Da stolpert man der untergehenden Sonne entgegen und schafft es dabei, im Inneren einer Pagode die zehn mächtigen Yokai zu wecken. Die müssen die Spielenden bei „Yokai Pagoda“ besänftigen, einem taktischen und doch schnellen Kartenspiel mit mystischer, teils gruseliger Illustration.

Das Spielmaterial ist flott beschrieben: Zehn Opferkarten mit Werten von eins bis zehn für jeden Yokai. Torii-Karten, die in Form von japanischen Toren die Runde anzeigen. Dazu fünf Übersichtskarten, die die Zugmöglichkeiten in Erinnerung rufen – hilfreich!
Mit Opfergaben Laune der Yokai verbessern
In einer Partie „Yokai Pagoda“ versuchen die Spielenden über mehrere Runden, mit Opfergaben die Laune der Yokai – Fabelwesen, Monster und Geister aus japanischen Mythen und Geschichten – zu verbessern.

Bei drei bis fünf Spielern bilden drei Torii-Karten die Rundenanzeiger, zu zweit werden vier Runden gespielt. Der Ablauf ist danach identisch.
Zwei wichtige Ablagestapel bei „Yokai Pagoda“
In der Tischmitte liegt der Pagodenstapel, das sind die verdeckten, gut gemischten Opferkarten. Links und rechts davon ist eine davon aufgedeckt – die Opferkartenstapel. Außerdem hat jeder Spieler sieben Opferkarten auf der Hand.

Wer an der Reihe ist, legt eine Karte aus der Hand auf eine der beiden aufgedeckten Karten in der Tischmitte. Dadurch entsteht eine von drei möglichen Konstellationen.
Gute und weniger gute Züge bei „Yokai Pagoda“
Erstens: Farbe oder Zahl der Karte stimmen überein. Zweitens: Andere Farbe und die Zahl ist höher als die auf dem Stapel. Drittens: Andere Farbe und die Zahl ist niedriger als die der darunterliegenden Karte.
Bei einer Übereinstimmung darf der Spieler eine weitere Handkarte wählen und an einen beliebigen Mitspieler weitergeben. Damit reduziert er seine Handkarten in einem Zug um gleich zwei Karten.

Gesamtwert der Handkarten entscheidet über Rundenende
Ohne Übereinstimmung und mit höherem Zahlwert muss der Spieler entweder die oberste Karte vom Pagodenstapel ziehen oder die obere Karte von einem der beiden Opferkartenstapel nehmen, wird also in diesem Zug am Ende keine Karte los.

Ist der Zahlwert ohne Übereinstimmung niedriger, prüft ein Spieler, ob der Gesamtwert seiner Karten größer als drei ist. Dann geht die Runde normal weiter. Ist der Gesamtwert aber kleiner als drei, kann sich der Spieler entscheiden, die Runde zu beenden. Tut er das nicht, ist ebenfalls der nächste Spieler an der Reihe.
Kleiner Regelkniff, große Wirkung
Der Wert der Handkarten wird nach einem so simplen wie wirkungsvollen Modus ermittelt: Von allen Kartenfarben addieren die Spieler jeweils immer nur die niedrigste Zahl. Ein Kniff, der eine erstaunliche taktische Tiefe in ein kleines Kartenspiel bringt und zum Grübeln zwingt.
Denn selbst, wenn einem die Felle, Pardon, Opfergaben davonzuschwimmen drohen, kann der Spieler danach immer noch auf eine möglichst geringe Summe auf der Hand spielen und so am Ende vielleicht doch noch die Nase vorn haben.
Übrige Karten als verschmähte Opfergaben
Eine Runde endet wie oben beschrieben oder wenn ein Spieler keine Karten mehr hat. Alle müssen ihre übrigen Handkarten vor sich auslegen. Es sind die verschmähten Opfergaben und leeren Versprechungen, die den Yokai nicht gefallen haben.

Anders gesagt: Minuspunkte. Auch für sie gilt der gleiche Berechnungsmodus wie für die Handkarten: nur die niedrigste Zahl zählt.
Toll illustriertes, taktisches Kartenspiel
Am Ende gewinnt, wer nach drei Runden die wenigsten Minuspunkte gesammelt hat, also – um in der Geschichte zu bleiben – den Yokai die wenigsten unerfüllten Opferversprechen gemacht hat.

Was mit den anderen Spielenden passiert, lässt die Anleitung unerklärt, aber der Sieger eines höchst vergnüglichen, taktisch geprägten Kartenspiels darf bestimmt die Pagode glücklich und zufrieden verlassen. Und mit anderen Gegnern eine neue Runde „Yokai Pagoda“ spielen.









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