Alien Artifacts: Imperium im All mit vielen Karten

Ab ins All geht es bei „Alien Artifacts“. Die weltallfreudigen Spieler wollen neue Welten erforschen, Technologien entwickeln und mächtige Flotten aufbauen. Klingt angriffslustig? Ist es auch. Aber am Ende wollen sie doch alle nur die Alien-Mächte zu besiegen, die die eigene Existenz bedrohen.

  • Autor: Marcin Ropka & Viola Kijowska
  • Illustration: Evan Lee (Schachtel), Igor Puskaric (Schiffe), Aleksandar Mihajlovic, Pablo Fernandes, Bogdan Tufecciu, Miroslav Petrov, Raypier P, Jack Grin & Rafal Szyma (Planeten)
  • Spielerzahl: zwei bis fünf
  • Alter: ab zehn Jahren
  • Dauer: 60 Minuten
  • Lustige Startspielerbestimmung: wer zuletzt Beteigeuze im Sternbild Orion besucht hat
  • Verlag: Portal Games

Wer in das Universum von „Alien Artifacts“ eintauchen will, muss sich zuerst für eine Fraktion entscheiden. Sechs davon stehen zur Auswahl: Klon-Klan, Sternen-Union, Bioniks, Gemeinschaft, Die Liga und Bischofsrat. Das jeweilige Fraktionstableau, das man vor sich hinlegt, ist der Ausgangspunkt für das Anlegen der Karten, die man später bekommt. Rund um das Tableau verwaltet man die Karten. Links ist der Bereich für Bauvorhaben, rechts befindet sich der Bereich des Imperiums. Auf der Bankleiste wird angezeigt, welche finanziellen Möglichkeiten man hat.

Von Schiffen, Technologien und Planeten

Grundsätzlich gibt es drei Basis-Kartentypen, mit denen man sein Imperium verbessern kann: Schiffe, Technologien und Planeten. Jede dieser Karten kann man immer auf eine von zwei Arten nutzen: Mit der Option „Logistik“ erhält man dauerhaft Boni für den Rest des Spiels. Sie machen das Imperium stärker und können dabei helfen, es schneller zu entwickeln. Entscheidet man sich für „Operativ“, gibt es neue Möglichkeiten, Siegpunkte zu bekommen.

In jeder Runde hat ein Spieler drei Ressourcenkarten auf der Hand. Es gilt, diese Karten so sinnvoll wie möglich einzusetzen. Mit neuen, besseren Schiffen kann er Aliens angreifen, um die titelgebenden Artefakte zu erbeuten. Was wiederum weitere Boni bringt. Bessere Technologien ermöglichen den Zugriff auf mehr Aktionen und Siegpunkte. Doch ohne Ressourcen läuft alles nicht. Deshalb muss man neue Planeten erforschen.

Viele Aktionsmöglichkeiten bei „Alien Artefacts“

Jeder Spieler führt, wenn er am Zug ist, zwei Schritte aus: die Aktions- und die Nachziehphase. In der Aktionsphase darf man immer nur eine Aktion ausführen. Dabei hat man die Wahl aus Basisaktionen, Operativaktionen sowie der jeweiligen Fraktionsaktion. Letztere ist immer verfügbar.

Zu den Basisaktionen gehören unter anderem eine Karte kaufen, einen Planeten entdecken, ein Schiff bauen oder Ressourcen eintauschen. Operativaktionen sind der Start einer Offensive, Einnahmen erhalten und auf Planeten schürfen. Für die meisten Aktionen benötigt man Ressourcenkarten. Wenn man Ressourcen ausgibt, darf man allerdings nur Ressourcen einer Farbe (blau, grün, rot, gold) verwenden. Hier gilt es außerdem, auf das Produktionslimit zu achten.

Credits und Ressourcen

Man kann aus sieben Basisaktionen wählen. Für den Kauf einer Karte (Schiff, Technologie, Planet) muss man die Credits aus der eigenen Bank ausgeben. Wer einen Planeten entdecken möchte, benötigt dafür die entsprechende Menge grüner Ressourcen. Planeten können entweder besiedelt oder über die Operativseite ausgebeutet werden.

Für blaue Ressourcen kann man eine Technologie weiterentwickeln. Hier muss man sich entscheiden, ob man die Technologie verwendet, oder ob man sie an den Konzern verkauft. Rote Ressourcen sind notwendig, um ein Schiff zu bauen. Damit kann man entweder der Flotte beitreten oder Aliens oder das Imperium eines Mitspielers angreifen.

Planbare Bauvorhaben

Durch das Vorbereiten von Ressourcen kann man Bauvorhaben planen. Ressourcen können auch in Credits eingetauscht werden. Ist man von einem Mitspieler angegriffen worden, können sich Blockadeplättchen auf den eigenen Karten befinden. Diese kann man als eine Art der Basisaktion entfernen.

Um eine Operativaktion auszuführen, benötigt man unbedingt Ressourcen. Nur so kann man eine Offensive starten, Einnahmen erhalten oder Planeten schürfen.

Karten abwerfen und nachziehen

Hat man sich für eine Aktion entschieden und diese ausgeführt, folgt die Nachziehphase. Man kann beliebig viele Ressourcenkarten von der Hand abwerfen und dann vom Ressourcenstapel ziehen, bis man wieder drei Karten auf der Hand hat. Jedes Mal, wenn der Ressourcenstapel leer ist, wird der Rundenmarker ein Feld weitergerückt. Das geht so lange, bis er am Ende der Leiste steht. Damit wird das Spielende ausgelöst. Dann werden die Siegpunkte gezählt.

Zu viel Auswahl bei „Alien Artefacts“?

Über mangelnde Möglichkeiten kann man sich bei „Alien Artifacts“ wahrlich nicht beschweren. Im Gegenteil. Bei der Testrunde ging es uns eher so, dass man zu viel Auswahl hat. Weniger erfahrene Spieler können hier schnell den Überblick verlieren. Und bis man sich für eine Taktik entschieden hat, kann es schon zu spät sein.

Bereits das Regelstudium verlangt einem alles ab. Häufiges Hin- und Herblättern während der ersten Partie bleibt da leider nicht aus, sodass erst mit der Zeit ein richtiger Spielrhythmus entsteht. Wer sich früh eine Taktik zurechtlegt und diese verfolgt, hat gute Chancen, am Ende als Sieger vom Tisch aufzustehen. Die Grafik ist sehr solide. Die Fraktionentableaus sind doppelseitig bedruckt für männliche und weibliche Charaktere.

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