Hof-Verrat: Geheimmission bei Hofe

Spätestens seit der Kultserie „Game of Thrones“ weiß man, dass es bei Hofe mitunter ganz schön derb und hinterhältig zugehen kann. So blutig wie in der TV-Serie ist es beim Kartenspiel „Hof-Verrat“ selbstverständlich nicht. Taktisches Geschick, ein paar Winkelzüge und Bluffs können aber auch hier von großem Nutzen sein.

  • Autor: Romaric Galonnier & Anthony Perone
  • Illustration: Noëmie Chevalier
  • Spielerzahl: zwei bis fünf
  • Alter: ab acht Jahren
  • Dauer: 20 Minuten
  • Lustige Startspielerbestimmung: wer zuletzt einen Adelsfilm gesehen hat oder wer am Tisch als König/Königin gilt
  • Verlag: Huch!

Der Haushofmeister der Königin hat auf Geheiß ihrer Majestät zum Hoffest eingeladen. Die einflussreichsten Familien im Land sind dieser Einladung selbstverständlich gefolgt. Und so versammeln sich eines Abends die Vertreter der Familien Hirsch, Hase, Kröte, Schmetterling, Karpfen und Nachtigall um die Tafel. Am Ende werden einige von ihnen angesehen und andere in Ungnade gefallen sein.

Zwei Geheimmissionen pro Spieler

Jeder Spieler erhält zu Beginn drei Höflingskarten. Dazu gibt es noch zwei Geheimmissionen für jeden Spieler ­ je eine helle und eine dunkle. Der Umfang des Nachziehstapels richtet sich nach der Anzahl der Spieler. Bei zwei kommen 30 der 90 Höflinge wieder in die Schachtel, bei fünf Spielern wird mit dem kompletten Deck gespielt.

Wer an der Reihe ist, muss jeden seiner Höflinge, die er auf der Hand hat, platzieren. Einer kommt in die eigene Auslage (den eigenen Bezirk), einer an die Tafel zu der entsprechenden Familie, und die dritte Karte in den Bezirk eines Mitspielers.

„Hof-Verrat“: Ansehen oder Ungnade?

Beim Auslegen der Karte an die Tafel muss man sich zwischen zwei Möglichkeiten entscheiden. Legt man die Karten oben hin, heißt das, dass die Familie an Ansehen gewinnen soll. Platziert man sie unterhalb der Tafel, will man, dass die Familie in Ungnade fällt. Das ist zum einen für die Schlusswertung wichtig. Denn Karten von Familien, die hoch angesehen sind, bringen Punkte. Karten von Familien, die in Ungnade gefallen sind, verringern die Punkteausbeute.

Zum anderen muss man ja noch versuchen, die eigenen Geheimmissionen zu erfüllen, um zusätzliche Zähler zu erhalten. Die Missionen können zum Beispiel so aussehen: „In deinem Bezirk müssen mindestens drei Adel-Karten liegen.“ „In deinem Bezirk müssen weniger Karten der Karpfen-Familie liegen als bei der Person links neben dir.“ „Die Hirsch-Familie muss in Ungnade gefallen sein.“ „Jede Familie muss mindestens eine Karte im unteren Bereich der Spielmatte haben.“ Die Spielmatte, das ist die Tafel.

Spezielle Rolle mancher Höflinge

Beim Erfüllen dieser Missionen sind einige Höflinge nützlich. Denn manche haben spezielle Rollen. Mitglieder des Adels, zu erkennen an der Krone in den Ecken der jeweiligen Spielkarte, helfen am Ende beim Bestimmen der Mehrheit und bei der Punktewertung. Sie zählen nämlich dort jeweils doppelt. Spione, zu erkennen an den Masken, werden immer verdeckt ausgelegt. Niemand darf sich die Karte ansehen, egal, wo sie hingelegt werden – an die Tafel, in den eigenen oder einen fremden Bezirk. An der Tafel werden Spione übrigens ober- oder unterhalb der Königin platziert. Dort bleiben sie bis zum Spielende und werden erst dann ihren jeweiligen Familien zugeordnet.

Die Assassinen bieten den Spielern die Möglichkeit, mit ihnen dort, wo sie ausgelegt werden, einen anderen Höfling zu eliminieren. Zu erkennen sind die Assassinen an den Dolchen in den Ecken der Karte. Keine Chance haben die Assassinen gegen die Wächter mit dem Schild in den Kartenecken. Die Wächter bleiben bis zum Spielende liegen.

Herausragende Ausstattung von „Hof-Verrat“

Hat man seine Karten ausgespielt, wird entsprechend nachgezogen. Das Spiel ist beendet, sobald der Nachziehstapel leer ist und man die letzten Handkarten ausgespielt hat. Bis dahin gilt es, die eigenen Missionen zu verfolgen, zu schauen, wer einem dabei in die Quere kommen kann, die Mitspieler beim Versuch des Erfüllens ihrer Missionen so gut wie möglich zu behindern. Dabei helfen ein gutes Pokergesicht, womöglich die Spione am Schluss und selbstverständlich zwischendurch auch ein bisschen Glück.

„Hof-Verrat“ ist zwar ein Kartenspiel, die Ausstattung sticht trotzdem heraus und hebt sich sehr angenehm von einem „herkömmlichen“ Kartenspiel ab. Die Stars sind die Karten. Diese warten nicht nur mit sehr schönen Grafiken auf, sondern bestechen auch noch durch goldene Elemente, die ein bisschen Glanz ins Spiel bringen. Dazu kommt noch die Tafel, die nicht einfach nur ein Karton ist, sondern aus Stoff besteht und dadurch, dass man sie zusammenrollen kann, gut in der Schachtel Platz hat.

Alles möglich bei Hofe

Das alles macht „Hof-Verrat“ zu einem unterhaltsamen Zeitvertreib am Spieltisch. Bei den einzelnen Charakteren ist man nach ein, zwei Runden leicht drin. Der Rest der Regeln stellt auch kein Problem dar. Bleibt also noch die Suche nach der richtigen Taktik. Aber bei Hof ist schließlich vieles möglich.

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