Hands off!: Finger weg von meinem Süßkram!

Falls mal wieder wer die Reaktionsgeschwindigkeit anderer Spieler anzweifelt: Bei „Hands Off!“ könnt ihr sie testen. Das schnelle Kartenspiel, das auch schon für Kinder ab sechs Jahren prima funktioniert, bringt vor allem bei sechs Spielern am Tisch ziemlich sicher Spaß und Chaos.

  • Autor: David Gréault
  • Illustration: Rita Ottolini
  • Spielerzahl: zwei bis sechs
  • Alter: ab sechs Jahren
  • Dauer: 15 Minuten
  • Lustige Startspielerbestimmung: keine
  • Verlag: Huch!

Aufgebaut ist flott: Gebäckkarten mit Croissants, Cookies, Tortenstücke, Muffins, Donuts oder Churros liegen in einem Sechs-mal-sechs-Raster.

„Hands off!“ an Können der Spielenden anpassen

Richtig cool ist die Idee, die Schwierigkeit per Kartenauswahl an die Fähigkeiten der Spielenden anzupassen. Schwierigkeitsgrade gibt es 16. Ob’s so viele sein müssen – keine Ahnung. Aber es ist auf jeden Fall hilfreich für mehr Chancengleichheit. Zwei Menükarten geben an, welche Einschränkungskarten man für welche Schwierigkeit nehmen muss.

Die Einschränkungskarten sind einerseits der Weg zum Sieg, andererseits bringen sie aber auch immer mehr Hürden mit sich. Denn je weiter eine Spielerin voranschreitet, desto mehr Einschränkungen hat sie für den kompletten Rest des Spiels zu beachten. Das bremst (zu) schnelle Mitspieler aus und lässt den anderen eine Chance aufzuholen.

Würfel entscheidet über gesuchte Karte

Von Grün über Orange und Rot bis Lila werden die Karten schwerer, wobei die farbliche Unterscheidung zwischen Rot und Orange nicht optimal ist. Da hätte es für mehr Kontrast vielleicht auch Gelb getan. Sobald jeder seine Karten hat, die erst mal noch verdeckt ausliegen, geht’s auch schon los. Jeder Spieler entscheidet, welches seine starke Hand ist, mit der er spielen möchte. Der Startspieler würfelt.

Der eine Würfel zeigt, welches Gebäck, der andere, welche Menge davon wir suchen. Ziel jeder Runde ist es, so schnell wie möglich mit der starken Hand auf die gesuchte Karte zu hauen. Wer das zuerst schafft, gewinnt die Runde. Ist es die erste Runde, dreht die Spielerin ihre erste Einschränkungskarte um. Sie setzt ihren Marker auf das Feld ganz links auf der Fortschrittsleiste, die auf der Karte oben zu sehen ist.

Marker rückt vor und bringt Einschränkungen mit

Je mehr Runden sie gewinnt, desto weiter rückt ihr Marker vor und deckt so nach und nach die nächsten Karten auf. Und damit die „Probleme“. Denn unten sind je ein Teller und ein Tischset zu sehen.

Das Gebäckstück auf dem Teller verbietet es, dieses süße Teilchen zu berühren. Die Zahl auf dem Tischset sagt, man darf keine Karte mehr berühren, die so viele Teile zeigt. Also beispielsweise keine Cookies und keine fünf Gebäckstücke. Wobei das jeweils nur für die starke Hand gilt!

Verhindern, dass die Gegner vorrücken

Denn: Man kann verhindern, dass die Gegner die Karte mit den fünf Croissants oder den egal-wie-vielen Cookies berührt. Dafür haut die Spielerin mit ihrer schwachen Hand als Erste auf die Karte und ruft „Hands off!“. Dann darf niemand vorrücken und die nächste Runde beginnt.

Im Laufe des Spiels kommen mehr Einschränkungen dazu und irgendwann darf man möglicherweise keine Cookies und Donuts und keine zwei und drei Gebäckstücke mehr berühren. Da gilt es immer genauer hinzusehen, um den Überblick nicht zu verlieren.

Fehler ziehen bei „Hands off!“ Strafe nach sich

Denn wenn ein Spieler einen Fehler macht, muss er rückwärtsgehen oder sogar die Einschränkungskarte tauschen, was mit sich bringt, dass er sich an neue „Verbote“ gewöhnen muss.

Zieht eine Spielerin ihren Marker vom letzten Feld ihrer dritten Einschränkungskarte weiter, hat sie gewonnen.

Unterhaltsames Reaktionsspiel

Vor der nächsten Partie gibt die Anleitung Tipps, um den Schwierigkeitsgrad der Menschen am Tisch anzupassen, je nachdem, wie gut jemand die letzte Partie absolviert hat. Wem die Sache mit den Einschränkungen zu kompliziert ist oder wer mit jüngeren Kindern spielt, kann sie auch einfach komplett weglassen.

Auch das macht „Hands Off!“ zu einem unterhaltsamen kleinen Reaktionsspiel, das mit kurzer Spieldauer und gutem Ausgleich unter den Spielenden überzeugt. Die quietschbunte Illustration der Süßigkeiten birgt durch ähnliche Farben teils Verwechslungsgefahr, vor allem bei Churros und Croissants. Wo das bei den Einschränkungen ein wenig stört, ist es bei den zu suchenden Gebäcken eine zusätzliche Schwierigkeit.

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