Wanderwege: Knobelei im Briefumschlag

Am Stand von „Papierspiele“ bin ich bei der SPIEL 2025 in Essen hängen geblieben. Michael Zalenka hat mir seine besondere Art der Spiele gezeigt, die in einen Briefumschlag passen. „Wanderwege“ ist eins davon, „Wasserwege“ oder Wildnis – Roll & Write“ sind weitere, deren Reviews noch folgen werden. Bei „Wanderwege“ sind wir im Team im knobeligen Plättchenpuzzle unterwegs.

  • Autor: Michael Zalenka
  • Illustration: Georg Fischer
  • Spielerzahl: ein bis fünf
  • Alter: ab acht Jahren
  • Dauer: 15 Minuten
  • Lustige Startspielerbestimmung: keine
  • Verlag: Papierspiele

Das Spiel besteht aus 24 quadratischen Plättchen, der Briefumschlag ist zugleich die Anleitung. Wem das nicht genug ist, der kann sich per QR-Code ein Erklär-Video ansehen.

Punkteträchtiges Wegenetz legen

Ziel der „Wanderwege“ ist es,ein möglichst punkteträchtiges Wegenetz zu legen, das an Aussichtspunkten endet. Weil der geneigte Wanderer was erleben will, braucht’s für Punkte Attraktionen an den Aussichtspunkten. Wie viele Zähler könnt ihr mit eurem Wegenetz erreichen?

Die einzige aufgedeckte Karte ist die Startkarte, sie zeigt übrigens die Stadt Passau. Der Rest wird verdeckt gemischt und als Nachziehstapel bereitgelegt. Jeder Spieler zieht eine Karte. Nun dürfen alle gemeinsam besprechen, wer wann seine Karte wo anlegen möchte. Die Reihenfolge ist beliebig.

„Wanderwege“ erlaubt Überbau

Eine Karte besteht aus vier Feldern mit Wegen oder Wiese. Wir hätten auch wieder altbekannte Legeregeln zu bieten: Wege an Wege, Wiese an Wiese, die Pfade dürfen nie im Wiesennirvana enden. Auch nicht, wenn man Karten ganz oder teilweise mit einer weiteren Karte überbaut. Passau darf übrigens nie abgedeckt werden.

Eine Spielerin darf eine Karte drehen oder auf die spiegelverkehrte Rückseite flippen. Was liegt, bleibt liegen.

Längster der „Wanderwege“ punktet

Kommen wir zu dem, was Punkte bringt. Sobald die letzte Karte gelegt ist, folgt die Schlusswertung. Jedes Feld des längsten Wanderwegs von der Startkarte bis zu einem Aussichtspunkt ist einen Zähler wert.

Dazu kommen die Attraktionen, die um alle Aussichtspunkte versammelt sind – aber nur, wenn der Aussichtspunkt mit Wegen mit der Startkarte verbunden ist. Dann bringen Wald, Berge und Rastplätze je einen weiteren Punkt, für Teiche und Wasserfälle sind es zwei und drei.

Wertung bis hin zu „Wandertastisch“

Sind wir dabei unter 35 geblieben, sind wir laut Tabelle falsch abgebogen und sollten’s gleich nochmal probieren. Über „Trampelpfad“, „Gute Wege“ und „In aller Munde“ geht es schließlich bei 50 oder mehr Punkten „Wandertastisch!“ zu Ende. Dann lieben Wanderer unser Wegenetz!

„Wanderwege“ ist ein einfaches, schnell gespieltes Plättchenpuzzle, das sich bestens auch für Solisten eignet. Es soll auch zu fünft spielbar sein, das könnte einerseits dank mehr Karten zur Wahl einfacher werden als mit weniger Spielern. Allerdings könnte es auch die Spielzeit verlängern, weil es mehr zu diskutieren gibt. Natürlich ist auch immer ein bisschen Glück dabei, dass die Plättchen in hilfreicher Reihenfolge auftauchen.

Kluge Idee, prima zum Mitnehmen

Die kluge Idee, ein kleines Spiel zum Mitnehmen und Verschenken in ein Briefumschlagformat zu bringen, ist super. Das gemeinsame Getüftel am Wegenetz unterhält. Die Illustrationen sind hübsch und mit kleinen Details verziert. Und wer Abwechslung bei den Papierspielen sucht, kann ja einen Abstecher zu den „Wasserwegen“ machen.

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