Neko, die kleine schwarze Katze sucht nach ihrer Mutter und vermutet sie ganz oben auf einem wackeligen Turm. Also muss Neko diesen Turm hinaufklettern. Dabei wächst das namengebende Bauwerk in „Die Katze und der Turm“ schnell zu einem ausgesprochen wackligen Gebilde in die Höhe, das den schiefen Turm von Pisa im Vergleich kerzengerade in den Himmel ragen lässt. Spaß haben wir bei dem Geschicklichkeitstraining aber trotzdem.

Aber von vorn. Zunächst widmen wir uns der kooperativen Variante von „Die Katze und der Turm“. Dafür liegen 24 Bodenplatten und 54 Wandteile bereit. Es gibt fünf verschiedene Wandteile, die leicht gefaltet werden müssen, damit sie später auf den Bodenplatten stehen bleiben. Da wäre die Ziegelmauer, das kleine und das große Fenster und der Engel, bei dem steinerne Statuen in Engelsform das Fenster umrahmen. Außerdem haben wir deutlich größere Teile in Form von Säulen.

Aktionskarte wählen: bauen oder Katze platzieren
Zu Beginn liegen zwei Missions-, zwei Aktionskarten und die Bodenplatte des Turms mit der Nummer eins aus. Schon kann die lustige Stapelei starten.

Wer an der Reihe ist, wählt eine der beiden Aktionskarten. Diese zeigen eine oder zwei Optionen. Möglich sind: Wandteile und Bodenplatte platzieren oder eine Nakama-Katze auf den Turm stellen.
Unterschiedlich hohe Wandteile
Das Problem beim Errichten des Turms ist, dass man immer zwei verschiedene Wandteile benutzen muss. Und die sind alle unterschiedlich hoch. Die Ziegelmauer ist das kleinste, der Engel das größte, was dafür sorgt, dass die danach aufzulegende Bodenplatte, die gerne auch noch ein Loch in der Mitte hat, selten gerade liegt. Das wiederum macht die nächste Etage zum noch ein bisschen größeren Problem.
Die noch unerfreulichere Ausnahme sind die Säulen. Von denen darf ein Spieler zwei verwenden, dafür sind sie extrem hoch, laufen an einem Ende relativ spitz zu und sind dadurch auch absolut nicht geeignet, die Statik des Turms zu verbessern.

Nakama-Katzen in vier Farben
Die logischen Platzierungsregeln sind, dass die Wandteile aufrecht aufgestellt werden müssen, immer zwei Teile sind eine Etage. Die Bodenplatte soll ein Spieler so legen, dass sie möglichst bündig mit der Platte darunter abschließt. Das ist sowieso ratsam, sonst kippt das bedenkliche Bauwerk noch früher um.

Darf ich eine Nakama-Katze setzen, nehme ich entweder eine beliebige oder eine bestimmte Farbe, zur Wahl stehen gelb, blau, lila und orange in hübschen Katzenform – groß, klein, sitzend, liegend, sich streckend.
„Die Katze und der Turm“ kann Streicheleinheit verlangen
Eine Aktionskarte beinhaltet auch, dass man die gerade platzierte Karte streicheln, also nochmal mit einem Finger berühren soll. Je nach Turmhöhe ist auch das nur mit Vorsicht zu erledigen. Katzenfiguren dürfen übrigens nicht flach liegen.
Eigentlich ist egal, auf welchem Stockwerk sie landen. Hier kommen aber die Missionskarten ins Spiel. Nur, wenn die Katzen im Turm die Anforderung einer Missionskarte erfüllen, darf Neko nach oben wandern.
Neko braucht Katzenkonstellationen auf dem Weg nach oben
Erfüllen bedeutet, dass in der Etage über Neko eine bestimmte Katzenkonstellation vorhanden sein muss. Das können Katzen bestimmter oder unterschiedlicher Farbe oder gewisser Anzahl sein. Mal müssen sie sich berühren, mal sollen sie aufeinander gestapelt sein, was gar nicht so einfach ist.
Sind irgendwann alle bunten Katzen aus dem Vorrat im Turm, darf eine Spielerin sie für eine Aktionskarte von unten nach oben versetzen. Ihr ahnt es schon, die Statik des Turms und so weiter…
Endgame: 20 Stockwerke erreichen
Die Spielenden verlieren, wenn der Turm komplett einstürzt oder fünf oder mehr Wandplättchen herunterfallen. Sie gewinnen dagegen, wenn Neko die Stockwerke 10, 13, 15, 17 oder sogar 20 erreicht hat. Wobei 20 Stockwerke auf einem Tisch kaum mehr zu erreichen sind, man müsste auf den Stuhl klettern. Ernsthaftes Endgame, also!
Aufkleber mit QR-Code, die am Schachtelrand Platz finden, halten das bereits geschaffte Stockwerk fest. Allerdings hat bei mir keiner der QR-Codes funktioniert.

Mit eigenen Katzen gegeneinander spielen
In der kompetitiven Variante hat jeder Spieler eine schwarze Katze, sie unterscheiden sich durch bunte Schals. Ziel ist es, die eigene Katze so hoch wie möglich zu bringen, bevor der Turm in sich zusammenfällt.
Jeder hat zwei verdeckte Missionskarten, es liegen offen drei Aktionskarten aus. Auch hier spielt jeder in seinem Zug eine Aktionskarte. Wer mit Nakama-Katzen auf demselben Stockwerk steht, darf sie nach oben versetzen.
Statische Probleme für nächsten Spieler hinterlassen
Um Missionskarten zu erfüllen, zählen alle Nakama-Katzen, die im Turm oberhalb der eigenen schwarzen Katze stehen. Das gilt aber nicht für die Missionskarten, bei denen sich Katzen berühren sollen, was auf unterschiedlichen Stockwerken eher schwierig ist.
Natürlich baut man kompetitiv nicht so schön zusammen, sondern eher fies und möglichst so, dass der nächste Spieler ein möglichst großes, statisches Problem hat. Um festzuhalten, was die eigene Katze erreicht hat, hält ein Spieler die aktuelle Etage per Pfote auf einer Karte fest. So ist klar, wer gewonnen hat, wenn der Turm nach einer Aktion einstürzt. Nette Idee, um Diskussionen nach dem Crash zu vermeiden.
Bemerkenswerte Bauwerke bei „Die Katze und der Turm“
„Die Katze und der Turm“ ist wunderschön gestaltet, die Illustration der Bauteile, die putzigen Katzenfiguren – es ist optisch toll. Einziges kleines Manko ist der sehr dünne Karton, aus dem die Wandteile bestehen, der mit einer gewissen Vorsicht zu behandeln ist. Trotzdem entstehen bemerkenswerte Bauwerke. Bemerkenswert hoch, aber auch bemerkenswert schief.
Für mich macht „Die Katze und der Turm“ kooperativ mehr Spaß, aber auch der kompetitive Wettlauf der schwarzen Katzen mit knuffigem Schal hat seinen Reiz. Es ist nur wahrscheinlicher, dass der Turm deutlich früher umfällt. Zusammen geht’s meist höher, hier zum Beispiel bis Etage 15. Aus zwei Perspektiven, um die Schrägheit des Ganzen zu verdeutlichen:
























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