruppen einen Fanclub. Es kommt immer wieder auf den Tisch. Gerne jederzeit mehr davon! Und damit „Porcus“ es ins spielerische Universum und auf viele Spieltische schafft: Die Kickstarter-Kampagne startet am 5. Mai, schaut’s euch an, es ist ein tolles Spiel!

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