Carnuta: Miraculix lässt grüßen

Denkt noch wer bei „Carnuta“ direkt an den Karnutenwald? Wo sich nicht nur bei Asterix die Druiden versammelt haben? Jetzt dürft ihr dreimal raten, was wir beim schönen, nicht zu fordernden Set-Collection-Spiel mit nettem Dreh tun. Genau. Zutaten für den besten Zaubertrank sammeln!

  • Autor: Yohan Goh, Hope S. Hwang & Gary Kim
  • Illustration: Davide Tosello
  • Spielerzahl: zwei bis vier
  • Alter: ab zehn Jahren
  • Dauer: 25 Minuten
  • Lustige Startspielerbestimmung: keine
  • Verlag: Repos Production

Jede Person am Tisch bekommt ein Tableau mit einem Marker, zwei Gesperrt-Plättchen, zwei Tag- und zwei Nachtrunen. Dazu eine Startzutat, die einen ersten Hinweis gibt, in welche Sammelrichtung man gehen möchte.

Zutaten am Tag oder in der Nacht sammeln

In der Tischmitte liegen der Runenvorrat und neben dem jeweiligen Nachziehstapel je vier Tag- und vier Nachtzutaten aus. Am Tag können die Druiden Klee, Blume, Ei und Honig ergattern, nachts sind es Falter, Schädel, Brombeere und Pilz. Bei Tag und Nacht ist Salz, eine Jokerzutat zu finden.

Und schon kann die wilde Brauerei losgehen. Wer an der Reihe hat zwei Aktionen und dafür vier Möglichkeiten in beliebiger Reihenfolge: Karte nehmen oder ausspielen sowie Rune nehmen oder umdrehen. Es ist möglich, eine Aktion mehrfach auszuführen.

Aktionsmöglichkeiten bei „Carnuta“

Eine Karte nehmen erklär sich von selbst. Maximal drei Zutatenkarten darf eine Druidin auf der Hand haben.

Für die Runenaktionen ist es wichtig zu wissen, dass jede Rune eine Tag- (Sonne) und eine Nachtseite (Mond) hat. Wer Runen nimmt, holt sich alle Tag- oder Nachtrunen aus dem allgemeinen Vorrat. Wer Runen umdreht, dreht alle eigenen Runen einheitlich auf Tag- oder Nachtseite.

Mit Runen bezahlen

All das ist nötig, weil wir für die jeweiligen Zutatenarten auch Tag- oder Nachtrunen als Bezahlung zum Ausspielen der Karten brauchen. Zeigt eine Karte als Kosten Runen mit einem Pfeil, muss die Druidin eigene Runen auf die andere Seite drehen. Runen mit X wandern in den allgemeinen Vorrat. Hat man nicht genug passende Runen für die Karte, kann man sie nicht spielen.

Die Druiden flippen also immer wieder Runen hin und her oder geben sie ab um möglichst zielführend Zutaten auszulegen. Warum? Um Punkte zu sammeln. Denn die Karten zeigen nicht nur links unten, ob sie eine Zutat oder gleich zwei bringen. In der Ecke rechts unten ist auf den meisten auch noch eine Siegpunktbedingung zu sehen.

Unterschiedliche Anforderungen je Karte

Heißt: Ich nehme mir einen Honig. Der bringt mir am Ende für jeden Pilz in meinem Zutatenbeutel zwei Zähler. Also will ich Pilze. Ein Pilz wiederum kann einfach so zwei oder fünf Punkte bringen. Oder deren sechs für jede Kombination aus zwei Faltern und einem Ei. Jeweils sieben verschiedene Karten mit Bedingungen gibt es pro Zutat.

Jeder Spieler hat übrigens noch zwei druidentypische Sicheln – um nochmal Asterix, genauer gesagt Miraculix zu zitieren: Man hat Sicheln für Misteln und Wurzeln. Ok bei „Carnuta“ eher um pro Sichel einmal als Zusatzaktion alle Tag- oder Nachtkarten auszutauschen, weil die Auslage einfach nicht passen will.

Bonusplättchen und mehr Runen

Für jede ausgespielte Karte wandert der an einen Tautropfen erinnernde Marker auf dem eigenen Tableau ein Feld nach vorn. Dadurch spielt die Druidin mehr Plätze für Runen frei und erhält einmalig auch ein Zutatenplättchen, das eine einfach nicht im Wald zu findende Zutat ersetzt.

Das Spielende ist eingeleitet, sobald ein Spieler die elfte Karte ausspielt. Danach wird die Runde fertig gespielt und eine finale Runde folgt. Anschließend zählt jeder die Punkte, die seine Zutaten bringen, wer die meisten Punkte hat, gewinnt den diesjährigen Wettstreit der Druiden.

Tolle Illustration, schöne Steine, gutes Spiel

Schon das Artwork von „Carnuta“ hat mich erwischt. Ich mag die raue, kantige Art der Illustration, hinzu kommen die haptisch schönen Runensteine und die ebenfalls sehr hübsch gezeichneten Zutaten.

„Carnuta“ macht mich zufrieden, wenn ich genau die noch fehlende Karte für die richtig gute Zutaten-Kombi-Packung noch schnell kurz vor Schluss spielen konnte. Und wenn nicht? Auch nicht schlimm. Eine Runde geht flott, spielt sich fluffig und flüssig. Heißt: Man kann direkt noch eine Runde Zaubertränke brauen.

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