Hat’s die Menschheit mal wieder vergeigt? Nicht ganz. Aber der Raubbau an den Ressourcen des Planeten muss ein Ende haben. Darum wollen wir in „Die letzten Droiden“ als Ökomechs genannte Mechanikerinnen Roboter in ihre Einzelteile zerlegen, andere Droiden damit reparieren oder konstruieren und möglichst viele Punkte dabei sammeln.

  • Autor: Fabien Gridel
  • Illustration: Anne Heidsieck
  • Spielerzahl: ein bis vier
  • Alter: ab zehn Jahren
  • Dauer: 30 Minuten
  • Lustige Startspielerbestimmung: wer zuletzt etwas rezykliert hat
  • Verlag: Blue Cocker Games

Vorweg: „Die letzten Droiden“ hat herausragend schön gestaltetes Material, das Anne Heidsieck wunderbar in weichgezeichneten Szenen mit unfassbar putzigen Robotern illustriert hat. Optisch ist das einfach zum Verlieben. Nehmt euch ruhig die Zeit, die Droiden genau anzusehen und die vielen, liebevollen kleinen Details zu entdecken. Danach können wir spielen!

Ressourcen im Schuppen

Jeder Ökomech hat einen Schuppen, in dem zu Beginn Platz für jeweils drei der vier möglichen Ressourcen ist: Am wertvollsten sind die Batterien, außerdem gibt es Schaltkreise, Öl und Muttern. All das brauchen wir, um sieben Arten von Droiden zu bauen.

Die Karten der normalen Droiden sind immer gleich aufgebaut. Oben links steht, welche Bauteile die Spielerin erhält, wenn sie den Droiden zerlegt, unten links, welche Bauteile seine Reparatur kostet. Rechts oben findet sich der Droidentyp, rechts unten die Punkte, die es für die Karte am Ende gibt, und unten in der Mitte der Effekt des Droiden.

Was sind „Die letzten Droiden“?

Sammeldroiden sorgen für zusätzliche Bauteile, die man beim Zerlegen eines Droiden erhält. Marktdroiden machen das Tauschen von Bauteilen günstiger. Mit Lagerdroiden bekommen wir zusätzlichen Platz in unserem Schuppen. Wasserdroiden sind besonders punkteträchtig. Kommunikationsdroiden brauchen zerlegte andere Kommunikationsdroiden, um sich am Ende zu lohnen. Gemüsedroiden zeigen zwei bis fünf Blätter, für die es Belohnungen geben kann. Und dann wären da noch die Hausdroiden, die eine Klasse für sich sind, dazu später mehr.

Aus dem bisher Erzählten ergibt sich logischerweise, dass man zwar ein paar Startressourcen hat, die aber für wenig reichen. Also muss ein Ökomech immer wieder Droiden zerlegen, um Bauteile zu erhalten, um andere Roboter zu reparieren. Man kann auch Bauteile tauschen, das ist aber relativ teuer. Jede Batterie kann ein anderes Bauteil werden, es sind aber drei gleiche Bauteile nötig, um eine Batterie zu machen und zwei gleiche Bauteile für ein beliebiges anderes – eine Übersichtskarte erinnert daran. Also will man das doch meistens lieber mit Zerlegen erledigen.

Startspieler-Ökomech verteilt Droiden

Und wie kommt ein Ökomech nun an neue Droiden? Über das Auswahlverfahren, das sich jede Runde wiederholt. Der stetig wechselnde Startspieler deckt so viele Droiden auf, wie Ökomechs am Tisch sitzen. Dann wählt er seinen aus und weist die anderen mehr oder weniger unter Berücksichtigung der Wünsche der anderen zu. Meistens ist eher weniger der Fall, man will schließlich selbst bester Ökomech sein!

Danach entscheidet jeder, ob er den Droiden repariert oder zerlegt, was also entweder Bauteile kostet oder bringt. Dritte Möglichkeit: Einen der Hausdroiden konstruieren, was bedeutet, dass der gerade genommene Droide weggelegt wird, ohne Bauteile zu bringen. Von den Hausdroiden gibt es nur eine begrenzte Anzahl pro Partie. Das hat mit der Schlusswertung zu tun.

Hausdroiden oder Nachziehstapel leer? Spielende

Es gibt davor aber zwei Zwischenwertungen im Spiel, die jeweils als Ende einer Jahreszeit bezeichnet werden. Danach wird geprüft, wer die meisten Blätter dank reparierter Gemüsedroiden hat. Derjenige erhält eine Batterie. Außerdem bekommen alle einen Schuppenanbau, den sie an eine der vier Spalten anlegen dürfen.

Danach geht das Spiel mit den Droidenkarten der nächsten Jahreszeit weiter. Wenn irgendwann alle Hausdroiden repariert sind, endet das Spiel. Das passiert auch, wenn der Nachziehstapel an Droiden in der dritten Jahreszeit aufgebraucht ist.

Punkteregen bei Schlusswertung von „Die letzten Droiden“

Es folgt eine Schlusswertung. Jeder reparierte Droide bringt die aufgedruckten Punkte, wer die meisten übrigen Bauteile hat, bekommt nochmal zwei, bei den meisten Blättern auf Gemüsedroiden sind es drei. Jeder reparierte Kommunikationsdroide sorgt für so viele Punkte, wie gleiche Droiden beim Reparieren oder Konstruieren abgelegt sind.

Dann kommen noch die Punkte durch die Hausdroiden dazu. Sie sind nicht nur ziemlich hübsch, sondern auch noch auf verschiedene Arten Punktelieferanten. Mal für Bauteile, die am Spielende übrig sind, mal für möglichst viele reparierte Droiden einer Art und so weiter. Wer die meisten Punkte hat, darf sich als beste(r) Ökomech feiern und von seinen Droiden hochleben lassen.

Fröhliches Droidengebastel

„Die letzten Droiden“ ist ein gelungenes, recht einfaches Ressourcen-Management mit ein bisschen Engine Building im Anfängerstadium. Es spielt sich flott, überfordert nicht und führt gut in beide Mechaniken ein. Außerdem hat es eine Solo-Variante und passt sich gut an die Anzahl der Spieler an. Ob zu zweit, zu dritt oder zu viert – die Regeln sind immer ein wenig anders, zu viert wird in Teams gespielt.

Wer hochkomplexen Roboterbau erwartet, ist hier fehl am Platz. Wer aber Spaß an ein bisschen fröhlichem Droidengebastel hat, macht mit „Die letzten Droiden“ absolut nichts verkehrt und bekommt außerdem ein wirklich wunderschönes Spiel.

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