Wir haben mal wieder Ideen. Aber um sie für eine wunderbare Geschichte zu Papier zu bringen, müssen wir an unseren fantastischen Wesen arbeiten. Mit Würfeln. Klingt nach mir? Stimmt. „Fantasy Ink“ ist ein Duellspiel, bei dem wir mit geschicktem Würfeleinsatz Karten erfüllen und so von Kapitel zu Kapitel in unsere Geschichte einweben.

Dazu passend liegt eine Kapitelleiste mit den beiden Tintenfässern der Spielenden als Punktemarker in der Tischmitte. Sie reicht von eins bis 20. Zu finden sind außerdem je fünf gewürfelte Würfel in grün, orange und blau, Jokerplättchen und der Nachziehstapel der Fantasie-Karten.
Feuer, Wasser und Laub
Jede Autorin erhält einen Schreibtisch und zwei mal vier Karten, die auf der rechten Schreibtischseite landen.
Schauen wir uns Phönix, Golem, Yeti, Zaubertrank und Riesenspinne mal näher an. Jede Karte zeigt ein Wesen oder einen fantastischen Gegenstand, außerdem eine Schriftrolle mit Farbe und Symbolen für Feuer (orange), Wasser (blau) oder Laub (grün), teils auch mehrfach auf einer Karte. Darunter sagt uns eine Zahl, wie viele Schritte auf der Kapitelleiste die Autorin dank dieser Karte gehen darf. Dann gibt es noch einen möglichen Bonuseffekt und – das wichtigste – die Felder für die Würfel. Bis zu drei finden auf einer Fantasie-Karte Platz.
Wesen mit Anforderungen für Würfel
Die Felder haben unterschiedliche Anforderungen: Bestimmte oder gleiche oder ungleiche Werte oder solche, die größer oder kleiner als eine Zahl sind. Auf manchen Karten sind auch Summen zu erfüllen. Dabei gibt die Farbe des Feldes im Normalfall auch die Farbe des Würfels vor. Auf schwarzen Felder dürfen alle Würfel landen.
Die Spielerin, die an der Reihe ist, hat zwei Aktionsmöglichkeiten: Einen Würfel nehmen oder einen Würfel abwerfen. Nimmt sie einen Würfel aus dem Vorrat in der Tischmitte, legt sie ihn auf ein passendes Feld auf einer Karte.
Soforteffekte für erfüllte Karten
Wirft sie dagegen einen Würfel ab, weil er auf keine ihrer Karten passt, darf sie sich ein Jokerplättchen nehmen. Mit ihnen kann man einmalig entweder die Farbe eines Würfels ignorieren oder seinen Wert um eins erhöhen oder senken.
Sobald alle Felder einer Karte belegt sind, ist sie erfüllt und landet im Abwurfbereich, also in der farblich passenden Spalte der linken Schreibtischseite. Die Spielerin zieht auf der Kapitelleiste entsprechend viele Felder vor und führt einen möglichen Bonuseffekt aus. Die bringen Jokerplättchen, einen weiteren Zug oder man darf eine Karte im Spielbereich eine Reihe nach oben schieben.
Mit schwarzen Karten neu würfeln
Besonders sind die schwarzen Karten. Sie bringen im Gegensatz zu den anderen Karten keine Symbole für Feuer, Wasser oder Laub mit. Man darf aber eine schwarze Karte zerstören, also aus dem Abwurfbereich entfernen, um alle Würfel im Würfelpool neu zu würfeln.

Sind irgendwann alle Würfel im Pool aufgebraucht, endet eine Runde. Alle Karten wandern im Spielbereich eine Zeile nach unten. Dort gibt es aber nur drei Zeilen, Karten, die darüber hinaus rutschen, sind aus dem Spiel und sorgen für Minuspunkte auf der Kapitelleiste. Da haben wir uns wohl in einem wirren Plot verrannt und fangen nochmal neu ein paar Kapitel weiter vorne an.
Zwei mögliche Siegbedingungen bei „Fantasy Ink“
Jeder Spieler bekommt vier neue Karten in seinen Spielbereich, einer würfelt die Würfel im Würfelvorrat neu und die nächste Runde beginnt.
Nach jedem Zug prüft ein Spieler, ob eine Siegbedingung erreicht ist: Sieben gleiche Symbole einer Farbe im Abwurfbereich oder 20 Kapitel. Übrigens bringen bereits vier gleiche Symbole jeweils einen Extrazug. Löst noch keiner das Spielende aus, geht es weiter im munteren Reigen der fantastischen Wesen.
„Fantasy Ink“ mit Variante für Fortgeschrittene
Haben die Spielenden einige schriftstellerischem Kapitel erfolgreich absolviert, können sie variable Siegbedingungen ins Spiel nehmen. Dann ändern sich zu sammelnde Symbole und deren Anzahl. Außerdem bringen Spezialtinte-Karten für jeden Spieler einmalig nutzbare Zusatzfähigkeiten.
„Fantasy Ink“ ist für erfahrene Spieler ein sehr schnell gespieltes Dice-Placement-Spiel mit ein bisschen Set-Collection. Wie immer braucht es beim Würfelspiel Glück, diesmal kommt auch noch hinzu, dass eine Spielerin die richtigen Karten zu den Würfeln braucht.
Gelungenes Spiel für Einsteiger
Für uns hätte „Fantasy Ink“ ruhig etwas länger dauern können. Gerade, wenn sich die Karten mit Symbolen anfangen anzusammeln und daraus erste Bonuseffekte resultieren, fängt es an Spaß zu machen – und ist schon wieder vorbei. Für Einsteiger ist es ein gelungenes Spiel, das mit schönem Material und gut verständlichen Regeln dient.





















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