Wir erinnern uns, Abflug mit historischem Fluggerät bei „Forbidden Desert“, Landung auf einer kuriosen, schwebenden Plattform im Himmel. Genauer gesagt auf der „Kopernikus-07“, wie die fliegende Forschungsstation heißt. Dort spielt „Forbidden Sky“, der dritte Teil der Forbidden-Reihe von Matt Leacock. Kreativ ist es, was der großartige Autor diesmal von seinen erneut kooperativ agierenden Spielern sehen will. Mit Spulen und Leisten bauen sie einen komplett ungefährlichen Stromkreis, dank dem die rettende Rakete abheben kann.
Das historische Fluggerät parkt gut erkennbar auf dem Startfeld von „Forbidden Sky“. Scheinbar haben unsere Abenteurer dann eine Weile auf der Plattform mitgearbeitet, ehe deren Evakuierung wegen eines üblen Sturms auf dem Plan stand. Ein gigantischer Blitz hat den letzten Gleiter gebrutzelt. Also bleibt den Heldinnen nur eine Versorgungsrakete, die vorher aber mit Strom versorgt werden muss.
„Kopernikus-07“ entsteht während der Partie
Die Spielenden bewegen sich mit ihren Figuren zwar wieder über quadratische Plättchen, aber diesmal gibt es keine fertige Auslage, wie bei „Forbidden Island“ oder „Forbidden Desert“. „Kopernikus-07“ entsteht während der Partie auf dem Spieltisch. Dabei müssen die Abenteurer aufpassen, dass der Sturm sie nicht von der Plattform weht oder sie vom Blitz getroffen werden.
Los geht es auf besagtem vier Quadrate großen Startfeld. Es zeigt unser altes Fluggerät, daran grenzt ein Kompass an, wichtiger Teil der Spielmechanik, und schließlich zwei Teile der Plattform. Grundsätzlich gilt: Über graue Bereiche eines Plättchens können Figuren laufen, die roten sind die Sturmwolken, logisch, dass man die nicht betreten kann.
Vom Wind verweht – über die Plattform von „Forbidden Sky“
Diesmal haben die Spieler es mit einem Windstärkeanzeiger zu tun, der über ihr Wohl und Wehe entscheidet. Eher Wehe, mit viel Wind.
Wie gewohnt, gibt der Zeiger an, wie viele Karten, diesmal Wetterkarten, jeder Spieler am Ende seines Zuges ziehen muss. Und wie immer gilt: Je mehr, je schlechter und desto schneller sollte das Team fertig werden mit seiner Hauptaufgabe.
Blaupausen als Bauplan für Stromkreis
Die besteht tatsächlich darin, einen Stromkreis zu schließen, der die Rakete mit Energie versorgt. Zum ersten Mal in der Reihe regelt dabei nicht der Anzeiger die Schwierigkeit des Spiels, sondern die Blaupausen. Sie geben vor, wie viele Bauteile die zu Elektriker gewordenen Abenteurer mit Leitungen verbinden müssen, um zu gewinnen.
Wobei die Leitungen nicht mit den auf den Plättchen aufgedruckten Kabeln zu verwechseln sind. Bei normaler Schwierigkeit sind das neben der Plattform der Rakete beispielsweise zwei große und drei kleine Kondensatoren und drei Blitzableiter. Wie sie die Teile einbauen, kommt gleich.
Metallplattform bei Gewitter im Himmel – tolle Idee, Matt!
Dafür ist entscheiden, was genau auf den Plattformteilen zu sehen ist. Auf den grauen Flächen, die wohl aus Metall bestehen und deshalb bei dem munteren Geblitze da draußen ein Problem sind, finden wir orangefarbene Kabel und auf manchen Plättchen noch grüne oder rote Viertel- oder blaue Halbkreise.
Jeder Spieler hat pro Zug vier Aktionen, für die es vier beliebig kombinier- und wiederholbare Möglichkeiten gibt. Ein Abenteurer kann senkrecht oder waagerecht laufen und zwar so weit wie möglich und nötig. Diesmal gelten Plättchen als benachbart, die durch graue Flächen miteinander verbunden sind – oder solche mit einem grünen Teleporter, der uns offenbar über die Plattform beamen kann.
Unterschied zwischen erkunden und entdecken
Beim Erkunden deckt eine Spielerin ein neues Plattformplättchen auf und legt es vor sich. Jeder darf maximal drei Plättchen haben. Beim Entdecken – nicht von den ähnliche Begriffen verwirren lassen! – legt sie eines ihrer Plättchen an die das Feld der Plattform an, auf dem sie steht.
Die wichtigeste Regel dabei: Das neue Plättchen muss mit mindestens einem Kabel mit dem Plättchen verbunden sein, an das es angelegt wird, es können auch mehrere Kabel sein.

Immer mehr Bauteile auf der Plattform in „Forbidden Sky“
Ist auf dem neuen Plättchen ein Blitzableitersymbol, stellt die Spielerin sofort das passende Bauteil darauf. Gleiches gilt, wenn zwei blaue Halb- oder vier grüne oder rote Viertelkreise zusammengefügt wurden.
Dann kommt ein kleiner (blau) oder großer (grün) Kondensator drauf. Auf den vervollständigten roten Kreis wandert die Raketenplattform.
Nicht nur Elektriker verlegt Leitungen
Letzte Aktionsmöglichkeit: Eine Leitung zwischen zwei Bauteilen – Kondensator, Raketenplattform, Blitzableiter – legen. Das geschieht tatsächlich physisch in Form von balkenartigen Leitungen, die magnetisch auf den Bauteilen hängen bleiben.
Auch hier gibt’s Regeln: Maximal zwei Leitungen pro Bauteil, die beiden Metallteile der Raketenplattform dürfen die Spieler nicht direkt miteinander verbinden – da sollten schon alle in der Blaupause geforderten Bauteile dazwischen liegen!
Gesundheit und Seilstabilität im Blick behalten
Hat eine Spielerin vier Aktionen abgehandelt, zieht sie die gefürchteten Wetterkarten. Diesmal müssen die Spielenden nicht, wie in der Wüste, den Wasserstand in ihren Flaschen im Auge behalten.
Stattdessen sind gleich zwei Werte zu beachten: Lebenspunkte und der Zustand des Seils, mit dem sie auf der sturmumtosten Plattform gesichert sind. Ist einer der beiden Werte auf Null, ist das Spiel verloren.

