Es ist mal wieder ein Prototyp im Zeit-zum-Spielen-Zimmer eingetrudelt: „Dackeln“ von Jonas P. Heim, von dem ich schon „Roll’n’Coaster“ testen durfte. Der Tableau-Builder für zwei ist ein ausgesprochen unterhaltsames Karten-in-der-Gegend-rum-Schieben mit einigen Aktionskarten.

Jeder Spieler hat neun Dackelkarten, genauer gesagt je drei Köpfe, Bäuche und Hinderteile der putzig gezeichneten Hunde. Diese neun Karten werden gut gemischt und in einem Drei-mal-drei-Raster ausgelegt. Bereit liegen für jeden zwei Züchterkarten.

Vom Wedeln und Gassi gehen bei „Dackeln“
Das Spielerduo mischt die Wedel- und Gassikarten, unter denen sich auch eine Leckerli-Karte verbirgt. Los geht das muntere „Dackeln“.

Ziel des Spiels ist es, das eigene Raster so aufzuräumen, dass in jeder Reihe jeweils ein korrekt – vorne, Mitte, hinten – zusammengesetzter Dackel zu sehen ist. Und zwar von oben nach unten einer in Dunkelbraun, Hellbraun und Grau. Oder anders gesagt: Räumt eure Karten so auf, dass die Zahlen von eins bis neun von links nach rechts und von oben nach unten sortiert sind. Ginge auch ohne, aber mit Dackel ist’s einfach schöner!
Dackelteile verschieben
Die Sortiererei beginnt mit dem Umdrehen der ersten Gassikarte. Beide Spieler dürfen nun die Dackelkarte mit der passenden Zahl orthogonal angrenzend um ein Feld bewegen. Ein interessanter Dreh: Dabei kann ein Spieler das ursprüngliche Raster jeweils um ein Feld vergrößern, es gibt also theoretisch in jeder Reihe und jeder Spalte fünf Felder. Weiter nach oben oder unten darf er Karten aber nicht verschieben.
Wichtige Info: Jede Zahl ist zweimal unter den Gassikarten, darauf sollte man beim allgemeinen Dackel-Verschiebe-Bahnhof achten. Wenn man im Gegensatz zu mir dazu in der Lage ist, sich zu merken, welche Karten schon gespielt waren. Es gibt übrigens ein Anschau-Verbot für den Ablagestapel.
Dackel blockieren Dackel
Eine Dackelkarte darf auch auf einer oder mehreren anderen Karte(n) landen. Alles, was darunter liegt, ist aber blockiert. Das kann aber auch eine gute Idee sein. Denn sobald eine aufgedeckte Gassikarte eine Zahl zeigt, deren Karte blockiert ist, darf sich die Spielerin eine beliebige andere aussuchen, die sie bewegt.

Problem: Der Zug ist Pflicht, was bedeutet, ein Spieler muss auch dann einen Dackelkarte bewegen, wenn sie schon an der richtigen Stelle liegt. Das Aufdecken einer Gassikarte kann also gut laufen – oder eher unerfreulich.
Züchterkarten für beliebige Bewegung
Um das dann zu verhindern, kommen die Züchterkarten ins Spiel. Wer eine davon einsetzt, dreht sie um und bewegt statt der vorgegebenen Zahl eine beliebige Karte.

Und weil das noch nicht genug Dackel-Sortier-Schwierigkeiten mit sich bringt, wäre da noch die Leckerli-Karte. Wird sie vom Gassikarten-Stapel aufgedeckt, zieht ein Spieler die oberste Wedel-Karte. Von ihnen gibt es vier mit jeweils unterschiedlichem Effekt.
Einmal dürfen die Spielenden nach dem Aufdecken der nächsten Gassikarte eine Dackelkarte ein oder zwei Felder weit bewegen. Ein Wedeleffekt lässt die Akteure drei Gassikarten aufdecken und zwei davon ausführen. Für diese beiden Wedelkarten gilt: Bei der Umsetzung darf die Züchterkarte zum Einsatz kommen.
Mitspieler ärgern

Die dritte Wedelkarte bringt alle außerhalb des Ursprungsrasters liegenden Karten zurück auf die angrenzenden Karten innerhalb des Rasters. Und zu guter Letzt ärgern wir unseren Mitspieler. Effekt vier beinhaltet, dass eine Spielerin die nächste Gassikarte im Tableau des Gegenübers ausführt und dort natürlich möglichst viel Unmut stiften möchte.
Schafft es ein Spieler trotz all dieser Hindernisse alle Tierteile richtig zu sortieren, ruft er „Dackel“ und gewinnt das Spiel. Der andere ärgert sich aber nicht lange und will tendenziell einfach die nächste Runde spielen.

Varianten von „Dackeln“
Das kleine, feine Spiel hat noch ein paar Varianten im Gepäck: Bei der „Hundeschau“ werden fünf oder beliebig viele Runden gespielt. Ein Sieg bringt drei Punkte, übrige Züchterkarten einen weiteren Zähler. Es gewinnt, wer am Ende die meisten Punkte gedackelt hat. Beim „Dackelrevier“ ist keine Bewegung außerhalb des Ursprungsrasters möglich.
Bei „Die Gunst des Züchters“ müssen sich die Spielenden die Züchterkarten erst verdienen, indem für jede Karte erst mal an irgendeiner Stelle im Raster drei Dackelkarten übereinander gestapelt sein müssen.
Mehr Menschen, mehr „Dackeln“
Falls drei oder mehr Menschen zusammen „Dackeln“ spielen wollen, geht das natürlich mit entsprechend vielen Spielen.
Im Solomodus „Hundeschule“ lassen sich Taktiken testen. Außerdem können mit Würstchen und Häufchen weitere Herausforderungen hinzukommen. Logisch: Die Würstchen müssen zu den Dackelköpfen, die Häufchen zum Hinterteil – thematisch hübsche Erweiterung.
Achtung, Raster!
Bei all dem Hin-und-her-Geschiebe kann man mal das Raster aus den Augen verlieren und eine Reihe zu weit schieben. Macht aber nix. „Dackeln“ ist ein unterhaltsames, schnelles Karten-Verschieben, das mit seinen Varianten und mit Wurst und Häufchen solo noch vielseitiger wird.

Hübsch ist auch die Idee, die Anleitung auf die Karten zu drucken. Wobei es sich beim gespielten Exemplar – wie eingangs erwähnt – um einen Prototyp handelte, die endgültige Ausstattung könnte also noch variieren. Die Dackel von „Dackeln“ find ich aber jetzt schon extrem putzig.
Passt perfekt in Mittagspause
In der kleinen Kartenschachtel steckt ein gutes Spiel, das perfekt für zwischendurch oder die Mittagspause ist. Ich bin auf die fertige Version gespannt, denn die Prototyp-Runden „Dackeln“ haben Spaß gemacht. Wiederspielreiz vorhanden!


















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