Komm zum Punkt: Kreative Satzbau mit Suchfaktor

Dass Sprachkompetenz erworben werden muss, ist hinlänglich bekannt. Mit einem Spiel, in dem es um kreative Satzbildung geht, fällt das noch viel leichter. Um zum Ziel, dem Satzende zu kommen, ist bei „Komm zum Punkt“ vor allem Teamarbeit gefragt.

  • Autor: Ralf zur Linde & Jürgen Wrede
  • Spielerzahl: ab zwei
  • Alter: ab acht Jahren
  • Dauer: 20 Minuten
  • Lustige Startspielerbestimmung: wer zuletzt einen Brief geschrieben hat
  • Verlag: Denkriesen

Spiele um Wörter und Sätze gibt es viele. Ralf zur Linde und Klaus-Jürgen Wrede haben trotzdem einen neuen Ansatz gefunden. Alle am Tisch müssen einen Satz bilden. Aber bei „Komm zum Punkt“ kennt ausgerechnet der entscheidende Spieler das Zielwort nicht, mit dem der Satz enden soll. Da sind viel Kreativität und ein großer Wortschatz gefragt.

Kooperativ mit einem Suchenden

„Gibt’s da also keinen Sieger?“ Ja, das war tatsächlich die erste Frage in der Testrunde. Die Antwort darauf ist ein klares „Jein“. „Komm zum Punkt“ ist nämlich kein Spiel im herkömmlichen Sinne. Viel Spaß kann man damit trotzdem haben. Gewinnen kann man auch. Kooperativ als Gruppe am Tisch.

Der Aufbau ist simpel. Vor Beginn wird ein Suchender ausgewählt. Es beginnt, so sagt es die Anleitung, wer als Letzter einen Brief geschrieben hat. Es gibt 15 Startkarten. Auf diesen sind jeweils zwölf Begriffe zu sehen – sechs auf jeder Seite.

Sanduhr macht Zeitdruck bei „Komm zum Punkt“

Der Spieler links des Suchenden nennt eine Zahl zwischen eins und sechs und zieht die oberste Zielkarte. Die genannte Zahl bestimmt das Zielwort für diese Runde. Alle außer dem Suchenden dürfen sich das Wort anschauen. Danach wird die Karte verdeckt abgelegt.

Der Suchende dreht nun die Sanduhr um, zieht die obere Startkarte und liest das Startwort vor – analog zur Nummer auf der Zielkarte. Das Wort auf der Startkarte ist das erste Wort des Satzes, der nun reihum gebildet wird. Dabei ergänzt jeder, der am Tisch sitzt, den Satz um das Wort, von dem er meint, dass es am besten zum Zielbegriff führt.

Wenig Zeit für Satzüberlegung

Zweieinhalb Minuten stehen zur Verfügung, um den Satz zu vollenden. Dann ist das letzte Körnchen durch die kleine Sanduhr gerieselt. Doch aufgepasst: Wer das Zielwort kennt, darf dieses oder von dessen Wortstamm abgeleitete Begriffe natürlich nicht benutzen!

Jeder, der an der Reihe ist, sagt genau ein Wort und verlängert so den Satz. Der Suchende macht dabei mit. Aber da er ja das Zielwort nicht kennt, kann er das Ganze wieder in eine völlig andere Richtung lenken. Die Aufgabe ist es, den Suchenden dazu zu bringen, das Zielwort zu sagen.

Klopfen oder „Punkt!“

Hat ein Spieler das Gefühl, dass der Satz – ein korrekter Satzbau ist übrigens obligatorisch – ins Leere läuft, kann man auch einen neuen Satz anfangen. Dazu muss der Spieler „Punkt“ sagen. Eine andere Möglichkeit ist das Klopfen. Ist ein Spieler der Meinung, dass der Suchende das Zielwort kennt und es auch an dieser Stelle passt, dann kann er auf den Tisch klopfen, anstatt ein Wort zu sagen. Der Suchende ist direkt an der Reihe und kann versuchen, zu lösen.

Punkte werden bei „Komm zum Punkt“ auch verteilt. Wichtig sind sie am Ende aber nicht. Es geht um Interaktion, das gemeinsame Bilden eines Satzes und Kreativität in der Sprache. Und auch darum, dem nächsten Spieler im Wissen um das gemeinsame Zielwort eine entsprechende Vorgabe zu liefern.

Unkonventionelle Ideen von Kindern in der Runde

Das führt allerdings auch dazu, dass man manchmal ratlos dasitzt und grübelt, was der oder die andere nun damit ausdrücken will. Man bekommt schnell eine Vorstellung, warum „Komm zum Punkt“ auf der Nominierungsliste für den Deutschen Spielzeugpreis 2025 in der Kategorie „Für meine Freunde & mich“ war.

In Der Anleitung ist das Spielende nach acht Runden vorgesehen. Entsprechend ist auch die Wertung ausgerichtet. Allerdings kann man das Spiel sehr flexibel gestalten und die Punktewertung entsprechend anpassen. Kleiner Tipp: Mitspielende Kinder tun einer Spielrunde durch ihre unkonventionelle Herangehensweise an die Satzbildung zur Auflockerung sehr gut.

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