Wenn der Wind dreht…
Blitzschläge in Blitzableiter verletzen die Abenteurer und setzen sich im ungünstigsten Fall über die gebauten Leitungen fort und treffen auch weiter entfernt stehende Figuren.
Der Wind kann drehen, was der Kompass festhält. Das ist wichtig für die nächste Kartenart: Ein Windstoß weht alle Abenteurer ein Plättchen in die Richtung, die der Kompass zeigt.Weht es sie von der Plattform, erleidet ihr Seil schaden.
Sechs Abenteurer zur Wahl
Wird der Sturm stärker, rückt der Marker auf dem Windstärkeanzeiger nach oben, was wie immer dazu führt, dass mehr Karten gezogen werden müssen.

Was wäre die Forbidden-Reihe ohne unsere liebgewonnenen Abenteurer-Charaktere? Schade, das sie ab Teil drei keine richtigen Figuren mehr haben, sondern normale Pöppel sind. In mancher Partie haben wir die Figuren aus „Forbidden Desert“ oder „Forbidden Island“ genommen. Weil wir sie mögen!
Wieder dabei: Bergsteiger und Navigatorin
Den Bergsteiger und die Navigatorin kennen wir aus vorherigen Serienteilen. Der Bergsteiger kann wie schon in der Wüste einen anderen Abenteurer mitnehmen und auch mal über den Abgrund von Plättchen zu Plättchen wechseln und ist auch vor Schaden geschützt, wenn es ihn mal von der Plattform weht.
Die Navigatorin tut, was sie immer tut: andere Abenteurer bis zu drei Felder weit bewegen. Der Arzt übernimmt die Rolle des Wasserträgers in der Wüste und kann verletzte Abenteurer heilen. Der Seilmacher dagegen repariert logischerweise die Sicherungsseile.
Neue und bewährte Ausrüstung bei „Forbidden Sky“
Mehr fürs Bauen zuständig sind die zwei verbleibenden Charaktere: Der Elektriker kann kostenlos eine Leitung bauen oder entfernen. Der Ingenieur startet mit zwei Plättchen, darf bis zu vier vor sich liegen haben und sie außerdem an Mitspieler weitergeben, wenn sie mit ihm auf einem Feld oder angrenzend stehen.
Auch diesmal helfen den Abenteurern Ausrüstungskarten, die es dank einiger Plattformplättchen gibt. Neben dem beliebten Raketenrucksack haben wir Blitzschutz, Leitungsroboter, Plattformklammer, Seil-Reparatur- oder Erste-Hilfe-Set, Zeitbremse, Aerometer und Grafitationshaken.

Physik im Spiel: Faradayscher Käfig schützt vor Blitz
Außerdem gibt es auch auf manchen Plattformfeldern einen Faradayschen Käfig gegen Blitze oder einen Windschutz gegen die nächste Böe.

Und all das ist wirklich sehr, sehr nötig, will die Gruppe den Sturm überstehen!
Überraschender Showeffekt beim ersten Sieg
Ziel des Unterfangens ist es, am Ende den Stromkreis mit allen nötigen Bauteilen zu schließen, wenn alle Abenteurer auf der Plattform der Rakete stehen, also einsteigen und losfliegen können.

Dann folgt ein netter Showeffekt. Ist der Stromkreis geschlossen, blinkt und rumort die Rakete als würde sie wirklich abheben. Video-Beweis gefällig? Bitte schön:
Bislang komplexester Teil der „Forbidden“-Reihe
„Forbidden Sky“ ist der bisher komplexeste Teil der „Forbidden“-Reihe, denn der extrem variable Aufbau der Plattform und die ein bisschen unübersichtlichen Plattformplättchen mit Kabeln und allerlei Symbolen sorgen dafür, dass man sehr konzentriert bleiben muss, um sich nicht aus Versehen zu verbauen.
Dazu müssen die Spieler ständig die Längen der Leitungen abschätzen und hoffen, dass sie lang genug sind, um Kondensator mit Blitzableiter mit Raketenplattform zu verbinden.
Nächster Halt: „Forbidden Jungle“
Ein schöner Teil der Reihe ist „Forbidden Sky“ trotzdem. Die magnetischen, minimalen und deshalb ungefährlichen Strom leitenden Bauteile, der Licht- und Soundeffekt der Rakete – das macht einfach Spaß am Spieltisch. Und jetzt? Sind wir mit unserer Rakete erfolgreich gestartet. Nächster Halt: Fremder Planet, Aliens, Urwald, auch „Forbidden Jungle“ genannt.
Aus der Reihe
In der „Forbidden“-Reihe sind (Stand Februar 2026) „Forbidden Island“ (Deutsch: „Die verbotene Insel“), „Forbidden Desert“ (Deutsch: „Die vergessene Stadt“), „Forbidden Sky“ und „Forbidden Jungle“ erschienen.






































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