Alles im Leben hat zwei Seiten. Auch die Karten bei „Verso“. Und das ist ein entscheidender Teil des Spiels, den wir nicht erst seit „Captain Flip“ bestens kennen und teilweise auch ein bisschen oder auch sehr viel verfluchen. Es kommt optisch unscheinbar daher, macht aber mit Karten sammeln, Mitspieler ärgern und zum richtigen Zeitpunkt Zählbares scheffeln, Spaß ohne zu überfordern.

  • Autor: Alexis Allard & Joan Dufour
  • Illustration: Zongoh
  • Spielerzahl: eins bis sechs
  • Alter: ab acht Jahren
  • Dauer: 20 Minuten
  • Lustige Startspielerbestimmung: wer zuletzt auf einer Reise war
  • Verlag: Strohmann

„Verso“ besteht so simpel wie wirkungsvoll aus je 30 grünen, orangefarbenen und blauen Karten, die für Land, Himmel und Meer stehen. Dazu kommen Punkteplättchen. Fertig. Ziel des Spiels ist es, Straßen mit Karten gleicher Farbe oder Quadrate mit je drei Karten jeder Farbe zu sammeln. Das bringt jeweils Punkte.

Karten mit Zahl und Farbe

Jede Karte hat eine Farbe, eine Zahl von eins bis sechs oder einen Jokerstern und hat einen oder drei Punkte im Gepäck. Jede Karte hat aber auch zwei Seiten, die immer unterschiedlich sind. Auf der Rückseite ist immer die jeweils andere Punktezahl, aber auch eine andere Farbe und eine benachbarte Zahl, wobei in dem Fall auch eins und sechs als benachbart gelten.

Ein Beispiel, die blaue Sechs mit drei Punkten. Auf der Rückseite hat die Karte einen Zähler, eine Eins oder eine Fünf und ist grün oder orange. Auf der Rückseite des Jokersterns kann jede Zahl stehen.

Ziehen oder Werten bei „Verso“

Pro Spieler sind 15 zufällige Karten im Nachziehstapel, welche Seite oben ist, ist ebenfalls zufällig. Wer an der Reihe ist, kann entweder eine Karte ziehen oder einen Straße werten.

Nimmt eine Spielerin eine Karte, legt sie sie entweder vor sich ab, ohne die Rückseite anzusehen, oder sie dreht sie um, muss dann aber auf jeden Fall die Rückseite auslegen – zurückdrehen ist nicht erlaubt.

Farben und Zahlen in Reihen

Beim Ablegen gibt es einfache Regeln: Es gibt für jede Farbe eine Reihe. Die Zahlen müssen aufsteigen und dürfen sich niemals wiederholen, man kann also beispielsweise keine zweite Fünf in eine Reihe legen. Müsste eine Spielerin eine doppelte Zahl legen, muss sie die Karte abwerfen.

Das gibt dem Spiel aber zugleich eine immer mitzubedenkende zweite Ebene, die es durch die Ahnung vom Ergebnis der Rückseite vom reinen Zocken von „Captain Flip“ abhebt: Eine blaue Drei möchte ich nicht umdrehen, wenn ich schon eine orangefarbene und eine grüne Vier habe – die Wahrscheinlichkeit für eine Dopplung ist zu groß.

Mit Wertung Mitspieler ärgern

Werten kann eine Spielerin eine Reihe, die aus zwei bis sechs Karten einer Farbe mit aufeinander folgenden Zahlen besteht. Ein Stern kann dabei jede beliebige Zahl ersetzen.

Für eine Wertung sagt die Spielerin an, welche Farbe sie werten will. Nun müssen ihre beiden Sitznachbarn ihre höchste Karte dieser Farbe umdrehen und neu platzieren oder abwerfen, wenn sich jetzt eine Dopplung ergibt. Das kann man natürlich auch nutzen, um bei einem Mitspieler die ausliegende lange Straße zu vekrürzen.

Auch Quadrate bringen Punkte

Die wertende Spielerin erhält so viele Punkte, wie auf der gewerteten Straße zu sehen sind, danach wirft sie die zwei höchsten Karten der Straße ab.

Einfacher ist die Wertung eines Quadrats: Sobald ein Spieler mindestens drei Karten jeder Farbe in der Auslage hat, unabhängig davon, ob die Zahlen fortlaufend sind, gibt es sofort drei Punkte. Das kann passieren, wenn man selbst eine Karte zieht und legt oder eine Karte wegen einer Wertung eines anderen Spielers umdrehen und neu platzieren muss. Nach einer Quadrat-Wertung muss niemand Karten umdrehen oder abwerfen.

Set-Collection ohne Schnickschnack

„Verso“ endet, sobald der Nachziehstapel aufgebraucht ist. Jeder darf noch eine letzte Straße werten, danach gewinnt, wer die meisten Punkte hat. „Verso“ ist ein schnell erklärtes, gut zu spielendes Set-Collection-Spiel, das ohne viel Schnickschnack oder Thema auskommt und solo spielbar ist.

Durch das Wissen um die möglichen Rückseiten einer Karte gibt es genug zu denken und auch in der nächsten und nächsten Runde kommt keine Langeweile auf in einem kleinen, feinen Kartenspiel auf der sammelnden Jagd nach Straßen und Quadraten.

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